Minus 20 Grad in Pyeongchang

Olympia: Darum kosten die Socken der Österreicher 200 Euro

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Das deutsche Team bekam bei der Einkleidung „nur“ normale Socken.

Bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang könnten extreme Temperaturen um minus 20 Grad zum Problem werden. Da heißt es: Warm anziehen. 

Pyeongchang - Die olympischen Athleten müssen sich bei den Winterspielen so richtig warm anziehen. Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt um minus 20 Grad Celsius sind in den Bergen von Pyeongchang bereits gemessen worden. „Ich habe zwei Ski-Unterwäschen eingepackt und Heizsocken“, sagte Viktoria Rebensburg, Olympiasiegerin im Riesenslalom von 2010. In Alpensia, Bokwang und Jeongseon, wo neben Ski alpin in weiteren sieben Sportarten die Olympiasieger gekürt werden, wurden am Montag - bei Sonnenschein - Temperaturen von -11,7 bis -17,6 gemessen. Österreichs Athleten wurden mit mehr als 200 Euro teuren Socken ausgestattet, deren eingebaute Heizung per Handy-App reguliert werden kann.

Biathleten haben ab minus 20 Grad Pause

Mit dem oft kräftigen Wind wurde vom offiziellen olympischen Wetterdienst -23,2 Grad als gefühlte Kälte angegeben. Als Rekord-Tiefsttemperatur gelten für diese südkoreanische Region die -24,1 Grad vom 13. Februar 2008. „Das kann zum Problem werden“, meinte der deutsche Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig, der als Vorhut schon fast zwei Wochen vor Ort ist - und ordentlich fror.

Bei extremer Kälte könnten Wettbewerbe in der Loipe, an den Hängen oder auf den Schanzen abgesagt werden. Meistens gibt es Richt- und keine Grenzwerte dafür. Erst ab -20 Grad ruhen Ski und Kleinkalibergewehr nach dem Regelwerk im Biathlon. Langlauf kann bis -20 Grad betrieben werden, ist aber auch schon bei „wärmeren“ Temperaturen abgesagt worden. Bei den vorolympischen Wettbewerben in Pyeongchang war es 2017 nachts so garstig kalt, dass Langlauf und Kombination diesmal bereits tagsüber stattfinden.

Hart beim Frieren sind die Skispringer. „Den Punkt, dass Springen nicht mehr möglich ist, gibt es nicht“, erklärte Markus Eisenbichler. „Wir sind schon bei -25 Grad in Kuusamo gesprungen, das ist jetzt nicht das Problem für uns.“ Eine spezielle Vorbereitung für frostige Flüge von der Schanze gebe es nicht: „Das stecken wir weg.“

„Rettungspakete“ für Athleten

Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster hat sich über das Kälte-Thema deshalb noch keine Gedanken gemacht. „Die niedrigen Temperaturen haben dann ja alle, das ist ja nicht nur für uns kalt“, meinte er cool. „Wir nehmen das mal als gutes Omen und sagen, wenn es sehr kalt ist, ist es nicht so windig.“

Auch der Sportdirektor der deutschen alpinen Skifahrer blickt gelassen auf das Thermometer. „Wir sind schon bei minus 33 Grad gefahren. So kalt wird es nicht werden“, sagte Wolfgang Maier. Deshalb sollte man das Thema Kälte nicht überbewerten und froh sein, nicht wie im Dezember und Januar Regen zu haben.

Abwarten will Bernard Loer, Bundestrainer für Snowboardcross, die meteorologische Entwicklung, da seine Asse erst am 15. Februar in die olympischen Rennen gehen. „Es wäre schon schön, wenn es ein bisschen wärmer wäre in der Zeit“, sagte er. Denn: „Extreme Kälte ist nicht gut fürs Material. Es ist aber für alle gleich.“

Zumindest für die Eröffnungsfeier am Freitag gab es Entwarnung. Laut Wetterprognose soll es vier Grad warm werden. Die Organisatoren verteilen dennoch vorsorglich an jeden Zuschauer im Olympiastadion ein „Rettungspaket“ mit Pudelmütze, Poncho, Wolldecke sowie Hand- und Fußwärmern. Nach dem Einmarsch warten auf die Sportler geheizte Sitze.

dpa

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