Leichtathletik-WM in London

Dritter WM-Titel für Hammerwerferin Wlodarczyk

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Anita Wlodarczyk aus Polen jubelt über ihren Sieg im Hammerwurf Finale Frauen.

Topfavoritin Anita Wlodarczyk aus Polen hat ihren Titel im Hammerwerfen bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London erfolgreich verteidigt. Eine Enttäuschung gab es für den deutschen Dreispringer Max Heß.

Die zweimalige Olympiasiegerin und Weltrekordlerin setzte sich am Montagabend souverän mit 77,90 Metern durch. Damit gewann sie ihren dritten WM-Titel, blieb aber deutlich unter ihrem Weltrekord von 82,98 Metern.

Die Frankfurterin Kathrin Klaas kam bei ihrer siebten WM mit nur 68,91 Metern auf Rang elf. Silber ging vor 50 000 Zuschauern im Olympiastadion an die Chinesin Wang Zheng mit 75,98 Metern. Dritte wurde die Polin Malwina Kopron mit 74,76 Metern.

110 m Hürden: Jamaikaner McLeod wird Weltmeister - Schubenkow holt als neutraler Athlet Silber

Omar McLeod (Jamaika) ist erstmals Weltmeister über 110 m Hürden. Der Olympiasieger setzte sich im Finale der Leichtathletik-WM in London in 13,04 Sekunden vor Titelverteidiger Sergej Schubenkow (13,14) durch. Der Russe war nach dem Ausschluss seiner Mannschaft wegen systematischen Dopingbetrugs als neutraler Athlet am Start. Bronze ging an Vize-Europameister Balazs Baji, der in 13,28 Sekunden die erste WM-Medaille für Ungarn über 110 m Hürden holte.

Weltrekordler Aries Merritt (USA), der sich 2015 einer Nierentransplantation unterziehen musste, wurde Fünfter (13,31). Schubenkow gewann in London die erste Medaille für das Team der neutralen Athleten.

Der deutsche Meister Matthias Bühler hatte den Endlauf deutlich verpasst. Der 29-Jährige aus Frankfurt/Main war am Sonntag in seinem Halbfinale in schwachen 13,79 Sekunden Letzter geworden. Nach dem Rennen hatte sich Bühler bitterlich über angeblich mangelnde finanzielle Unterstützung und geringe Wertschätzung für deutsche Leichtathleten beklagt.

Yulimar Rojas aus Venezuela gewinnt WM-Gold im Dreisprung

Hallen-Europameisterin Kristin Gierisch hat bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften den fünften Platz im Dreisprung belegt. Die Chemnitzerin kam am Montagabend im Olympiastadion von London auf 14,30 Meter. Bronze verpasste sie um deutliche 45 Zentimeter: Der dritte Platz ging an die Kasachin Olga Rybakowa.

Derweil fehlten der Kolumbianerin Caterine Ibargüen mit 14,89 Meter nur zwei Zentimeter zur Titelverteidigung. Die 33 Jahre alte Olympiasiegerin unterlag in einem packenden Duell Hallen-Weltmeisterin Yulimar Rojas aus Venezuela. Sie kam auf 14,91 Meter und eroberte das erste Gold überhaupt in der WM-Geschichte für ihr krisengebeuteltes Land. Ibargüen verpasste damit ihr drittes WM-Gold. Neele Eckhardt aus Göttingen wurde bei ihrem WM-Debüt Letzte des Finals mit 13,97 Metern.

Dreisprung: Europameister Heß muss verletzt absagen

Dreisprung-Europameister Max Heß (Chemnitz) hat seinen Start bei der Leichtathletik-WM in London wegen Muskelproblemen unterdessen kurzfristig abgesagt. Der 21-Jährige verletzte sich beim Aufwärmen für die Qualifikation am Montagabend am Oberschenkelbeuger.

"Die Muskulatur im Beuger macht zu. Deshalb muss Max leider auf einen Start verzichten. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, welche Behandlung erforderlich ist", sagte Idriss Gonschinska, Leitender Direktor Sport im DLV.

Heß war eigentlich mit Medaillenhoffnungen nach London gereist, nachdem er zuletzt immer besser in Form gekommen war. "Wenn die Quali überstanden ist, ist einiges möglich", hatte er gesagt. Doch nun sind die Träume des Sachsen vorzeitig geplatzt.

sid/dpa

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