0:1 gegen Schweden

Vier Mal Latte oder Pfosten: Eishockeyteam verzweifelt

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Frank Hördler (v) nimmt den Puck vor Schwedens Joel Lundqvist an. Foto: Petter Arvidson/Bildbyran via ZUMA Press

Gegen Schweden steht Deutschlands Eishockeyteam dicht vor einem historischen Sieg bei Olympia. Vier Mal Latte oder Pfosten verhindern am Ende aber den möglichen ersten Sieg gegen den Weltmeister bei Winterspielen.

Pyeongchang (dpa) - Der Verzweiflung nahe haben Deutschlands Eishockey-Cracks die mögliche große Olympia-Überraschung gegen Weltmeister Schweden verpasst.

Das Team von Bundestrainer Marco Sturm verlor am Freitag in Pyeongchang gegen den zweifachen Olympiasieger trotz eines ganz starken Auftritts unglücklich mit 0:1 (0:1, 0:0, 0:0). "Schade, das war das zweitbeste Spiel in meiner Amtszeit nach Riga", haderte Sturm nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel beim Olympia-Comeback. In Lettland hatte Sturm Deutschland nach der verpassten Qualifikation 2014 unter seinem Vorgänger Pat Cortina wieder zu den Olympischen Winterspielen geführt.

Am Sonntag im letzten Gruppenspiel gegen Norwegen (04.10 Uhr MEZ/ARD und Eurosport 2), das am Freitag gegen Finnland 1:5 verlor, muss Deutschland nun gewinnen, um sich eine gute Ausgangslage für die erste Viertelfinalteilnahme bei Olympia seit 16 Jahren zu verschaffen. Als Gruppenletzter müsste Deutschland am Dienstag im K.o.-Spiel ansonsten gegen einen stärkeren Gegner spielen. "Wenn wir die Leistung weiterbringen, müssen wir uns vor niemanden mehr verstecken in diesem Turnier", sagte Stürmer Patrick Reimer. Sturm befand: "Jetzt geht das Turnier erst richtig los für uns."

Viermal Latte oder Pfosten bei einem erneut positiven Schussverhältnis wie beim 2:5 zum Auftakt am Donnerstag gegen Finnland verhinderten den ersten Sieg gegen Schweden bei Olympia überhaupt. "Wir sind für ein gutes Spiel nicht belohnt worden", haderte Reimer. Alleine Münchens Dominik Kahun scheiterte vor den Augen von DOSB-Präsident Alfons Hörmann und zahlreicher anderer deutscher Athleten zweimal am Eisengehäuse des schwedischen Tores. Für den großen Favoriten hatte Viktor Stalberg vom EV Zug bereits in der dritten Minute getroffen.

"Augen zu und draufhalten", sagte Kapitän Marcel Goc zur Marschroute gegen Norwegen angesichts des Pechs im Abschluss am Freitag. Deutlich disziplinierter als gegen Finnland und mit einem ganz starken Timo Pielmeier im Tor hatte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) bis zum Ende die große Chance auf den Coup. "Er hat super gehalten und war immer da für uns. Er war wie ein dritter Verteidiger und unser bester Mann heute", urteilte Goc über Pielmeier.

Der Keeper vom ERC Ingolstadt erhielt diesmal den Vorzug vor Danny aus den Birken vom EHC Red Bull München. Der 33-Jährige hatte gegen Finnland bei nur 20 Schüssen fünf Gegentore kassiert. Pielmeier hingegen spielte stark und parierte 25 von 26 Schüsse. "Er hat in den richtigen Momenten die großen Saves gemacht", sagte Sturm über Pielmeier, der sich damit für die weiteren Turnierspiele empfahl.

Sturm hatte zudem die Reihen im Vergleich zum Finnland-Spiel leicht umgestellt und Angreifer Frank Mauer und Abwehrspieler Sinan Akdag, die am Donnerstag noch pausiert hatten, ins Team geholt. Insgesamt stand das deutsche Team vor allem in der Defensive besser und ließ auch in Unterzahl kaum etwas zu. Zudem waren die DEB-Spieler lange nicht so nervös wie im ersten Vorrundenspiel, das für 21 von 23 Athleten im Kader die Olympia-Premiere gewesen war.

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