Rekord knapp verpasst

Goldrausch in Pyeongchang: Partystimmung im "Team D"

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Die ersten deutschen Olympiasieger in Pyeongchang: Andreas Wellinger und Laura Dahlmeier.

Das deutsche Team ist so erfolgreich wie seit 46 Jahren nicht in Olympische Winterspiele gestartet. Edelfan Frank-Walter Steinmeier jubelte kräftig mit.

Pyeongchang - Erst Laura Dahlmeier und Andreas Wellinger, dann sensationell auch Arnd Peiffer: Das deutsche Team ist nach drei Olympiasiegen innerhalb von genau 24 Stunden bei den Winterspielen in Pyeongchang im Goldrausch - eine historische Bestleistung wurde nur wegen des Patzers von Rodler Felix Loch verpasst. Dennoch feierte das "Team D" den besten Start bei Winterspielen seit 46 Jahren.

Drei Olympiasiege deutscher Teams (BRD/DDR) an den ersten beiden Wettkampftagen bei Winterspielen waren zuletzt 1972 in Sapporo/Japan gelungen, die "goldenen Vier" gab es noch nie. Nach Lochs Blackout durfte sich immerhin Johannes Ludwig noch über Bronze freuen.

Steinmeier: „Einfach wunderbar“

"Dieser Start wird unserem Team Deutschland Motivation und Rückenwind geben", hatte Hörmann schon nach dem Doppel-Gold durch Biathlon-Queen Dahlmeier und Skisprung-König Wellinger am Samstag gesagt - dann düpierte Peiffer im Sprint die Biathlon-Weltspitze.

Gold, Silber, Bronze: Alle Entscheidungen im Überblick

Den Beistand von Edelfan Frank-Walter Steinmeier hatte Peiffer gar nicht mehr nötig gehabt. Der Bundespräsident saß zu diesem Zeitpunkt schon wieder im Flieger in die Heimat. Aber schon am Samstag war ihm trotz eiskalter Temperaturen warm ums Herz geworden.

"Einfach wunderbar", sagte Steinmeier, der nach Wellingers Flug in den siebten Himmel in einer deutschen Teamjacke und roten Handschuhen begeistert auf der Tribüne auf und ab hüpfte. "Die Krönung war, dass wir diesen historischen Tag gemeinsam mit unserem Bundespräsidenten und seiner Frau genießen und Emotion pur erleben konnten", sagte Hörmann.

Wiedergutmachung für Sotschi

Nach dem mit Abstand schlechtesten Mannschaftsergebnis seit der Wiedervereinigung bei den Winterspielen in Sotschi 2014 mit nur 19 Medaillen (8-6-5) hofft der DOSB mehr denn je auf ein südkoreanisches Wintermärchen. "Wir sehen diese Spiele sehr optimistisch. Wir haben einige Eisen im Feuer. Nicht alle kann man zu Medaillen schmieden, aber sicher einige", sagte Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig.

Hörmann freute sich ebenfalls über einen "Auftakt nach Maß", im SID-Gespräch warnte er aber vor überzogenen Erwartungen: "Wir müssen weiter mit Geduld und Demut unterwegs sein und schauen, wie sich die Dinge entwickeln."

Die Stimmung im "Team D" ist nach den Auftakterfolgen aber glänzend. Während Dahlmeier und Wellinger das deutsche Haus mit Sekt fluteten, ließen sich auch andere Athleten von der Euphorie anstecken. "Ich freue mich brutal", sagte Ski-Shootingstar Thomas Dreßen. Als die Siegesfeier von Dahlmeier und Wellinger tief in der Nacht ihren Höhepunkt erreichte, lag Dreßen allerdings zur Vorbereitung auf die dann letztlich abgesagte Abfahrt schon im Bett.

Bis zu Wellingers Abflug um 5.00 Uhr morgens wurde im deutschen Haus immer wieder "Oh, wie ist das schön" angestimmt. Das Bier floss dazu in Strömen, die Tanzfläche wurde gestürmt. "Geteilte Freude ist doppelte Freude. Es hat viel Spaß gemacht, die Stunden mit Andi zu verbringen", sagte Dahlmeier. Es soll nicht der letzte feuchtfröhliche Abend gewesen sein.

Der Medaillenspiegel der Spiele

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