"Das wird das härteste Spiel der Serie"

Schneller als die Bayern: EHC will Titel am Freitag

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Der EHC Red Bull München (blaue Trikots) könnte bereits am Freitag erstmals Deutscher Meister werden. Wolfsburg braucht ein Eishockey-Wunder.

Wolfsburg/München - Der EHC Red Bull München will schon am Freitag in Wolfsburg mit dem vierten Sieg im vierten Finale den ersten Titelgewinn perfekt machen. Die Grizzlys brauchen ein Wunder.

Einmal will der EHC Red Bull dem großen FC Bayern einen Schritt voraus sein: Einen Tag bevor die Münchner Serienmeister in der Fußball-Bundesliga ihren 26. Titel perfekt machen könnten, sollen schon bei den Eishockey-Spielern die Korken knallen. „Wir wollen es so schnell wie möglich“, sagte Stürmer Ulrich Maurer vor dem vierten Play-off-Finale am Freitag (19.30 Uhr, bei Merkur.de im Live-Ticker) bei den Grizzlys Wolfsburg.

Der Silberpokal der Deutschen Eishockey Liga (DEL) steht griffbereit hinter der Bande, wenn die Münchner den „Sweep“, den Triumph im Schnelldurchgang mit vier Siegen in vier Spielen, versuchen. Gelingt der erste Titelgewinn sechs Jahre nach dem Aufstieg schon mit dem ersten Matchball am Freitag, soll am Montag gefeiert werden. Allerdings nicht wie Thomas Müller und Co. auf dem Rathausbalkon über dem Marienplatz, sondern „zu Hause“ im Olympiapark.

1994, als die deutschen Eishockey-Stars Dieter Hegen und Gerd Truntschka mit dem EC Hedos triumphierten, durften sie noch in bester Bayern-Manier mitten in Münchens Innenstadt jubeln. Diesmal fürchten die Verantwortlichen einen leeren Marienplatz und feiern wie die Barons 2000 lieber in kleinerem Kreis. Denn die Eishockey-Begeisterung hält sich trotz des Play-off-Siegeszugs der Bullen in der Fußball-Metropole in Grenzen: 600 Fans begleiten ihr Team nach Wolfsburg; wer daheim bleibt, kann in diversen Sportbars zuschauen, ein Public Viewing im Eisstadion - wie vor einem Jahr mit 11.000 Fans in Mannheim - gibt es nicht.

Mateschitz kommt nicht zum Finale

Und auch der Boss bleibt zu Hause. Der österreichische Brause-Milliardär Dietrich Mateschitz, der mit Red Bull den Klub vor drei Jahren übernahm, ist beim möglichen ersten Titelgewinn seines deutschen Eishockey-Ablegers nicht vor Ort. Was die Bullen mit dem größten Etat der DEL sportlich erreichen, verfolgt er wie schon in den vergangenen Jahren nur von Salzburg aus. Das Duell seines Teams mit dem VW-Klub Wolfsburg ginge bei einem Münchner Sieg am Freitag mit einem Schnitt von 5323 Zuschauern als die am schlechtesten besuchte Finalserie in die DEL-Geschichte ein.

Nach dem 4:1 der gnadenlos effektiven Red Bulls am vergangenen Dienstag spricht alles für den Vorrundensieger. Die Wolfsburger, die schon bei ihrer ersten Finalteilnahme 2011 gegen die Eisbären Berlin kein einziges Spiel gewannen, gehen auf dem Zahnfleisch. Stürmer Sebastian Furchner, bester Grizzlys-Scorer der Vorrunde, und US-Verteidiger Robert Bina fehlten ohnehin schon verletzt, Jungstar Fabio Pfohl schied mit Verdacht auf Gehirnerschütterung aus. Dennoch warnte Münchens Torhüter David Leggio: „Das wird das härteste Spiel der Serie.“

Den Wolfsburgern hilft nur noch ein Eishockey-Wunder. Noch nie hat in der DEL ein Team nach einem 0:3-Rückstand eine Best-of-seven-Serie noch gewonnen. Trainer Pavel Gross will darüber gar nicht nachdenken, sondern nur auf Freitag schauen: „Wir haben keine großen Pläne, sondern nur den einen, das nächste Spiel zu gewinnen, sonst nichts.“

SID

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