Schweizer ist älteste Nummer eins der Geschichte

Federer zurück an der Spitze: "Ein Traum wird wahr"

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Roger Federer ist zurück an der Weltspitze.

Roger Federer hat in seiner einzigartigen Karriere den nächsten Meilenstein erreicht. Der Schweizer ist ab Montag der älteste Weltranglistenerste der Geschichte.

Rotterdam - Roger Federer schien die Bedeutung dieses historischen Moments kaum greifen zu können. Fassungslos schlug er sich die Hände vors Gesicht und schüttelte schier ungläubig den Kopf. Der Schweizer hatte gerade wieder Tennis-Geschichte geschrieben - im Alter von 36 Jahren und 195 Tagen wird er am Montag die älteste Nummer eins.

"Ich bin so glücklich. Es fühlt sich unwirklich an, wieder an der Spitze zu sein. Es war ein langer und weiter Weg. Manchmal war er auch windig und steinig", sagte Federer, nachdem er den nächsten Meilenstein seiner einzigartigen Karriere erreicht hatte: "Das ist so unglaublich speziell, und ich hätte es niemals für möglich gehalten. Das ist einfach ein ganz besonderer und bedeutender Moment."

Triumph in Melbourne

Dass dieser Moment kommen würde, hatte sich bereits angedeutet. Im Januar triumphierte Federer bei den Australian Open und sicherte sich seinen 20. (!) Grand-Slam-Titel. Auf dem Papier war der Schweizer da zwar noch nicht die Nummer eins, doch auf dem Platz dominierte er seinen Sport mit technischer Brillanz und spielerischer Klasse wie zu besten Zeiten. "Das Alter ist kein Thema, es ist nur eine Zahl", hatte er jüngst gesagt.

Durch den Einzug ins Halbfinale des ATP-Turniers in Rotterdam führt Federer das Ranking nun auch wieder formell an - erstmals seit Oktober 2012. "Die Nummer eins zu werden, ist im Tennis die ultimative Leistung", sagte Federer, der bislang bereits 302 Wochen an der Spitze war: "Wenn man älter ist, muss man doppelt so viel arbeiten. Du musst jemanden verdrängen, der hart gearbeitet hat, um dort hinzukommen. Es ist ein Traum, der wahr wird. Es war eine unglaubliche Reise."

Özil gratuliert

Federers Triumphzug löste tiefe Bewunderung aus - und das nicht nur im Tennissport. "Er ist wieder dort, wo er hingehört. Die Nummer eins der Welt. Meinen herzlichen Glückwunsch an Roger Federer", schrieb etwa Fußball-Weltmeister Mesut Özil bei Twitter. Deutschlands Tennis-Ikone Boris Becker twitterte: "Roger Federer hat schon wieder Geschichte geschrieben". Auch Andre Agassi, bislang mit 33 Jahren und 131 Tagen die älteste Nummer eins, gratulierte zu einem "weiteren Meilenstein" und ergänzte: "Roger Federer setzt die Messlatte in unserem Sport einfach immer höher."

Federer ist ohne Zweifel der dominierende Spieler der vergangenen Dekade. 2004 stand er erstmals an der Spitze des Rankings, er triumphierte sechsmal bei den Australian Open, einmal bei den French Open, achtmal in Wimbledon und fünfmal bei den US Open. An der Seite von Stan Wawrinka wurde er 2008 Olympiasieger, 2012 gewann er Olympiasilber im Einzel. 2014 folgte der Triumph im Davis Cup.

Doch es kamen Rückschläge. Der Körper machte die hohe Belastung nicht mehr mit. 2016 zwangen ihn anhaltende Knieprobleme zu einem frühzeitigen Saisonende, dadurch rutschte er sogar aus den Top Ten der Weltrangliste. Federer aber kämpfte sich zurück. Er setzte seine Kräfte dosierter ein, arbeitete weiter an seinem Spiel. Der Lohn ist ein weiterer Eintrag in die Geschichtsbücher - und ein Ende der Ära Federer ist längst nicht in Sicht.

sid

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