Bahnrad-EM

Sprint-Queen Vogel rast zum Titel - sechs deutsche Medaillen

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Kristina Vogel küsst ihre Goldmedaille. Foto: Jens Büttner

Angeführt von Sprint-Queen Kristina Vogel hat die deutsche Mannschaft am dritten Tag der Bahnrad-EM reichlich Edelmetall eingefahren. Vogel siegte im Keirin, genauso wie Franz Schiewer bei den Stehern. Dazu gab es einmal Silber und dreimal Bronze.

Berlin (dpa) - Kristina Vogel ist unter dem großen Jubel der Berliner Radsport-Fans beim Bahn-Heimspiel souverän zum Europameistertitel im Keirin gerast und hat damit aus deutscher Sicht für den Höhepunkt am erfolgreichen dritten Tag gesorgt. Neben Vogel gewann auch Franz Schiewer im Steher-Wettbewerb EM-Gold. Und auch sonst gab am Samstag nahezu in jedem Rennen Edelmetall: Silber für Joachim Eilers (Chemnitz) im 1000-Meter-Zeitfahren sowie jeweils Bronze für Maximilian Beyer (Irschenberg) im Punktefahren, Domenic Weinstein (Villingen) in der 4000-Meter-Einerverfolgung und Stefan Schäfer (Cottbus) bei den Stehern.

Überstrahlt wurde aber alles von Sprint-Queen Vogel - mal wieder. Die 26 Jahre alte Ausnahmefahrerin war von der ersten Runde bis zum Finale eine Klasse für sich und holte sich zum zweiten Mal nach 2014 den EM-Titel im Keirin. Für die ehrgeizige Erfurterin kam der Erfolg einer Erleichterung gleich, nachdem sie mit Miriam Welte zum Auftakt den Titel im Teamsprint verpasst hatte.

"Plan erfüllt, ich habe meine Goldmedaille. Es lastete schon großer Druck auf meinen Schultern", sagte Vogel und ergänzte mit Blick auf den 500-Meter-Triumph von Teamkollegin Miriam Welte am Vortag: "Nachdem Miri gestern vor dem Einschlafen ihr Europameister-Trikot aufgehangen hat, war ich schon etwas neidisch. Jetzt hat es auch bei mir geklappt." Ähnlich dominant war der Cottbuser Schiewer mit Schrittmacher Gerhard Gessler (Erfurt) im Steher-Wettbewerb, der im Gegensatz zur WM bei der EM dem Programm angehört.

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) kann die Titelkämpfe damit bereits vor dem letzten Wettkampftag am Sonntag als vollen Erfolg verbuchen. Mit acht Medaillen, davon zwei goldenen, ist die Zielvorgabe von vier bis sieben Podestplätzen schon jetzt übertroffen worden.

Und es fehlte nicht viel, dann hätte auch Eilers im 1000-Meter-Zeitfahren den Titel gewonnen. Nur 33 Tausendstelsekunden fehlten dem Chemnitzer bei einer Zeit von 1:00,733 Minuten auf den niederländischen Sieger Jeffrey Hoogland. "Das sind nur ein paar Zentimeter, das ist verdammt bitter", sagte Eilers und ergänzte: "Das ist jetzt meine dritte Silbermedaille in dieser Disziplin. Ich habe noch eine Rechnung offen." Aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme im Vorfeld sei er aber noch ein Stück von seiner Bestform entfernt.

Nicht ganz zufrieden war auch Weinstein trotz des dritten Platzes in der Einerverfolgung. "Ich wollte eigentlich ganz oben stehen. Mit der Zeit im kleinen Finale bin ich zufrieden, in der Qualifikation habe ich mich verpokert", sagte Weinstein mit Blick auf die zu kleine Übersetzung. Den Bronzelauf entschied der 23-Jährige dann aber souverän in 4:15,405 Minuten gegen den Russen Alexander Jewtuschenko (4:17,405) für sich. Gold ging an den Italiener Filippo Ganna, der in 4:15,994 Minuten den Portugiesen Ivo Oliveira (4:18,991) klar besiegte.

Spannend war die Entscheidung im Punktefahren. Erst mit dem letzten Sprint sicherte sich Maximilian Beyer Rang drei. Mit 34 Punkten musste er sich nur dem polnischen Sieger Alan Banaszek (49) und dem Dänen Niklas Larsen (45) geschlagen geben. "Nach meiner Unaufmerksamkeit im Ausscheidungsfahren habe ich meinen ganzen Frust rausgelassen", sagte Beyer. Der gebürtige Berliner Andreas Müller, der für den österreichischen Verband startet, belegte mit 29 Zählern Rang vier.

Der dritte Tag wurde allerdings erneut von Stürzen deutscher Fahrerinnen überschattet. Romy Kasper (Forst) kam im Scratch zu Fall und erlitt Verletzungen an der linken Seite. Sie wurde zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht. Dazu stürzte Gudrun Stock im Omnium. Die Münchnerin, die aussichtsreich im Rennen gelegen hatte, fuhr weiter. Die Medaillenchance hatte sie aber eingebüßt, es langte zu Platz sechs. Der Sieg ging an die Britin Katie Archibald. Schon am ersten Tag war der deutsche Frauen-Vierer schwer gestürzt. Dabei hatte Lisa Brennauer einen Oberarm-Kopfbruch erlitten, wie eine weitere Diagnose ergab.

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