Formkrise

"Krank": Watzke und Zorc kritisieren Kritik am BVB

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Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l) und Sportdirektor Michael haben kein Verständnis für Kritik am BVB. Foto: Bernd Thissen

Der Vorsprung in der Bundesliga ist weg, das Weiterkommen in der Champions League kaum noch machbar. Trotz der sportlich missratenen vorigen Woche hat sich die Führung von Borussia Dortmund vor die Mannschaft und den neuen Trainer gestellt.

Dortmund (dpa) - Die BVB-Bosse Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc haben die Kritik an den aktuellen Leistungen von Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund entschieden zurückgewiesen.

"Für die Berichterstattung fehlt mir teilweise das Verständnis. Das ist krank", sagte Geschäftsführer Watzke dem Magazin "Reviersport". Manager Zorc ärgerte sich vor allem über die Kritik an der Spielweise des neuen Trainers Peter Bosz. "Die Bosz-Diskussion ist schizophren", sagte er der "Bild": "Das ist ja schon der Ritterschlag für den BVB, wenn bei uns, obwohl wir noch an der Tabellenspitze stehen, unser Trainer von außen infrage gestellt wird. Das ist lächerlich!"

So sieht es auch Watzke. "Die Spiele gegen Leipzig und Frankfurt waren Spektakel. Das ist, was die Zuschauer sehen wollen, was sie ins Stadion treibt. In der Bundesliga haben wir wieder Spannung. Und medial wird eine Stimmung erzeugt, als wären wir kurz vor dem Abstieg", erklärte er: "Wenn man sieht, wie die BVB-Fans die Mannschaft nach den Spielen gegen Leipzig und Frankfurt für ihren Fußball feiern, dann wird klar, dass im Verein in Gänze ein anderes Stimmungsbild herrscht."

Dortmund ist aufgrund der besseren Tordifferenz vor Bayern München Tabellenführer, verspielte jedoch in den vergangenen beiden Spielen gegen RB Leipzig (2:3) und bei Eintracht Frankfurt (2:2) einen Fünf-Punkte-Vorsprung. Bosz wird für seine in Augen vieler zu offensive Spielweise kritisiert.

Der Niederländer zeigt sich derweil unbeirrt. Er halte die Kritik für "nicht übertrieben", sagte er am Montag: "Ich versuche immer, die Spiele ohne Emotionen zu analysieren. Und ich habe immer gesagt, dass wir viele Sachen noch verbessern müssen. Aber wir machen weiter. Am Spielstil werden wir nichts ändern."

Bosz ist aber auch klar, dass ein Sieg im DFB-Pokal beim Drittliga-Zweiten 1. FC Magdeburg am Dienstag wichtig für die Psyche wäre. "Wenn man in einer Woche drei Spiele nicht gewinnt, kann man sich vorstellen, dass ein Sieg wichtig wäre", erklärte er: "Nicht nur, weil es im Pokal immer um Alles oder Nichts geht. Sondern auch wegen des Gefühls, wieder mal zu gewinnen."

Watzke sorgt bisher aber nur die Ausbeute in der Königsklasse mit einem Punkt aus drei Spielen. "In der Champions League stünden wir gern besser da, klar", sagte Watzke: "Der erste Platz in der Bundesliga sollte uns nicht zum Verhängnis gemacht werden, weil damit eine Erwartungshaltung erwachsen ist, die wir auch mit fünf Punkten Vorsprung nie bedient haben. Wir müssen einen klaren Blick bewahren – der besagt, dass wir in der Liga bislang gut unterwegs sind. Und das lassen wir uns auch nicht kaputtreden."

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