Formel 1 in Österreich

Hamilton favorisiert, Vettel unter Beobachtung

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Bereit für das nächste Duell mit Sebastian Vettel: Lewis Hamilton reist als Favorit nach Österreich.

Zwei Wochen nach dem Vorfall zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton von Baku startet die Formel 1 in Österreich. Dort ist die Favoritenrolle klar verteilt.

Spielberg - Lewis Hamilton schweigt beharrlich, für die Mercedes-Bosse ist der "Fall Vettel" jedoch erledigt. "Dieses Kapitel ist jetzt geschlossen", sagte Motorsportchef Toto Wolff zum Rammstoß von Baku und ergänzte: "Jede große Formel-1-Saison wird von einer großen Rivalität geprägt. Es ging ruhig los, aber es war nur eine Frage der Zeit, bis die Rivalität härter und umstrittener werden würde."

Auch Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda, der sich nach der hitzköpfigen Aktion des viermaligen Weltmeisters Vettel in Aserbaidschan gegen Hamilton echauffiert hatte, lenkte nach dem Einlenken des Heppenheimers ein. "Ich habe kritisiert, dass Vettel den Fehler nicht eingesehen hat. Jetzt hat er sich entschuldigt und damit ist der Vorfall für mich erledigt", sagte Lauda der Bild.

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Mercedes-Bosse wollen FIA-Gnadenakt nicht bewerten

Den Gnadenakt des Automobil-Weltverbandes FIA, der Vettel trotz der völlig unangemessenen Aktion nicht gesperrt, sondern lediglich gerüffelt hatte, wollten weder Wolff noch Lauda bewerten. Die Macher der Silberpfeile richten den Blick lieber wieder auf den Sport und damit auf den Großen Preis von Österreich (Sonntag, 14.00 Uhr/RTL und Sky).

Der Kurs in Spielberg war in der Vorjahren wie für Mercedes gemacht, da besonders viel Motorenleistung gefragt war. "Aber wir dürfen uns nicht auf unsere Erfolgsbilanz in Spielberg verlassen, denn das Reglement ist brandneu", sagte Wolff.

Wolff: „Können Leistung aus Auto herausholen“

Für das Weltmeisterteam sei die erste Saison nach dem Titelgewinn des zurückgetretenen Nico Rosberg weiter ein Auf und Ab. "Beim Verständnis, wie wir die Leistung aus unserem Auto herausholen können, haben wir seit Monaco Fortschritte gemacht", sagte Wolff: "Es ist immer noch schwierig, es auf den Punkt hinzubekommen. Aber es gelingt uns regelmäßiger."

Die Schwächen von Mercedes und die "Wiedergeburt" von Ferrari haben aus der "Formel Langeweile" wieder eine spannende Königsklasse gemacht. Die Fans kommen wieder auf ihre Kosten, die TV-Zuschauerzahlen steigen. Dieser Trend soll anhalten.

Darf sich nichts mehr zu Schulden kommen lassen: Sebastian Vettel steht unter Beobachtung.

Hamilton konzentriert sich auf Rennen

Einer der beiden wichtigsten Protagonisten für die Außenwirkung der Formel 1 ist Hamilton. Der Engländer lenkt seine volle Konzentration ebenfalls auf die Strecke. Der dreimalige Champion äußert sich dieser Tage in den sozialen Netzwerken höchstens zu seinen zu langen Haaren, zeigt ein paar Bilder von seinen Reisen oder sich selbst schwitzend beim Krafttraining. Aber eine Reaktion auf das milde FIA-Urteil? Fehlanzeige!

In der WM-Wertung ist Vizeweltmeister Hamilton vor dem neunten von 20 Saisonläufen weiterhin nur der Jäger. 14 Punkte beträgt der Rückstand des 32-Jährigen auf seinen zwei Jahre jüngeren deutschen Widersacher. Und niemand zweifelt ernsthaft daran, dass die mehrmaligen Champions auch in den Bergen der Alpenrepublik uneingeschränkt im Mittelpunkt stehen werden.

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Vettel unter Bewährung unterwegs

Hamilton hatte in Baku nur den fünften Rang belegt und lag damit einen Platz hinter Vettel, der trotz seines wilden Angriffs sportlich nicht als Verlierer aus dem Rennen ging. Dafür fährt der Heppenheimer nun unter Bewährung und darf sich keine Fehler mehr leisten.

Hamilton will die Fehde "auf der Strecke klären". Nach Spielberg reist der 56-malige Grand-Prix-Sieger, der in seiner Karriere elf Rennen mehr gewann als Vettel, mit einem kleinen psychologischen Vorteil. Er konnte das Heimrennen von Red Bull im Vorjahr gewinnen, während Vettel in Österreich noch nie auf dem Podest stand.

sid

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