Winterspiele in Pyeongchang

Skispringen bei Olympia 2018: Das ist der deutsche Kader

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Medaillenhoffnung aus deutscher Sicht: Richard Freitag in Zakopane. 

Die Olympischen Winterspiele 2018 rücken unaufhaltsam näher. Doch wer darf in Pyeongchang mit dabei sein? Wir stellen Ihnen den Kader der deutschen Skispringer vor und analysieren die Chancen auf Edelmetall. 

Pyeongchang - Alle vier Jahre kennt die Wintersport-Saison nur ein Highlight: Olympia. Jeder Sportler, jede Sportlerin ordnet ihrem großen Traum von der Medaille alles unter. Die Trainingssteuerung kennt in dieser Phase keine anderen Wettbewerbe. Verlief die Saison noch so bescheiden, kann eine Olympische Medaille alle Tränen und Qualen vergessen machen. 

Doch noch vor dem eigentlichen Start mussten sich die Skispringer zunächst für die Winterspiele in Pyeongchang qualifizieren. Dazu legte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bestimmte Kriterien fest, über die sich die Athleten einen Startplatz im deutschen Kader sichern konnten: die sogenannte Norm. Eine Hürde, die willkürliche Entscheidungen seitens der Trainer verhindern soll. Damit schlussendlich tatsächlich die besten deutschen Skispringer die Bundesrepublik in Pyeongchang vertreten. Die offizielle Kader-Bekanntgabe fand am 23. Januar 2018 statt. Wir geben Ihnen einen Überblick und analysieren die deutschen Medaillenchancen. 

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Olympia 2018 in Pyeongchang: Diese Athleten sind qualifiziert

Der Kader der deutschen Skispringer steht mittlerweile fest. Alle Springerinnen und Springer, die im Einzelspringen einen Platz unter den ersten Acht oder zwei Plätze unter den ersten 15 innerhalb der Weltcup-Saison 2017/2018 (bis zum 21. Januar 2018) ergattern konnten, dürfen sich auf die Reise nach Südkorea freuen. 

Insgesamt gehen für Deutschland damit vier Springerinnen und fünf Springer an den Start - das ist die maximale Anzahl an Athleten, die jede teilnehmende Nation für Olympia abstellen darf. Das gilt sowohl für das Einzelspringen als auch für den Teamwettbewerb. Dennoch stellt das Teamspringen in gewisser Weise eine Ausnahme dar. Bei den Herren darf ein weiterer Akteur, ein Ersatzathlet, nominiert werden. Der im Falle einer Verletzung eines Teamkollegen einspringen dürfte. Die Frauen treten nicht im Teammodus gegeneinander an. 

Damen: 

  • Katharina Althaus
  • Juliane Seyfarth
  • Ramona Straub
  • Carina Vogt

Herren: 

  • Richard Freitag
  • Markus Eisenbichler
  • Karl Geiger
  • Stephan Leyhe
  • Andreas Wellinger
    Hinweis: Bei den Skispringern hatten neben dem oben aufgelisteten Quintett auch Pius Paschke und Constantin Schmid die Norm für eine Qualifikation bei Olympia 2018 erfüllt. Die Wahl von Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster fiel jedoch auf Stephan Leyhe und Karl Geiger.  

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Olympia 2018 in Pyeongchang: Das ist die Form der deutschen Skispringer 

Pünktlich vor den Olympischen Winterspielen 2018 scheinen die deutschen Skispringer in Bestform zu kommen. Beim Weltcup im polnischen Zakopane zeigten die DSV-Adler um Andreas Wellinger und Richard Freitag eine ansprechende Leistung. Wellinger sprag im Einzel auf Platz zwei, Freitag holte sich mit seinem zehnten Platz die Gesamtführung im Weltcup von Kamil Stoch zurück. Für Freitag ging es in Zakopane nach seinem Sturz bei der Vierschanzentournee primär darum, wieder die nötige Sicherheit zurückzugewinnen. Bei instabilen Wetterverhältnissen hinterließ er erfreulicherweise einen guten Eindruck. 

Auch als Team konnten die deutschen Adler ebenfalls überzeugen: Eisenbichler, Leyhe, Wellinger und Freitag landeten hinter Polen auf Rang zwei und gaben den Medaillen-Hoffnungen bei Olympia in Südkorea neuen Nährboden. 

