Deutscher Handballbund

Brisanter Handball-Gipfel - Bundestrainer Prokop vor Aus

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Christian Prokop steht als Bundstrainer vor dem Aus. Foto: Monika Skolimowska

Am Montagnachmittag teilt der Deutsche Handballbund seine Entscheidung zur Personalie Prokop mit. Dass der Bundestrainer bleibt, gilt als unwahrscheinlich. Woran liegt das?

Hannover (dpa) - Bleibt er, oder nicht? Am Montag geht es beim Deutschen Handballbund (DHB) um die Zukunft von Bundestrainer Christian Prokop. Die Chancen des 39-Jährigen stehen nach der desolaten EM in Kroatien schlecht.

Einige Schlüsselspieler sollen mit ihrem Rücktritt drohen, falls der DHB an Prokop festhalten sollte. So oder so verspricht das Spitzentreffen in einem Flughafenhotel in Hannover Brisanz.

AUSGANGSLAGE: Den ganzen Vormittag über wird das Präsidium des DHB um den mächtigen Vizepräsidenten Bob Hanning in Hannover tagen. Schon seit dem frühen EM-Aus hatte es zahlreiche Gespräche mit etlichen Nationalspielern gegeben. Auch Prokop hatte sich mehrfach mit seinen Akteuren getroffen - offenbar vergeblich. Einige Schlüsselspieler sollen mit ihrem Rücktritt drohen, falls Prokop bleibt. Der DHB befindet sich vor der finalen Entscheidung damit in einer schwierigen Lage. Alles andere als eine Freistellung deProkops wäre eine Überraschung.

GRÜNDE: Eigentlich hatte vor dem Turnier in Kroatien alles gepasst. Die DHB-Auswahl spielte unter Prokop eine überzeugende EM-Qualifikation, auch die beiden abschließenden Testspiele gegen Island liefen gut. Dann aber überraschte Prokop mit der Nicht-Nominierung von Abwehrchef Finn Lemke - und büßte innerhalb der Mannschaft massiv an Autorität ein. Auch seine umfangreiche EM-Analyse, das Eingeständnis von Fehlern und angekündigte Änderungen halfen Prokop im Anschluss offensichtlich nicht. Einige Akteure wollen wohl partout nicht mit ihm in die Heim-WM 2019 gehen.

SCHEIDEWEG: Bei der wichtigen WM im kommenden Januar ist nicht nur eine Medaille, sondern auch eine optimale Werbung für Handballsport das Ziel. Sollte das Nationalteam in den Arenen von Köln, Berlin oder Hamburg aber erneut enttäuschen, könnte das weitreichende Folgen für die Attraktivität der Sportart hierzulande haben. In isländischen Medien wird schon der erfahrene Alfred Gislason von Rekordmeister THW Kiel als Prokop-Nachfolger gehandelt. Als sicher gilt auch, dass im Falle einer Trennung von Prokop DHB-Vize Hanning ebenfalls seinen Posten räumen würde - dann stünde die Nationalmannschaft knapp ein Jahr vor dem Heim-Turnier vor einem personellen Neustart.

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