Auch Nissan und Jaguar steigen ein

Autogiganten zieht es in die Formel E: BMW, Porsche und Mercedes folgen Audi

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Audi-Pilot Daniel Abt (vorne) aus Deutschland fährt beim Mexiko ePrix der Formel E auf der Strecke von Mexiko City.

Audi, BMW, Mercedes und Porsche: Ab der Saison 2019/2020 kommt es in der Formel E zum Kampf der deutschen Autogiganten.

Hamburg - Die Formel E drückt weiter aufs Gas und könnte auch die Formel 1 mittelfristig immer mehr unter Druck setzen - die Big Player der Automobilbranche drängen in die Elektro-Serie. Ab der Saison 2019/20 kommt es nun auch offiziell zum Kampf der deutschen Autogiganten Audi, BMW, Mercedes und Porsche in der bisher teils noch belächelten Serie. Die vier deutschen Edel-Schmieden stehen auf der Starterliste der Formel E, die der Weltverband FIA am Dienstag veröffentlichte.

"Ich freue mich, Mercedes und Porsche neben den anderen Nennungen auf der Liste für die sechste Saison zu sehen", sagte Formel-E-Chef Alejandro Agag: "Wir habe alle Erwartungen erfüllt, die wir uns vor vier Jahren, als alles losging, gesetzt haben." Das Ziel des ehrgeizigen Spaniers: Er will die Elektro-Serie zur Nummer eins machen. "Die Formel E wird bestimmt richtig, richtig groß. Ich glaube, es wird in 20, 30 oder 40 Jahren der einzige Motorsport sein, der noch übrig ist", hatte Agag zuletzt gesagt.

2018 macht die Rennserie wie schon 2015 und 2016 in Berlin Station. Allerdings gibt es auch Überlegungen, einen deutschen ePrix in München stattfinden zu lassen. Als möglicher Austragungsort gilt die Theresienwiese, auf der jedes Jahr das Oktoberfest stattfindet, wie tz.de berichtete.*

Audi schon da - jetzt folgen BMW, Porsche und Mercedes

Die Hersteller haben längst begriffen, dass es am Zukunftsmarkt der surrenden Elektromotoren kein Vorbeikommen gibt, wenn man in 20 oder 30 Jahren noch (E-)Autos verkaufen will. Audi ist bereits zur laufenden Saison mit einem Werksteam eingestiegen, BMW kommt zur nächsten hinzu - und dann folgen Porsche und Mercedes. Die Stern-Marke beendet deshalb sogar ihr Engagement in der DTM, Porsche stieg aus der Langstrecken-WM aus. Selbst Ferrari meldete zuletzt Interesse an einem Einstieg an.

"Die FIA und Alejandro Agag haben in den vergangenen Jahren fantastische Arbeit geleistet", sagte Fritz Enzinger, der bei Porsche als Hauptabteilungsleiter dem Formel-E-Programm übergeordnet ist: "Dank dieser Entwicklung werden wir uns mit vielen großen Automobilherstellern auf der Rennstrecke messen können." Neben den vier Großen aus Deutschland stehen auch Nissan und Jaguar auf der Starterliste für die Saison 2019/20.

Formel E als „saubere“ Säule neben der Formel 1

Die Formel E stellt im Gegensatz zur Formel 1 das Fahrzeug-Chassis und die Einheitsbatterie, sämtliche Antriebskomponenten sind dagegen Entwicklungen der jeweiligen Teams. Vor wenigen Tagen wurde auf dem Genfer Auto Salon das neue Auto präsentiert, das mit seinem fehlenden Heckspoiler ein bisschen wie das Batmobil aussieht und dank einer neuen Batterie den lästigen Fahrzeugwechsel überflüssig machen soll. Die maximale Leistung der Autos steigt auf 340 PS.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hatte bereits betont, er wäre "nicht überrascht, wenn die Formel E in drei, vier oder fünf Jahren etwas völlig anderes ist und auch einen völlig anderen sportlichen Wert hat". Doch um mehr Fans zu gewinnen, braucht die Formel E namhafte Stars, um sich als "saubere" zweite Säule neben der Formel 1 zu etablieren. Der größte Name war bislang der frühere Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve, nach nur drei Rennen warf der Kanadier aber 2016 wieder das Handtuch. Doch vielleicht verpflichten Porsche oder Mercedes für ihr Abenteuer ja einen echten Top-Fahrer.

SID

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