Verlängerungs-Klausel fehlt

HSV-Verträge: Sportdirektor Michael Mutzel zum Terodde-Poker

Bislang schien alles klar: Steigt der HSV auf, verlängert sich der Vertrag von Simon Terodde. Doch eine solche Klausel fehlt. Jetzt erklärt sich Michael Mutzel.

  • In den bisher 15 Zweitliga-Spielen der Saison traf Simon Terodde 16 Mal.
  • Der Vertrag des Stürmers endet auch im Aufstiegsfall am 30. Juni 2021.
  • HSV-Legende Uwe Seeler fordert Verlängerung und zweiten Stürmer vom Format Teroddes.
  • Sportdirektor Michael Mutzel bewahrt trotz der Situation Ruhe

Update vom 11. Januar, 10.20 Uhr: Hamburg – Er war auch beim Gastspiel in Nürnberg wieder der Mann, der den HSV rettete: Simon Terodde. Logisch also, dass quasi ganz Hamburg danach schreit, der Angreifer müsse auch in der kommenden Saison das Trikot der „Rothosen“ tragen. Weil in Teroddes Vertrag aber offenbar die lange vermutete Klausel fehlt, dass sich das Arbeitspapier des Angreifers im Aufstiegsfall automatisch verlängert, müssen die Verantwortlichen des Hamburger SV ran.

„Wir sind im Austausch und als Typ mega zufrieden mit ihm“, erklärt Sportdirektor Michael Mutzel, dass der Volkspark-Club zweifellos im Hintergrund bereits die ersten Vorkehrungen getroffen hat, dem 32-Jährigen einen Verbleib in der Hansestadt so schmackhaft wie möglich zu machen. „Er weiß, dass er in einem tollen Verein ist. Wir sind relativ entspannt. Wenn was zu tun ist, machen wir das“, so Mutzel.

Terodde selbst erklärt via Mopo: „Ich versuche mich auf die Aufgabe in Hamburg zu konzentrieren. Ich habe für ein Jahr unterschrieben, weil mich das unglaublich gereizt hat. Das hat sich voll bestätigt, deswegen mache ich mir jetzt keine Gedanken, wie es im Sommer aussieht. Am Ende muss immer alles passen. Es müssen beide Seiten wollen. Im Moment passt es ganz gut. Ich glaube, das sieht man auch.“

HSV: Klausel zur automatischen Verlängerung fehlt im Terodde-Vertrag

Erstmeldung vom 6. Januar 2020:

Hamburg – Er ist der Mann, der dem Hamburger SV* in der Zweiten Liga nahezu regelmäßig Tore beschert und von dem der Club aus dem Volksparkstadion* beim Traum von der Rückkehr in die Bundesliga abhängig ist. Die Rede ist von Stürmer Simon Terodde*, der in bislang 14 Zweitliga-Spielen der laufenden Saison 15 Mal ins gegnerische Netz traf. So oft wie kein anderer HSV-Spieler vor ihm in der Bundesliga oder der Zweiten Liga. In den letzten vier Spielen traf Terodde immer. Doch dem HSV könnte im schlechtesten Fall der Verlust seines Top-Torjägers blühen!

Fußballspieler:Simon Terodde
Geboren:2. März 1988 (Alter: 32 Jahre) in Bochholt
Größe:1,92 Meter
Gewicht:83 Kilogramm
Aktuelles Team:Hamburger SV (seit 2020)

HSV: Simon Terodde konzentriert sich „aufs Ziel, alles andere regeln meine Berater“

Bislang hielt sich zwar hartnäckig die Version, das Arbeitspapier des 32-Jährigen würde sich im Falle eines Aufstiegs des HSV in die Erste Liga automatisch verlängern. Wie die Hamburger Morgenpost nun berichtet, ist dem aber nicht so. Stattdessen endet Teroddes Kontrakt beim Club aus dem Volkspark am 30. Juni 2021 und danach wäre der „Goalgetter“ ablösefrei auf dem Transfermarkt und somit auch für andere Vereine frei verfügbar.

HSV-Spieler Simon Terodde könnte wegen einer fehlenden Klausel in seinem Vertrag gehen. Ein Albtraum für den Hamburger SV? (24hamburg.de-Montage)

Hamburger SV: Nach eigener Aussage hat Terodde „noch einige gute Jahre im Tank“

Heißt: Der Hamburger SV muss sich auf jeden Fall in Gespräche mit seinem Stürmer begeben, was eine Zukunft Teroddes über den Sommer 2021 hinaus im Volksparkstadion angeht. Für den 32-Jährigen selbst ist die unklare Situation über seine Zukunft kein Grund, um in Hektik oder Nervosität zu verfallen. „Ich konzentriere mich hier voll und ganz auf unser Ziel, alles andere regeln meine Berater im Hintergrund“, erklärt er in einem Interview mit der Sport Bild und ergänzt: „Ich fühle mich besser denn je und habe noch einige gute Jahre im Tank.“

HSV: Stürmer Terodde fühlt sich in Hamburg „schon sehr wohl“

Überdies, so Terodde weiter, „fühle ich mich in Hamburg* schon sehr wohl. Das gilt auch für meine Frau und meine zwei Kinder.“ Letztlich aber seien „die Hauptargumente am Ende immer die sportliche Situation, der Erfolg und wie ich im Verein ankomme.“ In all diesen Punkten muss dem HSV nicht Bange sein: Die sportliche Situation ist gut, der Aufstieg wäre ein Erfolg und im Club und dessen Umfeld gibt es wohl keinen, der Terodde in der kommenden Saison nicht weiterhin gerne im Trikot der „Rothosen“ sehen würde.

Entsprechend entspannt präsentiert sich daher auch die andere Seite der beiden Vertragsparteien: der HSV. Die Verantwortlichen aus dem Volkspark haben laut Mopo zudem eine klare Absprache mit ihrer personifizierten Lebensversicherung: Im April oder Mai wollen sich beide Seiten zusammensetzen und über eine Ausdehnung der Zusammenarbeit sprechen. Einen möglichen Verlust Teroddes, so viel steht fest, kann sich der HSV eigentlich nicht leisten. Weder in der Ersten noch in der Zweiten Liga.

HSV: Legende Uwe Seeler will einen weiteren Stürmer wie Terodde in Hamburg sehen

Dafür ist die Rolle, die der Stürmer im Team von Trainer Daniel Thioune* einnimmt, einfach zu groß. Dafür trifft der 32-Jährige einfach zu oft. Kurz gesagt: Der HSV ist abhängig von Simon Terodde. Und das sieht auch ein ganz wichtiger HSV-Vertreter so: Vereinslegende Uwe Seeler*. „Gute Stürmer können wir in Hamburg immer gebrauchen, und Simon hat bewiesen, dass er ein guter ist“, so Seeler in der Sport Bild.

Uwe Seeler: HSV-Ikone hält den Kader für zu schwach für die Bundesliga

„Darum hoffe ich, dass der HSV schlau genug ist und ihn nicht laufen lässt. Das wäre enorm wichtig für den Verein“, steht für die Club-Ikone fest, dass im positiven Sinne Nägel mit Köpfen gemacht werden müssen. „Wir sind nicht so breit aufgestellt. Wir bräuchten noch einen weiteren Stürmer vom Format eines Simon Terodde“, geht der 84-Jährige sogar noch weiter und stellt unumwunden fest: „Mit diesem Kader kommen wir in der Ersten Liga nicht weit, dort wird man mehr gefordert. Das muss allen bewusst sein.“ * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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