Am Mittwoch geht es weiter

Nach dem Eishockey-Märchen: Keine Pause für die Olympia-Helden

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Für die Eishockeyspieler aus der DEL geht es am Mittwoch zurück in den Alltag.

Den deutschen Eishockey-Helden bleibt wenig Zeit, ihren sensationellen Olympia-Erfolg zu genießen. Am Mittwoch müssen sie schon wieder in der DEL aufs Eis.

Update vom 27. März 2018: Die Eishockey-Weltmeisterschaft in Dänemark steht an: Wir haben bereits den Spielplan zur Eishockey-WM 2018.

Pyeongchang - Als die Eishockey-Helden von Pyeongchang mit kleinen Augen in den Flieger in die Heimat stiegen, trug nicht nur Christian Ehrhoff eine Fahne. Nach dem silbernen Ende ihres Olympia-Märchens hatten sie im Deutschen Haus die Nacht feuchtfröhlich durchgemacht und waren um vier Uhr früh in den Bus zum Flughafen gestiegen. Im Lufthansa-Flug 713 nach Frankfurt fanden die Nationalspieler ein paar Stunden Ruhe, ehe der Stress weiterging: Denn zu Hause erwartete sie - Eishockey.

Am Mittwoch stehen die meisten von ihnen schon wieder in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auf dem Eis. "Das ist natürlich jetzt ein straffer Plan. Da bleibt uns jetzt nur ein Tag mit der Familie. Dann heißt es: Back to business", sagte Ehrhoff am Montag in der ARD bei der Ankunft der Olympia-Mannschaft in Frankfurt am Main. Zeit, die wundersamen Tage in Südkorea zu verarbeiten und den größten Erfolg in der deutschen Eishockey-Geschichte zu genießen, bleibt nicht.

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"Es ist viel passiert. Jetzt muss man das Erlebte in eine Schublade packen und sich auf den DEL-Alltag konzentrieren", sagte der Kölner Verteidiger Moritz Müller: "Im Sommer macht man die Schublade noch mal auf und holt die tollen Erinnerungen wieder raus." Gemeinsam mit Ehrhoff, Fahnenträger bei der Schlussfeier im Olympiastadion, muss Müller am Mittwoch (19.30 Uhr) mit den Haien bei den Iserlohn Roosters antreten. Es geht nicht nur für die Kölner drei Spieltage vor Ende der Hauptrunde um jeden Punkt im Kampf um die Play-off-Plätze. Die Haie können noch Vierter, aber auch noch Zehnter werden.

Noch wichtiger sind die letzten Punktspiele für Kapitän Marcel Goc und die Mannheimer Adler. Der siebenmalige deutsche Meister könnte die Play-offs sogar noch verpassen. Als langjähriger NHL-Profi ist der Mittelstürmer viele Spiele in wenigen Tagen gewohnt. "Ich geh' dahin und zieh mich um, kein Problem", sagte der 34-Jährige.

Ganz entspannt werden die nächsten Tage dagegen für Bundestrainer Marco Sturm. "Ich lehne mich jetzt zurück und gucke mir die Jungs auf der Couch an", sagte er schmunzelnd. Ein wenig Mitleid hatte er mit seinen Spielern aber schon. "Leider ist es so. Aber ich denke, wenn man Silber trägt, ist es in Ordnung."

Auf ein wenig Rücksicht seines Arbeitgebers hofft DEL-Rekordtorjäger Patrick Reimer. "Ich bin sicher, dass unsere Vereine honorieren, was wir erreicht haben, und uns zumindest noch einen Tag Pause gönnen", sagte der Nürnberger, der mit den Ice Tigers im schlechtesten Fall noch auf den dritten Rang abrutschen könnte.

München empfängt am Montag seine Eishockey-Helden

Seinen Olympia-Helden einen Kurzurlaub spendiert der deutsche Meister Red Bull München. "Wir haben die Nachricht bekommen, dass wir erst am Sonntag spielen müssen", berichtete Dominik Kahun. Der Mittelstürmer, neben Verteidiger Ehrhoff der herausragende Spieler im deutschen Team, war einer von sieben Münchnern in Pyeongchang. Der Titelverteidiger kann sich diesen Luxus erlauben, er hat Platz eins nach der Hauptrunde schon sicher.

Auch die Eisbären Berlin sind großzügig. "Wir werden den Spielern ein paar Tage frei geben und schauen, wie viel Zeit sie brauchen, den Schalter umzulegen und einen Neustart zu machen", sagte Trainer Uwe Krupp dem SID: "Es gibt nicht viel Zeit für einen olympischen Hangover."

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