Spiel um gute Ausgangslage

Viel Lob für Eishockey-Team vor Vorrunden-Abschluss gegen Norwegen

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Trainer Marco Strum will mit Deutschland endlich punkten.

Keine Punkte, viel Selbstvertrauen: Die starke Leistung gegen Weltmeister Schweden trotz Niederlage lässt Deutschlands Eishockey-Cracks vom Olympia-Coup träumen.

Pyeongchang - Trotz null Punkten aus zwei Spielen denkt DEB-Chef Franz Reindl nach den bisherigen Olympia-Auftritten des Eishockey-Teams bereits wieder an den größten deutschen internationalen Coup überhaupt: Olympia-Bronze 1976. „Da kommen schon Erinnerungen zurück“, sagte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) am Samstag nach der nur knapp verpassten Überraschung gegen Weltmeister Schweden am Vortag. Reindl war vor 42 Jahren als Spieler in Innsbruck mit dabei gewesen. „Man wünscht sich, dass die Jungs genauso brennen. Und das tun sie. Man sieht das Funkeln in den Augen. Das sieht man auch bei den Auftritten hier.“

Trotz eines guten und eines ganz starken Auftritts gegen die Mitfavoriten Finnland (2:5) und Schweden (0:1) steht das Team von Bundestrainer Marco Sturm aber immer noch mit null Punkten da. Am Sonntag im letzten Gruppenspiel gegen Norwegen (04.10 Uhr/ARD und Eurosport) geht es um eine gute Position für das K.o.-Spiel am Dienstag um die erste Viertelfinal-Teilnahme bei Olympia seit 2002. „Wir brauchen eine gute Ausgangslage. Die Punkte würden uns schon guttun“, bekannte Reindl. Gelingt endlich der erste Sieg bei Olympischen Winterspielen seit 16 Jahren, bekäme Deutschland im Zwischenrunden-Spiel einen vermeintlich leichteren Gegner.

2,8 Millionen fiebern mit

„Jetzt geht das Turnier erst richtig los für uns“, sagte Bundestrainer Sturm. Stürmer Patrick Reimer ergänzte: „Wenn wir die Leistung weiter bringen, müssen wir uns vor niemanden mehr verstecken in diesem Turnier.“ Lediglich je zwei Latten- und Pfostenschüsse hatten den Coup in laut Reindl „einem der besten Spiele der vergangenen Jahre“ verhindert. Auf der Tribüne hatten DOSB-Präsident Alfons Hörmann und deutsche Athleten ebenso mitgefiebert wie die TV-Zuschauer daheim. 2,8 Millionen Menschen am frühen Freitagnachmittag deutscher Zeit im ZDF sorgten für die beste Quote bei der Übertragung eines Eishockeyspiels seit vielen Jahren.

Auch am Samstag beim Besuch im Deutschen Haus in den Bergen von Pyeongchang erhielt Reindl stellvertretend fürs Team viel Anerkennung für die Leistung. Etliche Funktionäre und Athleten klopften Reindl auf die Schulter und sprachen ihn auf den Krimi an. Durch die Nicht-Teilnahme der NHL-Spieler an Olympia rechnet sich auch das DEB-Team inzwischen Chancen auf eine große Überraschung aus.

Toreschießen großes Problem

„Die Mannschaften rücken dadurch etwas mehr zusammen“, sagte Kapitän Marcel Goc in der ARD zum Verzicht der besten Liga der Welt auf eine Olympia-Spielpause. „Wir hatten schon Überraschungen zu Beginn. Wer weiß, was noch alles kommt.“ Auch Sturm demonstrierte vor der entscheidenden Turnierphase Selbstvertrauen: „Wir haben jetzt gesehen: Wir können mithalten mit den großen Nationen. Es kann alles passieren.“

Das größte Problem dabei bleibt das Toreschießen auf internationalem Niveau. Bereits gegen Finnland hatten die deutschen Angreifer bei positiver Schussbilanz teils beste Chancen nicht genutzt. „Wir brauchen ein paar mehr Tore, um Spiele zu gewinnen. Aber das kommt, da bin ich mir ganz sicher“, sagte Sturm. Mit einer starken Torhüterleistung wie von Timo Pielmeier gegen Schweden hat die DEB-Auswahl selbst bei Pech im Torabschluss Chancen, Spiele zu gewinnen. Münchens Danny aus den Birken hatte dagegen gegen Finnland bei nur 20 Schüssen fünf Treffer kassiert, bekam für das wichtige Spiel gegen Norwegen aber überraschend trotzdem wieder das Vertrauen von Sturm.

dpa

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