Vierschanzentournee

Freitag auch in Garmisch-Quali stark - "Frisch angreifen"

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Richard Freitag konzentriert sich vor seinem Sprung in Garmisch-Partenkirchen. Foto: Daniel Karmann

Ohne Hektik ins Finale und ohne Hektik in den Silvesterabend: Der deutsche Top-Adler Richard Freitag lässt sich bei der Tournee weiterhin nicht verunsichern. Die Leistung des Kollektivs entspricht hingegen noch nicht den Erwartungen von Bundestrainer Schuster.

Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Richard Freitag zeigte den Surfergruß in die Kamera und freute sich auf einen gemütlichen Silvesterabend. Auch der letzte Sprung im Jahr 2017 war dem Gesamtführenden gelungen.

Ein vierter Platz in der Qualifikation von Garmisch-Partenkirchen bescherte Skispringer Freitag das richtige Gefühl, um mit Sicherheit und Selbstvertrauen im neuen Jahr in Richtung Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee zu starten. "Seine Sprünge sind auf einem hohen Niveau, aber sie müssen noch sauberer werden", sagte Bundestrainer Werner Schuster, der seinen derzeit besten Schützling für seinen zweiten Platz in Oberstdorf am Vortag lobte.

Bei milden Temperaturen und Sonnenschein landete Freitag an Silvester bei 135 Metern und damit auf Rang vier nur hinter dem Norweger Johann  Andre Forfang sowie den beiden Polen Dawid Kubacki und Stefan Hula, die vor 11 000 Zuschauern ihre starke Form von Oberstdorf untermauerten. Auftakt-Sieger Kamil Stoch landete auf der Großen Olympia-Schanze auf Rang sechs und tritt beim Neujahrsspringen am Montag (14.00 Uhr) gegen den deutschen Team-Olympiasieger Andreas Wank an.

Topfavorit Freitag freute sich derweil auf einen ruhigen Abend und die erste Prüfung im neuen Jahr. "Silvester wird ganz ruhig, wir werden zusammen essen und was spielen. Es geht trotz alledem zeitig los", sagte der deutsche Top-Adler auf Eurosport. Andreas Wellinger, noch immer Weltcup-Zweiter, kam auch bei der zweiten Qualifikation nicht über Mittelmaß hinaus und landete auf Rang 15. "Insgesamt waren wir noch nicht ganz auf dem Level, wo wir sein wollen. Wir haben jetzt ein bisschen Zeit, von gestern auf heute war es hektisch", sagte Coach Schuster im ZDF.

Erst gegen Mitternacht war die Mannschaft nach dem Quartierwechsel in Seefeld in Tirol angekommen. Dort residiert das Team nun für die beiden Springen in Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck. Markus Eisenbichler, Karl Geiger (beide auf dem geteilten zwölften Platz) sowie Wellinger reichten wieder nicht an das Niveau heran, das sie in diesem Olympia-Winter schon gezeigt hatten. 

Immer mehr zum großen und einzigen Hoffnungsträger wird derweil Freitag, der sich nicht nur in der Spitze, sondern auch in der Konstanz deutlich vom Rest der Adler abzuheben scheint. "Ich bin noch nicht hundertprozentig reingekommen, es sind nicht die lockersten Sprünge. Die Lockerheit ist nicht weg, aber es funktioniert eben nicht auf Knopfdruck", sagte er nach der Qualifikation.

Insgesamt neun DSV-Springer gehen beim Traditionswettkampf an Neujahr an den Start, neben den Top-Springern und Wank auch Stephan Leyhe, Pius Paschke, Constantin Schmid und David Siegel. "Jetzt werden wir mal einen gemütlichen Silvesterabend haben und dann frisch angreifen", erklärte Schuster. Die Frühform konnten seine Adler in den bisherigen drei Tournee-Tagen noch nicht bestätigen, anders als beispielsweise bei den Norwegern sind die Perspektiven gerade bei Freitag aber noch exzellent. "Auch Markus und Andi sind noch nicht aus dem Spiel raus", sagte Schuster nach den Plätzen neun und zehn von Eisenbichler und Wellinger am Schattenberg in Oberstdorf.

Einen etwas anderen Silvesterabend dürften in diesem Jahr Simon Ammann und Skisprung-Veteran Noriaki Kasai verbringen. Sowohl der Schweizer Olympiasieger als auch das japanische Urgestein verpassten die Qualifikation für den ersten Wettkampf des neuen Jahres. Ammann fehlten auf Platz 51 gerade einmal 0,2 Punkte - das sind umgerechnet etwa elf Zentimeter.

Die deutschen K.o.-Duelle beim zweiten Tournee-Wettbewerb:

Richard Freitag (Aue/4) - Alex Insam (Italien/47)

Markus Eisenbichler (Siegsdorf/12) - Jakub Wolny (Polen/39)

Karl Geiger (Oberstdorf/13) - Constantin Schmid (Oberaudorf/38)

Andreas Wellinger (Ruhpolding/15) - Clemens Aigner (Österreich/36)

Stephan Leyhe (Willingen/20) - Halvor Egner Granerud (Norwegen/31)

Pius Paschke (Kiefersfelden/25) - Taku Takeuchi (Japan/26)

David Siegel (Baiersbronn/37) - Anders Fannemel (Norwegen/14)

Andreas Wank (Hinterzarten/45) - Kamil Stoch (Polen/6)

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