Schwere Verletzung 

Hiobsbotschaft für DSV-Team: Andreas Wellinger verpasst nach Schockdiagnose komplette neue Saison

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Andreas Wellinger muss für lange Zeit auf seine geliebten Skier verzichtenb. Der 23-Jährige fällt nach schwerer Verletzung lange aus. 

Was für eine bittere Nachricht für das Deutsche Skisprungteam. Olympiasieger Andreas Wellinger wird die komplette neue Weltcup-Saison verpassen.

München - Die Hiobsbotschaft kam wie der Blitz aus heiterem Himmel. Skispringer Andreas Wellinger wird nach einem Kreuzbandriss im rechten Knie im kommenden Winter fehlen. Das erklärte der gebürtige Oberbayer am Freitagnachmittag via Instagram: "Vor drei Tagen hatte ich einen Sturz auf der Schanze und spürte Schmerzen im rechten Knie. Nach einer MRT-Untersuchung stellten wir fest, dass mein Knie kaputt und das vordere Kreuzband gerissen ist", schrieb Wellinger. Die bittere Konsequenz: Der nächste Weltcup-Winter wird ohne den Ruhpoldinger stattfinden.

Neben dem Eingriff am Kreuzband, so erklärte DSV-Arzt Peter Brucker, der Wellinger bereits am Donnerstag in München operiert hatte, seien auch beide Menisken genäht worden. "Das vordere Kreuzband wurde durch eine körpereigene Sehne ersetzt, die Operation verlief positiv", wurde Brucker in einer Mitteilung des Deutschen Skiverbandes (DSV) zitiert.

Andreas Wellinger: So kam es zur bitteren Verletzung

Die schwere Verletzung hatte sich Wellinger am Dienstag beim Training im österreichischen Hinzenbach zugezogen, mitten in einer Phase, in der er sich in einer ermutigenden Verfassung wähnte. "Ich hatte mich bisher sehr gut gefühlt, und die Saisonvorbereitung verlief auch nach Plan, umso ärgerlicher ist die Verletzung jetzt", sagte Wellinger, der eine enttäuschende Weltcupsaison 2018/19 hinter sich hatte und sich im kommenden Winter rehabilitieren wollte.

Der neue Bundestrainer Stefan Horngacher bezeichnete den Ausfall des 23-Jährigen als "sehr bitter. Sein Fehlen im kommenden Winter zu kompensieren, wird eine große Herausforderung für uns alle", sagte der österreichische Nachfolger von Erfolgstrainer Werner Schuster. Zumal Wellinger derzeit nicht der einzige personelle Problemfall ist: David Siegel erholt sich gerade von einem im Januar erlittenen Kreuzbandriss, und ob Ex-Weltmeister Severin Freund (nach zwei Kreuzbandrissen) wieder zu alter Stärke findet, ist ungewiss.

Nach schwerer Verletzung: Andreas Wellinger gibt sich kämpferisch - und hat ein großes Ziel

Der meist sehr positiv gestimmte Wellinger zeigte sich mit Blick auf ein Fernziel im Winter 2020/21 bereits kämpferisch. "Ich werde in den nächsten Monaten konzentriert in der Rehabilitation arbeiten und dann die Heim-WM in Oberstdorf ins Visier nehmen. Ich werde so schnell ich kann wieder zurück sein!", schrieb der mehrmalige Olympiasieger von Pyeongchang 2018, für den es nicht der erste Verletzungsschock ist.

Andreas Wellinger: Nicht die erste schwere Verletzung

Im November 2014 war Wellinger im finnischen Kuusamo schwer gestürzt, verlor dabei direkt nach dem Absprung die Kontrolle und schlug hart auf dem Vorbau auf. Er erlitt einen Schlüsselbeinbruch und eine Wirbelsäulenstauchung. "Auch wenn sich das blöd anhört, aber ich glaube, das alles hat mich wieder ein Stück stärker gemacht", blickte er einmal auf diesen Schreckmoment zurück.

Die Unbeschwertheit, die ihn seither auszeichnete, hatte Wellinger jedoch im vergangenen Winter verloren. Permanent war er auf Formsuche, während Markus Eisenbichler und Karl Geiger bei der WM in Innsbruck und Seefeld glänzten. "Ich habe in meiner Karriere schon einige Rückschläge weggesteckt und weiß damit umzugehen", betonte Wellinger in seiner Botschaft aus dem Krankenbett.

SID

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