Sprint-Rentner

Usain Bolt: Erst Fußball beim BVB, dann IAAF-Botschafter

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Usain Bolt posiert mit Formel-1-Pilot Lewis Hamilton nach dem Rennen in Austin. Foto: Tony Gutierrez

Usain Bolt hält an seinen Plänen für ein Fußball-Gastspiel bei Borussia Dortmund fest. Und auch im Weltverband der Leichtathleten will der Sprint-Rentner bald mitmischen.

Austin(dpa) - Nach ein paar Wochen im Ruhestand sucht Usain Bolt die nächste Herausforderung. Ein Probetraining bei Borussia Dortmund, ein Job als Botschafter der Leichtathletik und eine Rolle als Ratgeber für die nächste Sprinter-Generation um den Südafrikaner Wayde van Niekerk.

Um einen leeren Terminkalender muss sich der 31-Jährige auch nach dem Ende seiner Karriere keine Sorgen machen. "Es geht mir gut, ich bin immer noch ziemlich beschäftigt", sagt der einst schnellste Mann der Welt beim Kurzbesuch bei der Formel 1 im texanischen Austin.

Gewohnt lässig im Jeans-Outfit plaudert der Jamaikaner in kleiner Runde über sein neues Leben. Das tägliche Training? "Vermisse ich kein bisschen", sagt Bolt lachend. Nur das Rumblödeln mit seinem früheren Coach fehle ihm etwas. Also doch bald ein Comeback? "Ich habe von den Großen gelernt, von Muhammad Ali und Michael Jordan. Es funktioniert nicht, wenn du zurückkommst. Sie haben es versucht, es hat nicht geklappt. Ich werde schlau sein und wegbleiben", sagt Bolt.

Stattdessen will der achtmalige Olympiasieger sich am langgehegten Traum vom Gastspiel im Profifußball versuchen. Nach seiner Muskelblessur, die ihn im letzten WM-Rennen seiner schillernden Laufbahn stoppte, will Bolt in zwei Wochen wieder ins Training einsteigen. Möglichst bald soll dann ein einwöchiger Test beim Bundesligisten in Dortmund folgen. "Das ist ein persönliches Ziel. Mir ist es egal, was andere Leute darüber sagen", versichert Bolt.

Erst nach dem Probelauf beim BVB werde er über weitere Aufgaben wie ein Amt beim Leichtathletik-Weltverband konkret nachdenken. "Ich will das nicht überstürzen. Aber ich will auf jeden Fall mit der IAAF arbeiten", sagt Bolt. Lockere Gespräche habe es bereits mit Verbandschef Sebastian Coe gegeben. "Usain hat dank seinen Auftritten und seiner Ausstrahlung in den letzten zehn Jahren die Leichtathletik als Sportart dahin gebracht, wo sie heute ist. In diesem Sinn kann und will er auch in Zukunft unserem Sport weiterhelfen", sagte Coe unlängst dem Schweizer "Blick".

Bolts Charisma kann die Leichtathletik beim Neuaufbau nach dem russischen Dopingskandal gut gebrauchen. "Man muss den Tiefpunkt erreichen, um den Wiederaufbau starten zu können. Und die Situation mit Russland war das Schlimmste, was ging. Jetzt müssen wir die Leute dazu bringen, dem Sport wieder zu vertrauen", sagt Bolt.

Er selbst habe der Welt bewiesen, dass Titel und Rekorde auch ohne Dopingbetrug möglich seien, beteuert der Superstar. "Das muss ich weiter predigen und den jungen Athleten zeigen und erklären", sagt Bolt. Schon jetzt teile er seine Erfahrungen regelmäßig mit 400-Meter-Olympiasieger van Niekerk. "Wann immer er ein Problem hat, ruft er mich an oder schickt mir eine Textnachricht. Ich versuche, so gute Ratschläge zu geben wie möglich", verrät Bolt.

Um Jamaikas Sprint-Nachwuchs indes macht er sich Sorgen. "Wenn sie ihren ersten Vertrag bekommen mit viel mehr Geld, als ich damals bekommen habe, dann verlieren sie den Fokus. Sie haben jetzt dieses Geld und trainieren nicht mehr hart genug, um besser zu werden", zürnt Bolt.

Will er dann nicht vielleicht selbst für einen neuen Bolt sorgen? "Wie Ihr wisst, habe ich eine Freundin seit fast fünf Jahren. Wir haben darüber gesprochen, eine Familie zu gründen. In naher Zukunft", sagt Bolt und lacht verschmitzt.

Bolt im Profil

Coe-Aussagen im "Blick"

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