Doppelpack gegen Braunschweig

HSV: Erst Flop, jetzt top – Kinsombi startet durch

Anfangs lief es nicht, jetzt greift er an: David Kinsombi, der in Braunschweig zweimal für den HSV traf. 24hamburg.de analysiert seinen Formanstieg.

  • David Kinsombi* trifft gegen Braunschweig im Doppelpack für den HSV.
  • Trainer Daniel Thioune* lobt die Entwicklung des Mittelfeldspielers.
  • David Kinsombi selbst sieht seine körperliche Verfassung als Auslöser für den Aufschwung.

Hamburg – Es liegt noch gar nicht so lange zurück, da wurde über David Kinsombi kräftig diskutiert. Für eine Ablöse von knapp drei Millionen Euro kam der 25-Jährige im Sommer 2019 von Holstein Kiel zum Hamburger SV*. Einen Teil der Summe bezahlte Kinsombi sogar aus eigener Tasche, weil er unbedingt zum Club aus dem Volksparkstadion* wollte. Danach aber lief es für ihn alles andere als rund: Verletzungen warfen Kinsombi aus der Bahn, ihm haftete bereits der Titel „Fehleinkauf“ an. Bis jetzt. Denn nun dreht der Mittelfeldmann mächtig auf – und ist aus der Startelf aktuell nicht wegzudenken.

Fußballspieler:David Kinsombi
Geboren:12. Dezember 1995 (Alter: 25 Jahre) in Rüdesheim
Größe:1,83 Meter
Gewicht:74 Kilogramm
Aktueller Verein:Hamburger SV (seit 2019, Rückennummer: 6)
Vorherige Vereine:Holstein Kiel, Karlsruher SC, 1. FC Magdeburg, Eintracht Frankfurt, FSV Mainz 05 II

HSV: Zu Beginn der Saison hatte David Kinsombi mit einer Verletzung zu kämpfen

In der Vorsaison und der jetzigen zog sich David Kinsombi* jeweils einen Muskelfaserriss zu, der ihn erst einmal außer Gefecht setzte. Als der 25-Jährige dann jeweils wieder fit war, musste er sich hinten anstellen. Andere Akteure waren ihm längst mehr als nur einen Schritt voraus, im Kader* von Trainer Daniel Thioune war für den gebürtigen Deutschen mit kongolesischen Wurzeln kein Platz. Und wenn Thioune Kinsombi die Chance gab, sich zu zeigen, dann war dieser nicht in der Lage, sie zu nutzen.

HSV-Spieler David Kinsombi steigerte sich in dieser Saison vom Flop zum Top-Spieler. (24hamburg.de-Montage)

Nachdem der HSV im November 2020 ein Testspiel gegen den dänischen Erstligisten Viborg IF mit 1:3 verlor und sich kaum ein Spieler aus der sogenannten „zweiten Reihe“ positiv hervortun konnte, stellte Daniel Thioune die Spieler – ohne jedoch Namen zu nennen – an den Pranger. Was folgte, war im Dezember 2020 unter anderem ein längeres Gespräch zwischen Kinsombi und dem HSV-Trainer, in dem beide sich über die damalige Situation Kinsombis und dessen Zukunftsperspektiven austauschten.

HSV: Im Dezember kam es zum intensiven Gespräch zwischen Trainer Daniel Thioune und Kinsombi

Eine Unterredung, die Früchte trug. Trainer Thioune und sein Mittelfeldmann vereinbarten, dass Letzterer weiterhin in Hamburg* bleibt und – statt zu wechseln – Vollgas gibt. „Das ist ihm nach diesem Gespräch sehr gut gelungen. Er ist auf einem guten Weg. Vielleicht ist er jetzt endlich in Hamburg angekommen. Mir gefällt, was er zeigt. Deswegen hat er sich seine Spielzeit verdient. Wir müssen gucken, dass er dieses Level hält“, sagte Thioune schon vor dem Braunschweig-Spiel in der Mopo über Kinsombi, der im Spiel gegen den SSV Jahn Regensburg am 14. Spieltag erstmals traf

Nun folgte Kinsombis Doppelpack gegen Braunschweig, der ihn zum „Man of the match“ machte. Doch nicht nur an Toren gemessen überzeugt Kinsombi derzeit. „Ich bin sehr froh, dass wir ihn haben. Er hatte einen sehr schwierigen Start. Aber wenn man mal auf seine Zahlen an Toren und Vorlagen guckt, dann sind die – gemessen an seiner Netto-Spielzeit – sowohl in dieser als auch in der vorherigen Saison positiv“, sagte Daniel Thioune auf der Pressekonferenz vor dem HSV-Spiel bei Fortuna Düsseldorf (26. Januar, Anstoß: 20.30 Uhr).

HSV: David Kinsombi sieht seine körperliche Verfassung als Auslöser für den Aufschwung

Doch nicht genug der positiven Worte, die der Trainer der „Rothosen“ über seinen Schützling verliert. „Er verhält sich sehr strategisch auf dem Platz. Ich hole ihn öfter zu mir, um ihm Informationen zu geben, weil er in der Lage ist, im Mittelfeld gute und richtige Entscheidungen zu treffen“, holt Daniel Thioune mit seinen Lobeshymnen weiter aus und ergänzt: „David schöpft sein Potenzial derzeit gut ab. Er bereitet uns viel Freude. Seine Anzahl an Toren und Vorlagen zeigen seinen Stellenwert. Ihn zeichnet seine Flexibilität aus. Ich bin froh, dass der Knoten bei ihm geplatzt ist.“

„Zweifel gab es nicht – zu keinem Zeitpunkt. Ich bin gerne beim HSV“

David Kinsombi (25). Mittelfeldspieler des Hamburger SV

Und Kinsombi selbst? Der 25-Jährige beurteilt seinen Aufschwung nüchtern. „Meine körperliche Verfassung ist aktuell sehr gut. Dafür habe ich in den letzten Wochen und Monaten auch sehr viel gemacht“, erklärte er in der Mopo. „Ich bin leider mit einer Verletzung in die Saison gestartet. Ich habe die Reha-Zeit genutzt und viel gearbeitet, um mich in die Verfassung zu bringen, in der ich jetzt bin und mit der ich meiner Mannschaft helfen kann.“ Zweifel daran, ob er dem HSV überhaupt helfen könnte, „gab es nicht. Zu keinem Zeitpunkt. Ich bin gerne beim HSV.“

HSV: David Kinsombi kann nach eigenen Angaben mit dem hohen Erfolgsdruck in Hamburg umgehen

Daran ändert auch die hohe Erwartungshaltung, die in Hamburg an den Verein und die Mannschaft gestellt werden, nichts, betont Kinsombi in der aktuellen Ausgabe des Vereinsmagazins HSVlive. „Ich persönlich kann ganz gut damit umgehen, dass durch die große Erfolgsgeschichte des HSV auch ein größerer Erfolgsdruck herrscht als woanders. Im Endeffekt ist der Spaß am Spiel zu groß, als dass mir äußere Umstände dies kaputt machen können“, so Kinsombi, der fraglos die Wandlung vom Flop zum Top-Spieler vollzogen hat. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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