Die Olympia-Generalprobe in Willingen war für die DSV-Adler unbefriedigend. Freitag landete nur auf Rang 28. Auch Wellinger konnte als Zehnter nicht das erhoffte gute Resultat mit nach Südkorea nehmen. Das Ziel der Ski-Adler in Pyeongchang ist je eine Medaille im Team und im Einzel. Trotz der zuletzt durchwachsenen Form gelten dafür vor allem Freitag als Weltcup-Zweiter und der Tournee-Zweite Wellinger als Kandidaten.

Bei den Damen hat Katharina Althaus im slowenischen Ljubno mit ihren zweiten und dritten Platz ein Ausrufezeichen gesetzt. Zugleich konnte sie mit dieser Wertung ihren zweiten Rang im Gesamtweltcup sichern. Ihre Podest-Serie setzt sich damit fort - bislang gelang ihr in acht Weltcup-Springen achtmal auf dem Podest zu landen. 

Auch Carina Vogts Formkurve zeigt mit den beiden fünften Plätzen weiter nach oben. Juliane Seyfarth (Platz acht) und Ramona Straub (Platz 14) zeigten ebenfalls eine gute Performance.  

Olympia 2018 in Pyeongchang: Die Skispringer im Medaillen-Check 

Richard Freitag: Der Sachse ist nach wie vor der große Hoffnungsträger bei den Männern. Nach seinem schmerzhaften Sturz bei der Vierschanzen-Tournee in Innsbruck meldete der 26-Jährige schnell Entwarnung. Bereits bei der FIS Skiflug WM 2018 in Oberstdorf ging er wieder an den Start. Olympia kann kommen - eine Medaille auch. 

Andreas Wellinger: Neben Richard Freitag ist der Tournee-Zweite die größte deutsche Medaillen-Hoffnung. Bereits fünfmal grüßte der Traunsteiner vom Podest, einmal thronte er sogar von ganz oben. 

Markus Eisenbichler: An einem perfekten Tag springt auch Eisenbichler um Edelmetall. Allerdings lässt der Deutsche in entscheidenden Momenten oftmals die letzte Entschlossenheit vermissen. Derzeit rundet der 26-Jährige die Top Ten der Gesamtwertung ab. 

Stephan Leyhe: Konnte wie bereits oben angesprochen im Teamgefüge überzeugen und hat sich sein Startplatz bei Olympia 2018 redlich verdient. Im Einzel scheint eine Medaille unwahrscheinlich - im Team besteht große Hoffnung.  

Karl Geiger: Vom Oberstdorfer, der während der Saison konstant unter die besten 15 sprang, werden logischerweise keine Heldentaten erwartet - wenn er allerdings gebraucht wird, dann muss er da sein. 

Olympia 2018 in Pyeongchang: Die Skispringerinnen im Medaillen-Check 

Katharina Althaus:

Platz zwei in der Gesamtwertung, Platz eins bei Olympia? Gemeinsam mit der Norwegerin Maren Lundby dominiert Althaus die Konkurrenz. Jetzt kann sie in Pyeongchang nach den Sternen greifen. 

Carina Vogt: Sie weiß, wie es geht. Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 wurde sie beim erstmals olympisch ausgetragenen Frauen-Skispringen Olympiasiegerin. Kommt es zum großen Revival in Pyeongchang? 

Juliane Seyfarth: Will als als drittbeste Deutsche in der Gesamtwertung auch bei Olympia für Wirbel sorgen. Das wird ihr auch gelingen, für das Podest reicht es wohl aber nicht. 

Ramona Straub: Eine Medaille erscheint unwahrscheinlich, eine gute Platzierung jedoch nicht.  

Skispringen bei Olympia 2018 in Pyeongchang: Das ist der Zeitplan

Herren:

Samstag, 10. Februar 2018: 13.35 Uhr (Ortszeit: 21.35 Uhr): Skispringen, Normalschanze Herren

Samstag, 17. Februar 2018: 13.30 Uhr (Ortszeit: 21.30 Uhr): Skispringen, Großschanze Herren

Montag, 19. Februar 2018: 13.30 Uhr (Ortszeit: 21.30 Uhr): Skispringen, Großschanze Team Herren

Damen:

Montag, 12. Februar 2018: 13.50 Uhr (Ortszeit: 21.50 Uhr): Skispringen, Normalschanze Damen

Christoph Engelmann

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