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"Mal gehen lassen": Nowitzkis Anzüge passen nicht mehr

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Sieht ein Engagement beim Deutschen Basketball Bund eher kritisch: Dirk Nowitzki. Foto: Rolf Vennenbernd

Dirk Nowitzki hat Wort gehalten: Die angekündigten Fressorgien gab es wirklich. Mit einigen Kilos mehr als noch im April berichtet das Basketball-Idol erstmals nach seinem Rücktritt in Deutschland über sein aktuelles Leben. Die Zukunft gehört wieder den Dallas Mavericks.

Leverkusen (dpa) - Auf dem Weg in die BayArena verspätete sich Dirk Nowitzki gut 30 Minuten. Aufgehalten von einer Vollsperrung auf der A3. "Ich bin dann ein bisschen über die Dörfer gefahren", sagte der frühere Basketball-Superstar zur Begründung.

Auf der Fahrt nach Leverkusen zum ersten Pressetermin nach seinem Karriereende wurde der 41-Jährige unfreiwillig auf einer deutschen Autobahn ausgebremst - ausgerechnet dort, wo Besucher aus den USA befreit von den heimischen Geschwindigkeitsbegrenzungen sonst gerne Gas geben.

In der BayArena nimmt Nowitzki mit vielen ehemaligen Fußball- und anderen Sportgrößen am 21. Juli an einem Benefiz-Fußballspiel teil. Dies findet zum dritten Mal zu Ehren des vor fünfeinhalb Jahren bei einem Skiunfall verunglückten Formel-1-Rekordweltmeisters Michael Schumacher statt und gehört auch zum Spaßprogramm des Basketball-Pensionärs Nowitzki. "Ich habe mich bis jetzt einfach mal gehen gelassen", berichtete der Würzburger knapp drei Monate nach seinem letzten Spiel für die Dallas Mavericks.

Einige noch in diesem Jahr geschneiderte Anzüge passen dem Basketball-Riesen nach etlichen komplett sportfreien Wochen schon nicht mehr. "Ich habe seit dem letzten Spiel kein Work-out mehr gemacht. Im Moment geht es mir sehr, sehr gut damit", berichtete Nowitzki, auch wenn sein Magen einiges aushalten musste.

"Der erste Monat war schon hässlich", berichtete Nowitzki: "Da ist alles rein über Burger, Milchshakes und Eis. Der Heißhunger ist jetzt erstmal weg." Und einige Kilos zwar offenbar drauf - anzusehen sind die dem bestens gelaunten 2,13 Meter großen früheren Modell-Athleten aber kaum. "Es hat sich inzwischen wieder eingependelt."

Von Sport will Nowitzki vorerst aber noch nichts wissen. Stattdessen genießt er mit seiner Frau und den Kindern das Leben - zunächst noch in den USA mit Kurztrips über seinen Geburtstag im Juni nach Las Vegas oder zusammen mit den Kindern nach Disneyworld in Orlando. Nun stehen bis zur Rückkehr Mitte August nach Dallas Reisen durch Europa an.

Überhaupt will Nowitzki von nun an wieder etwas mehr Zeit in Deutschland verbringen. "Wir werden in diesem Jahr mal weiße Weihnachten in Europa machen", sagte Nowitzki und stellte schon für die Zeit nach der Basketball-WM im September in China einen weiteren Kurztrip nach München in Aussicht: "Ich war noch nie auf dem Oktoberfest. Es könnte sein, dass ich mir das mal gönne."

Noch "ein, zwei Jahre" soll das Genuss-Leben weitergehen, dann will sich Nowitzki wieder eine Aufgabe bei seinen Mavs suchen. "Ich habe denen über die Hälfte meines Lebens gegeben und bin da so in die Stadt und in den Verein reingewachsen, dass ich da gerne weiterhelfen würde und sicher auch werde. Aber wie und wann, das steht noch nicht fest", sagte Nowitzki, dessen Lebensmittelpunkt Texas bleiben soll.

Deshalb kann sich das deutsche Sport-Idol derzeit auch keine Funktion beim Deutschen Basketball Bund (DBB) vorstellen. "Ich weiß nicht, ob das wirklich Sinn macht, mit dem DBB zusammenzuarbeiten, wenn ich nur ein, zwei Wochen im Sommer hier bin", meinte Nowitzki. "Die Sache ist ja, wenn ich hier nicht vor Ort bin und wohne und lebe, dann wird es für mich schwer, Einfluss zu nehmen. Ich möchte nicht irgendeinen Job annehmen, den ich dann nur halbherzig machen kann." Eine Hintertür ließ sich der NBA-Champion von 2011 aber offen: "Wir können über alles reden. Ich will da keine Tür zuschlagen." Nur jetzt noch nicht.

Fußball-Benefizspiel

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