Biathlon-Ikone vor Karriereende?

Björndalen nicht für Olympia nominiert

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Ole Einar Björndalen wird diesmal nicht bei Olympia starten.

Achtmal Gold, viermal Silber und einmal Bronze: Doch in den kommenden Olympiaspielen geht Ole Einar Björnalen nicht mehr auf Medaillenjagd. Seine Ergebnisse sind zu schlecht. 

Oslo - Der norwegische Biathlon-Superstar Ole Einar Björndalen verpasst seine siebten Olympischen Winterspiele. Wie Norwegens Olympisches Komitee (Norges idrettsforbund/NIF) am Montag bekannt gab, erhält der 43-Jährige kein Ticket für Pyeongchang (9. bis 25. Februar).

Kein „Gnadenakt“

"Die Ergebnisse, die Ole Einar Björndalen während der laufenden Weltcup-Saison erzielt hat, sind nicht gut genug. Er hat leider nicht die Kriterien der Auswahl erfüllt", sagte NIF-Sportchef Tore Övrebö.

Björndalen reagierte enttäuscht: „Ich glaube, ich hätte in Form kommen können bis Olympia“, sagte er dem Fernsehsender TV2. „Es ist blöd, dass ich nicht dabei sein kann.“ Zugleich räumte der Biathlon-König ein: „Der Tag musste kommen, und jetzt ist er hier.“ Norwegen schicke eine sehr starke Mannschaft nach Südkorea.

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Mit Platz 42 im Einzelrennen beim Weltcup in Ruhpolding hatte der achtmalige Olympiasieger auch im letzten Anlauf die sportlichen Kriterien für Pyeongchang nicht erfüllt. Nur ein Gnadenakt hätte dem erfolgreichsten Athleten in der Geschichte von Winterspielen noch das Ticket nach Südkorea einbringen können. Für Pyeongchang wurden die Brüder Johannes Thingnes und Tarjei Bö, Emil Hegle Svendsen, Lars Helge Birkeland, Henrik L'Abee-Lund und Erlend Bjoentegaard als Vertreter Norwegens ausgewählt. 

„Es muss so kommen“

Durch das Verpassen seiner siebten Winterspiele stellt sich nun auch unweigerlich die Frage nach dem baldigen Karriereende des Altmeisters. "Notnagel oder Ersatzmann, das war nie seine Sache", sagte Männer-Bundestrainer Mark Kirchner dem SID: "Ole hatte sensationelle Erfolge. Aber irgendwann ist es normal, dass man mit über 40 nicht mehr mit Mittzwanzigern mithalten kann", sagte der 47-Jährige weiter, der selbst noch gegen Björndalen gelaufen war. 

Fast schon mitleidig fügte Kirchner an: "Er hatte bis zuletzt noch seine Erfolge. Wenn man die Chance nicht nutzt, seine Karriere zu beenden, muss es so kommen." Björndalen hatte 1994 beim Heimspiel in Lillehammer sein Olympia-Debüt gefeiert. 94 Siege in 575 Weltcuprennen, 45 WM- und 13 Olympiamedaillen (8 Gold/4 Silber/1 Bronze) schmücken die beeindruckende Bilanz des "Kannibalen". Bei den Spielen von Salt Lake City 2002 gewann Björndalen bei allen vier Starts Gold.

Karriererende? „Muss mich sammeln“

Kommentatoren im norwegischen Fernsehen spekulierten, das Olympia- Aus könne für Björndalen auch das Karriereende bedeuten. Der Athlet sagte dazu, er werde nach der Saison entscheiden, wie es weitergeht. Er plane, bei der EM Ende Januar in Italien anzutreten. „Die Motivation wird überhaupt kein Problem. Jetzt muss ich mich nur sammeln“, sagte er.

Sein langjähriger Widersacher Greis glaubt, dass Björndalen sich auf einen Abschied beim nach Olympia in Oslo stattfindenden Weltcup vorbereitet. „Ich würde mich freuen, wenn der König der Biathleten dort noch mal seine Extraklasse unter Beweis stellt und ihm ein würdiger Abschied bereitet wird“, sagte der dreimalige Olympiasieger und Weltmeister.

sid / dpa

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