13. Etappensieg des Deutschen

Kittel holt vierten Tour-Etappensieg und übertrifft Zabel

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Marcel Kittel (M.) gewinnt die 10. Etappe der Tour de France mit Abstand vor der Konkurrenz.

Mit seinem vierten diesjährigen Tour-Etappensieg hat Marcel Kittel Ex-Profi Erik Zabel überflügelt. Der Erfurter führt jetzt die deutsche Rangliste nach Siegen gerechnet mit insgesamt 13 Tageserfolgen an.

Bergerac - Marcel Kittel bleibt in den Massensprints der Tour de France der Alptraum der Konkurrenz: Der 29 Jahre alte Erfurter feierte am Dienstag seinen vierten Tageserfolg und übertraf damit den deutschen Etappen-Rekord des Ex-Profis Erik Zabel. Kittel gewann die 10. Etappe von Périgueux nach Bergerac über 178 Kilometer vor seinem ehemaligen Teamkollegen John Degenkolb und machte seinen insgesamt 13. Etappensieg bei der Frankreich-Rundfahrt perfekt. Der Brite Chris Froome verteidigte sein Gelbes Trikot ohne Mühe.

Anders als zuletzt beim knappen Triumph in Nuits-Saint-George waren die Konkurrenten wie bei Kittels vorangegangenen Supersprints in Lüttich und Troyes chancenlos und scheinen langsam zu kapitulieren. Auf vier Etappensiege war der Träger des Grünen Trikots schon bei seinen Tour-Auftritten 2013 und 2014 gekommen. Da liegt in diesem Jahr eine weitere Bestleistung in der Luft, theoretisch bieten sich ihm laut Streckenplan noch drei Chancen auf einen Sprinterfolg.

Drei Fahrer haben seit 1903 sogar acht Etappensiege in einer Ausgabe der Frankreich-Rundfahrt geschafft und halten damit den Tourrekord: Die Belgier Freddy Maertens (1976) und Eddy Merckx (1970/74) sowie der Franzose Charles Pelissier (1930). Selbst für einen wie Kittel noch ein weiter Weg.

Erneut wirkte er aber äußerst souverän, obwohl es der Zielbereich in Bergerac in sich hatte. Zwei scharfe 90 Grad-Kurven auf den letzten 1000 Metern - noch dazu auf einer schmalen Straße - waren ein gefährliches Handicap. Glücklicherweise ging das riskante Finale ohne Stürze ab.

Die letzten 5000 Meter fuhren André Greipels Teamkollegen in vorderster Front, zum Schluss spielte der dreimalige deutsche Meister aus Rostock aber wieder keine Rolle. Kittels neues Erfolgs-System - ganz spät in den Wind - funktionierte wegen seiner Explosivität auch in Bergerac perfekt. Gegen seine Coolness scheint es zur Zeit kein Rezept zu geben.

Am Mittwoch in Pau bietet sich dem in der Schweiz lebenden Erfurter die nächste Chance auf einen Etappensieg. „Er hat einen Lauf - da wird es für die Konkurrenten im Massensprint sehr schwer“, hatte sein Freund Tony Martin bereits am Ruhetag festgestellt. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass die beiden in der kommenden Saison - bei Katusha-Alpecin - wieder zusammenfahren.

Der Kittel-Vertrag im belgischen Quick-Step-Team läuft aus. Noch während der Tour will er Sicherheit haben, wohin die Reise 2018 geht. Argumente für eine Aufstockung seiner Bezüge hat er bereits geliefert.

Mehr als 170 Kilometer lang hatten in Yoann Ofredo und dem jüngsten Tourstarter Élie Gesbert am Dienstag zwei einheimische Ausreißer das Rennen durch die Dordogne bestimmt. Aber ihre Flucht war 6800 Meter vor dem Ziel beendet. Gesbert hatte zum Tourauftakt in Düsseldorf seinen 22. Geburtstag gefeiert und durfte beim Zeitfahren als erster Fahrer von der Startrampe rollen.

dpa

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