Komitee bleibt bei Entscheidung

IOC-Vorschlag: Russland ohne eigener Flagge bei Abschlussfeier

Das Internationale Olympische Komitee will Russlands Suspendierung nicht vor der Schlussfeier der Winterspiele in Pyeongchang aufheben.

Pyeongchang - Dies hat das IOC-Exekutivkomitee am Sonntag der IOC-Session vorgeschlagen. Das Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees will die Suspendierung Russlands nicht vor der Abschlussfeier der XXIII. Winterspiele in Pyeongchang aufheben. Diesen Vorschlag machte die IOC-Führung am Sonntag wenige Stunden vor dem Olympia-Ende auf der IOC-Session. „Wir haben die Entscheidung im Kopf, aber wir wollten die Diskussion der Session noch einbeziehen“, sagte IOC-Präsident Thomas Bach.

Zu dieser Kompromissentscheidung gehört auch, dass die Suspendierung des Nationalen Olympischen Komitee Russlands erst aufgehoben wird, wenn bestätigt ist, dass alle Doping-Proben der als „Olympische Athleten aus Russland“ unter neutraler Fahne angetretenen russischen Sportler negativ sind.

Russland überwies am 20. Februar die geforderten 15 Millionen Dollar

Grundlage des Vorschlags der IOC-Exekutive, die die endgültige Entscheidung vor der Schlusszeremonie treffen wird, war die Empfehlung der IOC-Bewertungskommission. „Wir machen mit dieser Entscheidung nicht alle glücklich. Wir werden kritisiert werden“, sagte Nicole Hoevertsz, die Vorsitzende des Gremiums.

In ihrem Bericht vor der Session bestätigte sie, dass es durch OAR-Team während der gesamten Winterspiele keine Verletzung der Kleidungsordnung gab und auch die russischen Zuschauer sich positiv verhalten hätten. Auch ein anderer wichtiger Teil der vom IOC verhängten Sanktionen wegen des Doping-Skandals wurde erfüllt. Russland überwies am 20. Februar die geforderten 15 Millionen Dollar. Das Geld soll für Maßnahmen im Anti-Doping-Kampf verwendet werden.

„Es gab keine Hinweise auf ein organisiertes Dopingsystem“

Zu den beiden bei den Pyeongchang aufgedeckten russischen Doping-Fällen sagte Hoevertsz: „Beides waren individuelle Fälle. Es gab keine Hinweise auf ein organisiertes Dopingsystem.“ Der Curler Alexander Kruschelnizki und die Bobfahrerin Nadeschda Sergejewa sind vom Internationalen Sportgerichtshof schuldig gesprochen worden.

Das IOC hatte das Nationale Olympische Komitee Russlands als Folge des groß angelegten Dopingskandals bei den Spielen 2014 in Sotschi am 5. Dezember suspendiert. In Pyeongchang durften aber 168 Sportler auf Einladung des IOC als „Olympische Athleten aus Russland“ starten - allerdings ohne Flagge, ohne Hymne und ohne die übliche nationale Kleidung.

dpa

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