„Bin froh, dass ich mich durchsetzen konnte“

Fessel liefert nächste Tour-Show - Bögl und Dobler mit halber Olympia-Norm

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Nicole Fessel in der Loipe.

Langläuferin Nicole Fessel hat bei der Tour de Ski in ihrer Heimat Oberstdorf trotz starker Leistung ihre erste Podiumsplatzierung seit Dezember 2014 verpasst, zufrieden ist sie dennoch.

Nicole Fessel überstrahlte mit ihrem Lächeln sogar das triste Wetter an ihrer Heimstrecke in Oberstdorf. Gelöst herzte Deutschlands beste Langläuferin ihre Betreuer, die Tour de Ski ist für sie jetzt schon ein Erfolg. Rang sechs im Massenstart auf der vierten Tour-Etappe, zuvor schon zwei Top-10-Platzierungen in Lenzerheide/Schweiz: Fessel ist in starker Form und schien am Donnerstag sogar auf die schwächelnden Männer abzufärben.

"Es war schwierig heute, weil die Strecke nicht ganz so anspruchsvoll war. Mir haben etwas die Anstiege gefehlt. Aber ich bin froh, dass ich mich durchsetzen konnte. Es war ein bisschen ein Ellenbogenrennen", sagte Fessel in der ARD. Hinter Fessel, die 5,5 Sekunden Rückstand auf die Tagessiegerin und Gesamtführende Ingvild Flugstad Östberg aus Norwegen (23:16,5 Minuten) hatte, wurde Sprint-Ass Sandra Ringwald (Schonach/10,3) als zweitbeste Deutsche 17.

Thomas Bing bester Deutscher bei den Herren

Bei den deutschen Männern war Thomas Bing (Rhön/4,9 Sekunden zurück) auf Rang neun einmal mehr der Beste. Beim Sieg des Norwegers Emil Iversen (29:49,8 Minuten) über 15 km schafften außerdem Lucas Bögl (Gaißach/5,8) und Jonas Dobler (Traunstein/6,6) auf den Plätzen elf und 13 die halbe Norm für Olympia in Pyeongchang (9. bis 25. Februar). Sie sind nach Bing, der bislang als Einziger qualifiziert ist, die nächsten Hoffnungsträger auf Tickets für Südkorea.

"Da geht unsere Rechnung im Moment auf, auf die Einzelrennen zu setzen. Ich bin sehr optimistisch, dass wir am Ende der Tour vier Olympia-Normen haben. Das ist auf jeden Fall machbar", sagte Andreas Schlütter, sportlicher Leiter beim Deutschen Skiverband (DSV), dem SID. In der Tour-Gesamtwertung der Männer führt indessen weiter der Schweizer Olympiasieger Dario Cologna, der im Massenstart Vierter (3,7) wurde.

Kolb und Belger müssen bei Tour de Ski aufgeben

Für die meisten deutschen Top-Läuferinnen ist die Tour derweil zu Ende. Ohne sie geht es nach einem Ruhetag am Freitag zum Finale am Wochenende ins italienische Val di Fiemme. Schonung für Olympia. Ebenfalls aus der Tour ausgeschieden sind am Donnerstag Laura Gimmler (Oberstdorf) und Elisabeth Schicho (Schliersee). Sie mussten das Rennen vorzeitig beenden.

Vor dem Start war Sprinterin Hanna Kolb (Buchenberg) als zweite deutsche Athletin nach der erkrankten Julia Belger (Oberwiesenthal) ausgestiegen. Lediglich Stefanie Böhler (Ibach), Pia Fink (Bremelau) und Katharina Hennig (Oberwiesenthal) sind auch in Italien mit dabei.

Es ging nur um möglichst viele Olympia-Normen

Der Schnitt kommt ungeachtet der aktuellen deutschen Stärke. Dass Fessel in der Tour-Gesamtwertung auf einem starken sechsten Platz liegt, ist da nicht weiter wichtig. Es ging für den DSV von vornherein nur um gute Platzierungen und möglichst viele Olympia-Normen. Jene haben Kolb und Böhler bei der Tour geliefert. Fessel und Ringwald waren ohnehin bereits qualifiziert. Dass Fessel im Klassik-Einzel und der Verfolgung in Lenzerheide zum Tour-Start die Plätze sechs und acht belegte und in Oberstdorf noch einmal nachlegte, ist ebenso erfreulich.

Auch Ringwalds Finalteilnahme und Rang sechs im Auftakt-Sprint am vergangenen Wochenende in der Schweiz macht Hoffnung. Alle deutschen Erfolge sind jedoch vor dem Hintergrund zu sehen, dass die absolute Weltspitze um die sechsmalige Olympiasiegerin Marit Björgen (Norwegen) und die in diesem Winter bislang so starke Schwedin Charlotte Kalla nicht bei der Tour mitläuft.

SID fk ma

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