Nach Absage an München und Hamburg

IOC-Präsident Bach: Würde deutsche Olympia-Bewerbung „sehr begrüßen“

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IOC-Boss Bach hofft auf eine deutsche Olympia-Bewerbung

IOC-Präsident Thomas Bach hofft auf eine zukünftige deutsche Kandidatur für die Ausrichtung Olympischer Spiele.

Pyeongchang - „Ich würde auch eine deutsche Bewerbung sehr begrüßen“, sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees der „Sport Bild“ (Mittwoch). Dies müsse der Deutsche Olympische Sportbund entscheiden. „Dann ist die Bundesregierung gefragt. Wenn ein Pflänzlein wächst, hoffe ich, dass sie sich eindeutiger bekennt als sie es zuletzt bei Hamburg getan hat.“ Zuletzt waren in Deutschland Referenden über eine Bewerbung für die Sommerspiele 2024 in Hamburg und Winterspiele 2022 in München gescheitert.

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Der scheidende Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte zuletzt erklärt, dass er eine deutsche Olympia-Bewerbung gegenwärtig nicht für sinnvoll erachte. „Ich halte den Zeitpunkt in der Tat für zu früh“, sagte der CDU-Politiker vergangene Woche bei Olympia in Pyeongchang. Altkanzler Gerhard Schröder hatte sich zuvor für Olympische Spiele in Berlin stark gemacht.

Bach: „2026 sollte wieder etwas Klassisches her“

Bach betonte, dass es aus seiner Sicht nach den Winterspielen in Südkorea und in Peking 2022 an der Zeit sei, „die Wurzeln wieder zu nähren. 2026 sollte wieder etwas Klassisches her, wobei traditioneller Wintersportort nicht gleichzusetzen ist mit Europa.“ Derzeit sind vier Städte im Rennen: Sion (Schweiz), Stockholm (Schweden), Calgary (Kanada) und Sapporo (Japan). Bis 31. März müssen Interessenten offiziell in den Dialog mit dem IOC einsteigen.

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Bach verteidigte die Vergabe der Winterspiele in wenig traditionelle Wintersportgebiete. „Es kann nicht sein, dass manche mit europäischer Arroganz sagen, was brauchen die in Asien Sportstätten, wo wir doch so schöne hier in Europa haben“, sagte der frühere DOSB-Chef. „Man muss auch solchen Orten eine Chance geben. Pekings Ziel ist es, 300 Millionen Chinesen aktiv zum Wintersport zu bringen. Schon 200 Millionen wären mehr, als es in ganz Europa gibt.“

Wäre Berlin bereit für Olympia?

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller zeigt sich offen für eine Olympia-Bewerbung der deutschen Hauptstadt. „Paralympische und Olympische Spiele gehören zu den herausragenden und mitreißendsten Sportereignissen weltweit“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Die internationale Sportmetropole Berlin mit ihren ausgezeichneten Wettkampfstätten ist ein exzellent geeigneter Kandidat für die Austragung der Spiele.“

Allerdings muss aus seiner Sicht hinter einer möglichen Bewerbung ganz Deutschland stehen. „Sollte es den Willen geben, die Spiele nach Deutschland zu holen, bedarf es einer nationalen Bewerbung, hinter der sich Sport und Politik in Bund und Land geeint versammeln“, so Müller. „Ein neuerliches Schaulaufen um den nationalen Bewerber darf sich nicht wiederholen.“ 2015 war Berlin bei einem nationalen Vorausscheid Hamburg unterlegen, ehe eine knappe Mehrheit der Hansestädter bei einer Volksabstimmung gegen Olympia votierte.

In der vergangenen Woche hatte sich der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) für eine neue deutsche Olympia-Bewerbung stark gemacht. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte er am Rande der Winterspiele in Pyeongchang: „Ich fände es gut, wenn wir uns noch einmal bewerben würden. Der einzige Ort, der eine Chance hätte, wäre Berlin.“

dpa

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