Kein Glück für Deutschland

Fecht-WM: Frühes Aus im Herrendegen und Damensäbel - Warten auf zweite deutsche Medaille geht weiter

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Alle Hoffnungen ruhen auf Peter Joppich und seinem Team.

Am Dienstag wurde es erneut nichts mit einer deutschen Medaille bei der Fecht-WM in Leipzig. Für beide Teams war im Achtelfinale Schluss.

Leipzig - Klare Niederlagen statt erneuter Überraschungen: Die deutschen Fechter sind am vorletzten Tag der Heim-WM in Leipzig leer ausgegangen und müssen weiter auf ihre zweite Medaille warten. Sowohl die deutschen Degen-Herren um den Einzel-Dritten Richard Schmidt als auch die von Verletzungssorgen geplagten Säbelfechterinnen mit der WM-Fünften Anna Limbach schieden im Achtelfinale aus.

Schmidt (Offenbach), Lukas Bellmann, Fabian Herzberg (beide Leverkusen) und Raphael Steinberger (Solingen) unterlagen in der Runde der letzten 16 dem Olympiasieger und neuen Weltmeister Frankreich klar mit 26:45. Eine Überraschung wie bei der EM in Tiflis im Juni, als das deutsche Quartett den haushohen Favoriten sensationell bezwungen hatte und am Ende Platz vier belegte, blieb aus.

"Frankreich hat sich auf uns vorbereitet. Das ist ein abgezocktes Team. Von der Erfahrung her sind die Franzosen noch weit weg", sagte Sportdirektor Sven Ressel: "Aber unsere Mannschaft hat Potenzial." Das hatte vor allem Schmidt im Einzel gezeigt, als er mit Bronze die bisher einzige deutsche Medaille holte.

Im Herrendegen hatte der Deutsche Fechter-Bund (DFeB) nach den medaillenlosen Olympischen Spielen in Rio den radikalsten Umbruch vollzogen. Junioren-Coach Mario Böttcher, selbst erst Mitte 30, wurde zum Bundestrainer ernannt, alle vier deutschen Degenfechter waren das erste Mal bei einer WM dabei.

"Wir müssen uns jetzt Schritt für Schritt in der Weltrangliste verbessern, damit wir im Achtelfinale andere Gegner bekommen", sagte Ressel. Am Dienstag klappte das noch nicht. Die Deutschen belegten nach weiteren Niederlagen gegen Tschechien (41:45) und Israel (42:43) sowie einem 44:40-Sieg gegen Hongkong am Ende Platz 15.

Die Säbelfechterinnen hatten dagegen Verletzungspech. Limbach (Dormagen) war trotz einer Fußverletzung aus dem Einzel-Wettbewerb im Team angetreten, wurde davon aber behindert. Gegen den späteren WM-Dritten Frankreich verloren Limbach, Larissa Eifler, Lea Krüger (alle Dormagen) und Ann-Sophie Kindler (Eislingen) 17:45.

Wenig später kam es sogar noch schlimmer. Eifler verletzte sich am Oberschenkel, nach dem 22:45 im ersten Platzierungsgefecht gegen Spanien konnte das Team in den folgenden beiden Duellen nicht mehr antreten und belegte Platz 16. Es gewann Italien.

"Wir haben gehofft, dass Anna es schafft. Es sah medizinisch auch gut aus, aber sie hat schon gegen Frankreich keinen Druck auf den Fuß bekommen", sagte Ressel: "Es ist auch bedauerlich, weil das Team noch Erfahrungen hätte sammeln können."

Im Einzelwettbewerb hatte Limbach nur ein Sieg zu einer Medaille gefehlt, die erst 21 Jahre alte Kindler war im Achtelfinale ausgeschieden. Eifler (18) und Krüger (21) gaben in Leipzig ihr WM-Debüt.

Am Mittwoch ruhen am Abschlusstag der WM die Hoffnungen auf dem Herrenflorett-Team mit dem viermaligen Einzel-Weltmeister Peter Joppich (Koblenz) und dem Peking-Olympiasieger Benjamin Kleibrink (Tauberbischofsheim) sowie der Damendegen-Mannschaft mit der Vize-Europameisterin Alexandra Ndolo.

sid

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