Kober pessimistisch

Snowboard-Generationen wetteifern um Olympia-Ticket

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Macht sich nur geringe Hoffnungen auf einen Start in Pyeongchang: Snowboarderin Amelie Kober. Foto: Barbara Gindl

Jetzt zählt es auch für die alpinen Snowboarder. Acht Wochen vor Olympia beginnt für sie die Weltcup-Saison. Der Konkurrenzkampf ist groß. Verschiedene Generationen wollen dabei sein, wenn sich die Randsportart einer größeren Öffentlichkeit präsentieren kann.

Carezza (dpa) - Für die alpinen Snowboarder beginnen sportlich die wichtigsten Wochen seit vier Jahren - und die zweimalige Olympia-Medaillengewinnerin Amelie Kober drückt nur aus der Ferne die Daumen.

Während ihre Teamkollegen am Donnerstag keine zwei Monate vor dem Auftakt zu den Winterspielen in die Weltcup-Saison starten, schindet sie sich in der Reha. Nach ihrer Sprunggelenks-Operation rechnet sich die 30-Jährige für Südkorea nur noch geringe Chancen aus. "Da muss man schon mit realistischen Erwartungen rangehen. Es wäre eher ein Wunder, wenn es klappen würde", sagte Kober der Deutschen Presse-Agentur. Selbst wenn sie rechtzeitig fit wird, droht der erfahrenen Athletin durch junge Rivalinnen das Olympia-Aus.

Ein Generationswechsel prägt den spannenden internen Konkurrenzkampf. "Wir sind nicht erpicht, die Spitze abzulösen. Wir sind froh, dass wir in der Lage sind, entstehende Lücken zu schließen. Das sichert uns ab", sagte der Sportchef von Snowboard Germany, Stefan Knirsch.

Nicht ausgeschlossen, dass der Verband am Ende ohne Kober und die 32-jährige Anke Wöhrer - die zwei einzigen deutschen Snowboarderinnen mit Olympia-Medaillen 2014 in Sotschi - nach Pyeongchang reist. Nicht erst nach Kobers bösem Trainingssturz vor einem Monat scheinen die Jungen vor dem Saison-Auftakt die Nase vorn zu haben.

Ramona Hofmeister, Carolin Langenhorst und Melanie Hochreiter, alle erst 21, sowie die 23-jährige Cheyenne Loch, wollen sich gleich bei den ersten Riesenslalom-Rennen am Donnerstag im italienischen Carezza und Freitag in Cortina d'Ampezzo empfehlen. Jetzt zählt es, der Druck ist groß. Nur vier Teilnehmer dürfen pro Nation bei Olympia starten.

"Die vier jungen Mädels sind in einer sehr, sehr guten Form. Sie sind hungrig und sehr, sehr ehrgeizig und haben meiner Meinung nach auch uns Älteren geholfen, im Training gute Leistungen abzurufen", sagte Kober. "Die Jungen profitieren vielleicht davon, dass man hin und wieder einbringt, dass dieser Sport nicht alles ist und dass man hin und wieder die Dinge auch etwas lockerer sehen sollte."

Einmal in vier Jahren rückt die Sportart mit in den Mittelpunkt, eben wenn es um olympisches Edelmetall geht. Im Weltcup-Betrieb haben es die Snowboarder noch schwerer als bei Olympia, sich neben all den anderen Sportarten zu etablieren. In all dem Wintersport-Trubel mit Biathleten, Skirennfahrern, Rodlern oder Skispringern fällt nicht auf, dass die Raceboarder Spätstarter in die Olympia-Saison sind.

Das große Team mit vielen potenziellen Olympia-Fahrerinnen pushe auf jeden Fall, sagte die WM-Vierte Hofmeister: "Der Punkt ist nicht nur, dass ich mich qualifizieren muss, sondern die anderen den Platz auch haben wollen. Da werden im Hinblick auf Olympia bestimmt die Ellbogen ausgefahren." Bei den Damen ist der Generationswechsel besonders auffallend, aber auch bei den Männern könnte in dem 24-jährigen Stefan Baumeister ein Youngster die Hauptrolle einnehmen.

Als größte Medaillenanwärterin für Südkorea rechnet Kober aber mit einer erfahrenen Kollegin: mit Selina Jörg, 29. "Sie ist jemand, der in den letzten Jahren leider nicht das Quäntchen Glück hatte für eine Medaille. Ich glaube fest, dass so etwas irgendwann zurückkommt."

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