Rennen in Kitzbühel

Deutsche Slalomfahrer abgeschlagen - Kristoffersen deklassiert Hirscher

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Henrik Kristoffersen.

Die deutschen Slalomfahrer können mit den Abfahrern auch in Kitzbühel nicht mithalten. Henrik Kristoffersen beendet derweil die Siegesserie von Marcel Hirscher.

Am Tag nach dem sensationellen Sieg von Thomas Dreßen bei der Abfahrt in Kitzbühel wurden die verschobenen Kräfteverhältnisse bei den deutschen Ski-Rennläufern noch einmal besonders deutlich. Felix Neureuther bewegte sich an Krücken nur langsam durch den Zielraum, vor ihm auf dem Ganslernhang mühten sich die Kollegen aus der Slalom-Mannschaft vergeblich um eine Spitzenplatzierung. Bester war der lange verletzte Fritz Dopfer auf Rang 18.

"Jetzt reißen uns die Speedjungs raus, weil wir im Technikbereich schon hinten nachhinken", sagte Dopfer, "ich hoffe, dass wir in absehbarer Zeit wieder in die Regionen vorstoßen können."

Dopfer hatte sich trotz eines im November 2016 erlittenen Beinbruchs früh für Olympia qualifiziert, der Weg zurück in die Weltspitze aber ist mühsam. Immerhin: Der zweite Lauf war viel flüssiger, Dopfer verbesserte sich von Platz 26. David Ketterer (Schwenningen), ebenfalls für das Finale qualifiziert, schied aus.

Der zweimalige Kitzbühel-Sieger Neureuther hatte den ersten Slalom der Saison gewonnen, nach dessen Kreuzbandriss siegte bei den folgenden fünf Rennen jeweils Marcel Hirscher. Bei schwierigen Bedingungen mit fortwährendem Schneefall riss die Serie des Österreichers aber beim Heimspiel: Er wurde nach einem verkorksten ersten Lauf Zweiter - mit 0,97 Sekunden Rückstand klar besiegt vom Norweger Henrik Kristoffersen. Rang drei belegte Daniel Yule (Schweiz). "Ich liebe Österreich, ich liebe Kitzbühel", rief Kristoffersen nach seinem zweiten Sieg in "Kitz" nach 2016.

Hirscher verfehlte damit zunächst seinen 54. Weltcupsieg und den Gleichstand mit dem in der ewigen Bestenliste auf Rang zwei platzierten Hermann Maier (Österreich). Die vergangenen anstrengenden Wochen hätten ihre Spuren hinterlassen bei ihm, sagte der Gesamtweltcuspieger, "ich kann es nicht weglügen". Der erste Lauf missriet ihm völlig, wohl auch, weil er den falschen Ski wählte, er betonte aber: "Henrik war eine einsame Klasse für sich."

Außer Ketterer und Dopfer hatte kein Deutscher den zweiten Durchgang erreicht, auch nicht Linus Straßer vom TSV 1860 München, der zuletzt eine aufsteigende Form nachgewiesen und sich für Olympia qualifiziert hatte. Auf dem Ganslernhang, wo er einst das Skifahren lernte und den er deshalb als sein "Wohnzimmer" bezeichnet, schied er bereits nach zehn Fahrsekunden aus. "Ich weiß auch nicht so genau, was da passiert ist. Ein bisschen hinten reingezogen, dann hatte ich die Tore schon zwischen den Beinen. Komisch. Meine Güte, ja, passiert", sagte er.

Nächster Versuch: Dienstag in Schladming. Beim Nachtrennen.

sid

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