Bester Saisonstart seiner Karriere 

Jung-Vater Neureuther im Glück: "Das Leben könnte gerade nicht besser sein"

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Daddy Cool: Felix Neureuther verspürt aktuell gar keinen Druck.

Felix Neureuther ist der beste Saisonstart seiner Karriere gelungen. Der sehr emotionale Sieg in Finnland ist Ergebnis einer besonderen Vorbereitung.

München - Am Montagvormittag kehrte er zurück aus dem hohen Norden, nach der Landung am Flughafen in München machte sich Felix Neureuther eiligst auf den Weg nach Garmisch - die kleine Matilda und Freundin Miriam warteten schon. Viel Zeit werden die drei nicht miteinander verbringen können. Schon am Samstag fliegt Papa Felix in die USA, nach Colorado. Erst viel Training - und dann am 3. Dezember ein Riesenslalom in Beaver Creek. 

"Die Familie", betonte Neureuther nach seinem Sieg am Sonntag im finnischen Levi, "gibt mir den perfekten Rückhalt." Freundin Miriam lässt ihn mal machen, sie hält ihm den Rücken frei, gemeinsam mit den stolzen Großeltern, Rosi Mittermaier und Christian Neureuther. "Ich habe eine großartige Tochter, eine großartige Familie. Ich kann das Skifahren im Moment wirklich genießen", sagt der junge Vater, und: "Ich fühle auch nicht so großen Druck.

Lob von allen Seiten

Kein Druck? Nein, versicherte Neureuther, "Skifahren ist nicht das Wichtigste auf der Welt. Es ist deine Familie, und deswegen ...". Und deswegen kann er so schnell fahren? Wohl auch. Der entscheidende Grund für den hervorragenden, für den besten Saisonstart in seiner langen Karriere ist aber schlicht und ergreifend auch bei ihm selbst zu suchen. "Ich glaube", sagte er, "wir haben sehr gut gearbeitet im Sommer, wir waren bereit für das erste Rennen." 

Neureuther hat, das sagen alle, die nah an ihm dran sind, für seine Verhältnisse wirklich sehr gut gearbeitet. Vor allem: verdammt viel. Vater Christian stellte im Sommer erstaunt fest, wie sehr sich sein Sohn reinhaute, wie konsequent er trainierte, "ich glaub, der will's wissen", sagte er im August mit einem Lächeln. Da war der Junior gerade auf dem Weg nach Neuseeland, wochenlanges Training am anderen Ende der Welt, das volle Programm. 

Neureuther bekommt seine Rückenprobleme in den Griff

"Er hat relativ viel getan in diesem Sommer, er hat mehr getan als in den Jahren zuvor", sagte auch Alpindirektor Wolfgang Maier nach dem Sieg am Sonntag. Will heißen: Neureuther, der früher schon mal die Zügel hat schleifen lassen im Sommer, hat unter anderem die enorm wichtigen körperlichen Voraussetzungen geschaffen, um erfolgreich zu sein. Mit Zusatzschichten hat er den maladen Rücken so gestärkt, dass eine anständige, stringente Vorbereitung möglich war. 

Und siehe da: Zum ersten Mal gewann Neureuther gleich das erste Rennen der Saison, gewann überhaupt zum ersten Mal ein Rennen vor Silvester. Seine anderen zwölf Siege gelangen ihm stets erst nach dem Jahreswechsel. Und weil der bislang letzte, jener im fernen Japan im Februar 2016, schon so lange zurücklag, war auch Maier "ein bisschen überrascht", als es am Sonntag zu Platz eins für Neureuther reichte. "Ein Zufall", ergänzte er, "war es aber nicht." 

Auch Dopfer mit starker Vorstellung

Maier hat nicht nur wegen Neureuther Grund zur Freude. Wenn sein Vorzeigesportler und dessen Mannschaftskollegen Ende der Woche in die USA aufbrechen, wird auch Fritz Dopfer dabei sein. Der WM-Zweite im Slalom von 2015 in Beaver Creek fuhr nach knapp einjähriger Verletzungspause als 15. auf Anhieb die halbe Norm für Olympia ein. "Der Fritz ist super", sagte Neureuther, dass der Kollege gleich im ersten Rennen so gut fahre, sei eine "große Überraschung". 

Den Riesenslalom am 3. Dezember in Beaver Creek/Colorado, wo er vor dem damals drittplatzierten Neureuther den größten Erfolg seiner Karriere feierte, wird Dopfer freilich auslassen - nur nichts überstürzen. Neureuther darf sich beim nächsten Rennen in knapp drei Wochen durchaus etwas ausrechnen, betont aber: "Ich kann nur hart arbeiten, das ist alles, was ich tun kann." Aber die harte Arbeit zahlt sich ja aus, wie er gerade gesehen hat. 

"Das Leben", sagte Neureuther deshalb am Sonntagabend noch, "könnte gerade nicht besser sein."

sid

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