Leichtathletik-WM

„Ganz schlecht“: Supersprinter Bolt muss nach Stolperstart zulegen

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Usain Bolt aus Jamaika auf dem Weg zum Vorlaufsieg.

Das reicht noch nicht, da geht noch was: Sprint-Ass Usain Bolt muss sich am Samstagabend im 100-Meter-Halbfinale steigern. Sonst erlebt der Weltrekordler bei seiner Farewell-Show in London womöglich eine böse Überraschung.

London - Nach dem Stolperstart in seine letzte Weltmeisterschaft will Supersprinter Usain Bolt im Halbfinale wieder alte Klasse zeigen und im Finale dann um Gold kämpfen. „Ich fühle mich okay, aber das war kein großes Rennen“, sagte der 30 Jahre alte Jamaikaner nach Teil 1 seiner letzten WM-Mission. Der Titelverteidiger haderte mit den Startblöcken, 10,07 Sekunden waren insgesamt nur die achtbeste Vorlaufzeit. Bolt gab zu: „Das war ganz schlecht, ich bin aus dem Block gestolpert.“

Nun muss der schnellste Mann der Welt den Turbo zünden. Denn wenn Bolt an diesem Samstag auch im 100-Meter-Halbfinale (20.05 Uhr MESZ/ARD und Eurosport) wackelt, erlebt er womöglich eine böse Überraschung. Der Vorlauf und die Zeit sind kein Maßstab für den achtmaligen Olympiasieger. Seit acht Jahren hält Bolt den Weltrekord, in 9,58 Sekunden rannte er 2009 in Berlin zu WM-Gold.

Der Weltrekordler will nach der Vorlauf-Pflicht aufdrehen und seinen zwölften Weltmeistertitel gewinnen. Seine größten Konkurrenten sind die US-Amerikaner Christian Coleman und Justin Gatlin. Die beste Vorlaufzeit legte allerdings Bolts Landsmann Julian Forte in 9,99 Sekunden hin.

„Ich bin nicht so flüssig gelaufen, wie ich das eigentlich liebe. Aber wie ich ins Rennen zurückgekommen bin, das zeigt mir, dass ich in ganz passabler Form bin“, erzählte der sechsmalige Welt-Leichtathlet. „Nach dem Halbfinale kann ich sagen, was ich drauf habe.“

Schon beim Vorlauf seien besonders viele seiner Landsleute unter den 55 000 Zuschauern im Londoner Olympiastadion gewesen. „Ich will sie einfach stolz machen“, sagte der Nationalheld Jamaikas. Nach der WM wird Bolt seine unvergleichliche Karrire beenden. „Mein Vater will, dass ich weitermache. Aber ich freue mich darauf, nach den Weltmeisterschaften aufzuhören.“

Hintergrund: Usain Bolt in Finals über 100 und 200 Meter - nur 6 Niederlagen

Sprintlegende Usain Bolt hat in seiner Karriere seit 2008 in 86 Finalrennen über 100 und 200 Meter lediglich sechs Niederlagen kassiert, die bis dato letzte am 6. Juni 2013 in Rom. Bei der WM 2011 in Daegu verursachte der achtmalige Olympiasieger im 100-Meter-Endlauf einen Fehlstart und wurde disqualifiziert. Im Londoner Olympiastadion will der 30-Jährige an diesem Samstag (22.45 Uhr MESZ) seinen WM-Titel über 100 Meter verteidigen.

  • 2008:

100 Meter: 9 Finals - 8 Siege 1 Niederlage am 22. Juli in Stockholm gegen Asafa Powell (Jamaika): 1. Powell 9,88, 2. Bolt 9,89 Sekunden 200 Meter: 6 Finals - 6 Siege

  • 2009:

100 Meter: 9 Finals - 9 Siege 200 Meter: 5 Finals - 5 Siege

  • 2010:

100 Meter: 4 Finals - 3 Siege 1 Niederlage am 6. August in Stockholm gegen Tyson Gay (USA): 1. Gay 9,84 2. Bolt 9,97 Sekunden 200 Meter: 2 Finals - 2 Siege

  • 2011:

100 Meter: 7 Finals - 6 Siege Disqualifikation wegen Fehlstarts bei der WM in Daegu, 28. August 200 Meter: 4 Finals - 4 Siege

  • 2012:

100 Meter: 8 Finals - 7 Siege 1 Niederlage am 29. Juni in Kingston gegen Yohan Blake (Jamaika): 1. Blake 9,75, 2. Bolt 9,86 Sekunden 200 Meter: 4 Finals - 3 Siege 1 Niederlage am 1. Juli in Kingston/NM gegen Yohan Blake: 1. Blake 19,80, 2. Bolt 19.83 Sekunden

  • 2013:

100 Meter: 7 Finals - 6 Siege 1 Niederlage am 6. Juni in Rom gegen Justin Gatlin (USA): 1. Gatlin 9,94, 2. Bolt 9,95 Sekunden 200 Meter: 3 Finals - 3 Siege

  • 2014:

100 Meter: 1 Finale - 1 Sieg 200 Meter: ---

  • 2015:

100 Meter: 3 Finals - 3 Siege 200 Meter: 4 Finals - 4 Siege

  • 2016:

100 Meter: 5 Finals - 5 Siege 200 Meter: 2 Finals - 2 Siege

  • 2017:

100 Meter: 3 Finals - 3 Siege 200 Meter: ---

dpa

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