Rücktritt statt Relegation?

Hamburger SV-Trainer Dieter Hecking „sch***t“ auf alles

Dieter Hecking hat nur Augen für sein Team. Der HSV-Coach will nicht auf die Konkurrenten um den Aufstieg schauen, sondern sich nur um das Restprogramm der Hamburger kümmern. Nach dem Spiel gegen Osnabrück sieht es für den HSV bitter aus – der Bundesliga-Aufstieg rückt in weite Ferne.

Hamburg - Dieter Hecking, Coach vom Hamburger SV, ist ein Mann der klaren Worte. Seit nunmehr 20 Jahren ist der 55-Jährige als Trainer aktiv und kann sich sowohl DFB-Pokal-Sieger als auch Deutscher Vizemeister (jeweils im Jahr 2015 mit dem VfL Wolfsburg) nennen. Nicht immer ist der gebürtige Nordrhein-Westfale mit seinem Gegenüber einer Meinung, verbal können schon mal die Fetzen fliegen. Nun gibt sich Hecking gewohnt meinungsstark und lässt verlauten, dass ihm die Konkurrenz um den Aufstieg in die Erste Fußball-Bundesliga „scheißegal“ ist. Darüber berichtet „rautenperle.com.

Fußballer:Dieter Hecking
Geboren:12. September 1964 (Alter 55 Jahre), Castrop-Rauxel
Größe:1,78 m
Ehepartnerin:Kerstin Hecking
Eltern:Wilfried Hecking
Kinder:Jonas Hecking, Charlotte Hecking, Maria-Lena Hecking, Aaron Hecking, Therese Hecking

Hamburger SV: Coach Dieter Hecking sind die anderen Teams „scheißegal“ - Fokus nur aufs eigene Team

Allen Unruhen und Kritiken zum Trotz ist es das Bestreben von HSV-Coach Dieter Hecking, stets den Fokus aufrechtzuerhalten. Eine Maxime, die er nicht nur für sich selbst verinnerlicht hat, sondern auch an sein Team rund um Kapitän Aaron Hunt* weiterzugeben versucht. Für den Trainer der Hamburger geht es darum, sich auf die eigene Leistung zu konzentrieren und nicht auf die anderen Mannschaften, allen voran der 1. FC Heidenheim und der VfB Stuttgart, zu schauen.

Alle Spiele gewinnen, und schon hat das Leiden der Rothosen ein Ende. Der Aufstieg in die Beletage des deutschen Fußballs steht über allem, zwei Saisons in der Zweitklassigkeit entsprechen nicht dem Selbstverständnis von Verein und Fans. Die können ihrem HSV im Endspurt der Saison 2019/2020 nach wie vor nur von der heimischen Couch aus unterstützen. Bedingt durch das Coronavirus-Sars-Cov-2* bleibt die Unterstützung der Anhänger des Hamburger SVs im Volksparkstadion aus. Doch sollte dies keine Ausrede sein, falls die Rückkehr in Liga eins unter Umständen doch scheitert.

Um hitzige Anweisungen nicht verlegen: HSV-Coach Dieter Hecking hat nur Augen für sein Team und achtet nicht auf die Konkurrenz um den Aufstieg.

„Wir müssen unser Ding machen, dann können die anderen spielen, wie sie wollen. Wir müssen zusehen, dass wir unsere Spiele gewinnen. Dann können wir den Aufstieg aus eigener Kraft schaffen“, lautet der eindeutig formulierte Auftrag Heckings an seine Mannen. „Wir können die anderen Ergebnisse nicht beeinflussen. Mir ist es auch scheißegal“, fügt der erfahrene Trainer hinzu.

Eine insofern gesunde Einstellung, als dass Hecking schlussendlich nur die Wahrheit ausspricht. Sämtliche Rechen- und Planspiele verbieten sich, an erster Stelle sollte und muss die eigene Leistung stehen. Und die kann der HSV-Coach maßgeblich beeinflussen. Das Potenzial für den Aufstieg ist auf jeden Fall gegeben. Dies zeigt bereits ein Blick auf die vermeintlich neue, goldene Generation der Hamburger*, bestehend aus Bakery Jatta*, Rick van Drongelen und Josha Vagnoman*.

Hamburger SV: Gefühlsmensch Hecking hält nichts von Schützenhilfe

Doch mangelt es nicht zuletzt in der Rückrunde an Beständigkeit, wechselhafte Auftritte stellen die einzige Konstante dar. Ist auch Hecking nicht entgangen, der mahnend betont: „Wir haben noch nichts gewonnen". Auf Schützenhilfe will sich der Trainer-Veteran definitiv nicht verlassen, sondern vielmehr Spieler auf dem Platz sehen, die an ihre Leistungsgrenze gehen - und im Optimalfall die verbleibenden Spiele gewinnen, um einer möglichen Relegation zu entgehen. Doch nach dem Spiel gegen Osnabrück* gehen ihm die Nerven durch - der Blick auf die Konkurrenz ist wieder nötig.

In den beiden Entscheidungsspielen zwischen dem Drittplatzierten der 2. Liga und dem Sechzehnten der 1. Liga könnte pikanterweise ein Aufeinandertreffen zwischen den Nord-Rivalen schlechthin drohen - dem HSV und dem SV Werder Bremen*. Das Team von der Weser sieht sich trotz des 5:1-Kantersiegs in Paderborn* mit ärgsten Abstiegsängsten konfrontiert und muss weiterhin fleißig punkten. Dies könnte mit stoischer Ruhe gelingen, die auch der Hamburger Coach mitunter an der Seitenlinie an den Tag legt.

Hecking ist ein Gefühls- und Emotionsmensch, der von dem einen auf dem anderen Moment komplett aus sich herausgehen kann. Wirkt der 55-Jährige zuweilen kauzig, ist es lediglich die für manche spezielle Art, mit der sich der einstige Hannover 96-Trainer seit zwei Jahrzehnten im Trainergeschäft hält. Das Team aus der niedersächsischen Hauptstadt wiederum stellt den nächsten Gegner vom FC Sankt Pauli* dar. Der Stadtrivale des Hamburger SVs ist zum Siegen verdammt, um nicht mehr zweigleisig planen zu müssen.

Hamburger SV: Hecking in der Kritik – Aufstiegstrainer oder Trennung?

Damit dies gelingt, gilt es, den Ex-Paulianer Marvin Ducksch aus dem Spiel zunehmen* und gleichzeitig die wieder entdeckten Offensivqualitäten der eigenen Stürmer effektiv einzusetzen. Konkret sind hiermit Dimitrios Diamantakos und Henk Veerman gemeint, die beide gegen Erzgebirge Aue trafen und Trainer Jos Luhukay zumindest fürs Erste aus dem Kreuzfeuer der Kritik nahmen.

Mit Kritik kennt sich Hecking bestens aus. Gegen Holstein Kiel ging die Taktik des HSV-Coachs nicht auf* und der ehemalige Bundesliga-Dino verspielte in letzter Minute den sicher geglaubten Sieg. Dafür hagelte es ordentlich Schelten von allen Seiten. Sei es drum, wird sich der 55-Jährige vermutlich denken, der nicht zurückschaut und alles abseits seines Teams ausblendet. Gelingt die Bundesliga-Rückkehr, kann sich der frühere Ordnungshüter im Recht fühlen. Müssen die Hamburger aber für ein weiteres Jahr in der ungeliebten 2. Liga antreten, ist selbst die Trennung von Heckings nicht ausgeschlossen. Ob ihm das auch „scheißegal“ wäre? // Quelle: 24hamburg.de-HSV

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