Sieg gegen die USA

„Golden Girls“: Ludwig/Walkenhorst baggern sich zum WM-Titel

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Kira Walkenhorst und Laura Ludwig sind Weltmeisterinnen.

Nach Olympia-Gold in Rio nun der WM-Titel in Wien: Die „Golden Girls“ des deutschen Beachvolleyballs bringen eine äußerst schwierige Mission bis zum erhofften, aber kaum erwarteten Höhepunkt. Ludwig/Walkenhorst haben jetzt alle Titel gewonnen, die es gibt.

Jetzt sind Laura Ludwig und Kira Walkenhorst endgültig die Königinnen ihrer Sportart. Ein Jahr nach dem glanzvollen Olympia-Triumph an der Copacabana setzten sich die Hamburgerinnen auch die WM-Krone auf und haben damit in ihren fünf gemeinsamen Jahren alles gewonnen, was es im Beachvolleyball zu gewinnen gibt. Noch vor der Siegerehrung in Wien reckten sie auf einem roten Teppich den goldenen WM-Pokal in die strahlende Sonne.

Ludwig/Walkenhorst setzten sich Samstag in einem hochklassigen und spannenden WM-Endspiel gegen die US-Amerikanerinnen April Ross und Lauren Fendrick mit 2:1 (19:21, 21:13, 15:9) durch. „World Chamion - yeah“, brüllte Ludwig nach dem Triumph ins Mikrofon und tanzte auf dem Centercourt: „Unglaublich.“

Vor 10 000 Zuschauern im voll gefüllten Wiener WM-Stadion auf der Donauinsel mussten die 27 Jahre alte Walkenhorst und ihre vier Jahre ältere Partnerin Ludwig harten Widerstand brechen und holten das zweite WM-Gold für den deutschen Volleyball im Sand, gleichzeitig die sechste WM-Medaille für Schwarz-Rot-Gold in der Beach-Geschichte.

„Das ist nach dieser schwierigen Vorbereitung alles andere als selbstverständlich“, erklärte die in Essen geborene Walkenhorst. Nach einer Schulteroperation bei ihrer Partnerin musste die Blockerin fast vier Monate allein trainieren. Und als Energiebündel Ludwig wieder in Schuss kam, erwischte es Walkenhorst mit einer Entzündung in der Schulter. Gemeinsame Turniere mit voller Belastung gab es für das Duo vor der WM praktisch nicht. „Wir sind auf jeden Fall mit Zweifeln hier angereist. Ich wusste nicht, ob meine Schulter durchhält.“

„Es war nicht so leicht, die Leistung auf den Höhepunkt zu steuern. Wir hatten Glück, dass unsere Körper diese Belastung mitgemacht haben“, erinnerte die 1,84 Meter große Walkenhorst an die ungewöhnliche WM-Mission. „Erst hier in Wien habe ich zum ersten Mal wieder richtig hart geschlagen.“ Ross/Fendrick bekamen im Finale die zurückgekehrten Stärken der Olympiasiegerinnen zu spüren.

Nach den vielen Verletzungen und Erkrankungen hat das deutsche Beachvolleyball-Team Nummer eins auf den Punkt wieder seine Topform. Im Endspiel wurden die Weltmeisterinnen allerdings von den US-Girls hart gefordert. „Wir wussten, dass wir an jedem Detail arbeiten mussten und jedes Spiel wichtig für uns ist“, erklärte Ludwig. „Wir haben uns auf die Elemente fokussieren, die wir uns Spiel für Spiel erarbeitet haben“, ergänzte Walkenhorst.

Ludwig/Walkenhorst sind nach dem Olympiasieg in Rio de Janeiro 2016, drei gemeinsamen deutschen Meisterschaften, zwei EM-Triumphen und neun Turniersiegen auf der Welttour nun auch die erste deutschen Damen, die den WM-Titel gewannen. Zuvor hatten Julius Brink und Jonas Reckermann 2009 im norwegischen Stavanger für das einzige WM-Männergold gesorgt.

dpa

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