Aufsteigende Form

Das Rezept von Biathletin Dahlmeier: Jeden Tag genießen

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Laura Dahlmeier zeigt sich im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele in aufsteigender Form. Foto: Matthias Balk

Laura Dahlmeier ist auf der Suche nach der verlorenen Form ein gutes Stück weitergekommen. Deutschlands "Sportlerin des Jahres" wähnt sich nach zwei Krankheitspausen auf einem guten Weg. Dahlmeier lernt schnell, glaubt Magdalena Neuner.

Ruhpolding (dpa) - Biathlon-Star Laura Dahlmeier höchstpersönlich hat das Krisengerede für beendet erklärt.

"Jetzt kann man auch wieder Ruhe einkehren lassen. Und sehr zuversichtlich und mit Selbstvertrauen in die Zukunft schauen", sagte Dahlmeier nach dem am Ende mit dem Sprung auf das Podium gelungenen Härtetest bei den Heim-Weltcups in Oberhof und Ruhpolding. "Jetzt heißt es gut regenerieren, um nicht Gefahr zu laufen, wieder krank zu werden", sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig.

"Ich würde sagen, dass ich eine sehr gute Form habe und nicht immer nur von einer mittelmäßigen sprechen", meinte Dahlmeier. Sie könne jetzt aber nicht sagen, "sind es 89 Prozent oder 98? Oder 100 oder 102 Prozent?" Nach der Olympia-Einkleidung in München geht es in Antholz zur Südkorea-Generalprobe - die drei in Südtirol anstehenden Rennen sind wichtig für den weiteren Formaufbau.

Nach ihrer zweiten Krankheitspause war die 24-Jährige zu Jahresbeginn in Oberhof in Verfolgung und Sprint auf die Plätze 13 und sieben gelaufen. In der Staffel wurde Deutschlands "Sportlerin des Jahres" dann geschont, trotzdem schaffte es das Hönig-Team als Zweiter auf das Podest. Beim Auftakt in Ruhpolding musste die siebenmalige Weltmeisterin mit Platz 48 im Einzel sogar ihr schlechtestes Karriere-Resultat verkraften - die Alarmglocken läuteten.

Doch dann führte sie die Staffel als Schlussläuferin zum Sieg und musste sich im Massenstart-Finale nur der Finnin Kaisa Mäkäräinen im Zielsprint um 0,8 Sekunden geschlagen geben. Zufrieden war die Gesamtweltcup-Siegerin trotzdem: "Es war ja noch nicht der Saisonhöhepunkt."

Auch wenn die Vorbereitung Dahlmeiers im Olympia-Winter durch die Erkältungen arg beeinträchtig war, will sie sich nicht in Watte packen. "Ich habe nicht vor, mich vor irgendetwas zu fürchten", sagte sie. "Ich freu' mich auf alles, was noch kommt. Auf die Rennen, auf die Olympia-Vorbereitung. Ich versuche, einfach jeden Tag zu genießen. So gehe ich in die Zukunft."

Trainer Hönig will sein Juwel bis zu den Winterspielen im Februar in Pyeongchang pflegen. "Wir müssen versuchen, Laura von allen Nebenschauplätzen abzuschotten, dass sie sich wirklich auf ihre Rennen konzentrieren kann und auch ihre Freiräume bekommt."

Dahlmeier scheint in die Rolle des Superstars hineinzuwachsen. Sie ist ja nach ihrer WM-Gala in Hochfilzen im vorigen Jahr nicht nur als Biathletin gefordert. "Manche brauchen länger, um zu akzeptieren, dass das zum Leistungssport auch dazugehört. Dass es halt nicht nur Sporteln ist, sondern auch Presse, Interviews und auch mal der eine oder andere Termin am Abend, wo man es sich nicht gemütlich machen kann", beschreibt Magdalena Neuner die Anforderungen.

Die Rekordweltmeisterin war bei ihrem steilen Aufstieg 2007/2008 in einer ähnliche Situation. "Ich wusste auch nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich hätte mich auch am liebsten daheim eingesperrt, weniger gemacht", sagte Neuner. "Da hatte ich gute Leute, die mich an die Hand genommen haben. Ich bin mir sicher, dass die Laura die auch hat."

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