„Allrounder“ als Hoffnungsträger

HSV: Wintzheimer-Rückkehr — Youngster ist Thiounes Mutmacher

Gegen Hannover 96 saß Manuel Wintzheimer 75 Minuten lang auf der Bank. Gegen Darmstadt könnte er anstelle des gesperrten Sonny Kittel in der Startelf stehen.

  • Gegen Hannover 96 schmorte „Offensiv-Allrounder“ Manuel Wintzheimer 75 Minuten lang auf der Bank.
  • Im nächsten Spiel des Hamburger SV* könnte er in der Startelf den Platz von Sonny Kittel einnehmen.
  • Seine Vielseitigkeit könnte in Sachen HSV-Aufstellung diesmal zum Vorteil für Manuel Wintzheimer werden.

Hamburg — Als noch vor dem Heimspiel des Hamburger SV gegen den Nord-Rivalen Hannover 96 die Aufstellung die Runde machte, dürfte sich der eine oder andere unter den Anwesenden im Volksparkstadion verwundert die Augen gerieben haben. Manuel Wintzheimer musste im Krisen-Kick gegen die Niedersachsen auf der Bank des HSV Platz nehmen und schmorte dort 75 Minuten lang, ehe er schließlich doch noch zu einem Kurzeinsatz kam. An der 0:1-Niederlage der Mannschaft von Daniel Thioune vermochte der 21-Jährige in den 15 Minuten, die er auf dem Platz stand, nichts mehr zu ändern.

Fußballspieler:Manuel Wintztheimer
Geboren: 10. Januar 1999 (Alter: 21 Jahre) in Arnstein
Größe:1,80 Meter
Gewicht:77 Kilogramm
Aktuelles Team:Hamburger SV (seit 2020)
Positionen:Sturm, Mittelfeld

Warum der HSV-Trainer den 21-Jährigen draußen ließ, war für die Außenstehenden rätselhaft. Immerhin avancierte Wintzheimer. der zur aktuellen Saison vom VfL Bochum in die Hansestadt wechselte, in den bisherigen Spielen zu einem der wenige Lichtblicke im Kader von HSV-Coach Daniel Thioune* — und darüber hinaus hinter dem Darmstädter Tobias Kempe zu einem der besten Vorlagengeber in der Zweiten Liga. Während Kempe seinen Teamkollegen sieben Tore vorbereitete, bringt es Wintzheimer ebenso wie Sebastian Kerk vom VfL Osnabrück auf sechs Assists. Im HSV-Spiel gegen Heidenheim konnte Wintzheimer unlängst zwei Vorlagen in einer Begegnung für sich verbuchen.

HSV: Dass Trainer Daniel Thioune gegen Hannover Manuel Wintzheimer degradierte, kam überraschend

Umso überraschender also seine Degradierung auf die Bank. Der einhellige Tenor: Vielleicht hätte jemand mit einer Bilanz wie Wintzheimer dem HSV gegen Hannover in der Startelf um einiges besser zu Gesicht gestanden, als der seit Wochen wegen seiner phlegmatisch wirkenden Auftritte in der Kritik stehende Sonny Kittel. Im Nachgang der Hannover-Partie lieferte Daniel Thioune seine Erklärung ab, warum er nicht von Beginn an auf den U21-Nationalspieler mit den unterfränkischen Wurzeln setzte. „Im Nachgang ist es immer leichter. Ich halte dafür als Trainer den Kopf hin“, sagte Thioune zunächst.

Zuletzt kam Manuel Wintzheimer (rechts) gegen Hannover nur zu einem Kurzeinsatz, gegen Darmstadt ruhen die Hoffnungen auf ihm. (24hamburg.de-Montage)

Hamburger SV: Trainer Daniel Thioune begründet den Verzicht auf Manuel Wintzheimer

Dazu ergänzte der HSV-Coach: „Wir haben uns entschieden, gegen den Gegner mit Spezialisten auf den Positionen zu spielen.“ Heißt im Falle von Wintzheimer, den Daniel Thioune in der laufenden Saison in der Zweiten Bundesliga bereits auf diversen Positionen im Mittelfeld — zentral oder auf der Außenbahn — sowie auch als Sturmspitze einsetzte: Er ist kein Spezialist. Und war als „Allrounder“ entsprechend außen vor, als es um die Aufstellung der Hamburger* im Heimspiel gegen die Hannoveraner ging.

HSV: Auch die Tatsache, dass Wintzheimer der „formstärkste Spieler“ ist, rettete ihn nicht vor der Bank

„Genau deshalb haben wir uns gegen Manuel entschieden“, führte Thioune weiter aus — wohlwissend, dass er letztlich mit diesem Schachzug daneben gelegen hatte. Die Entscheidung, den 21-Jährigen im Volksparkstadion* im Keller-Kick nicht von Beginn an eingesetzt zu haben, habe er unabhängig davon getroffen, dass Wintzheimer „der formstärkste Spieler ist — auch in Zahlen gemessen.“ Trotz seiner 75-minütigen „Zwangs-Auszeit“ gegen Hannover wird Thioune am kommenden Wochenende in Darmstadt wieder auf Wintzheimer setzen. Oder aber anders gesagt: vielleicht setzen müssen.

Hamburger SV: Die Sperre von Sonny Kittel könnte Manuel Wintzheimer zurück in die Startelf befördern

Denn: Im Mittelfeld wird durch die Sperre von Sonny Kittel ein Platz frei. Zwar hofft auch der zuletzt ebenfalls auf die Bank verbannte Aaron Hunt, in die Startelf zurückkehren zu können, doch auch vorne in der Spitze könnte sich eine Wechsel-Möglichkeit bieten. Dann, wenn Thioune dem zuletzt wenig treffsicheren Simon Terodde eine Pause gönnen sollte. Denn dort sind die Alternativen rar: Lukas Hinterseer konnte nicht überzeugen, Bobby Wood ebenfalls nicht. Letzterer musste im Training zudem angeschlagen aussetzen. Sieht also ganz so aus, als wenn Bankdrücker Wintzheimer zu Thiounes Mutmacher wird. Auf welcher Position auch immer. Vielleicht ist seine Vielseitigkeit ja diesmal der Vorteil. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Stefan Puchner/dpa/picture alliance

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