Dortmunds Geschäftsführer lobt den Deutschen

Watzke: „Hummels der beste Innenverteidiger der Welt“

+
Hans-Joachim Watzke und Mats Hummels beim Pokalfinale 2016.

München - Wer das Geschehen in der Fußball-Bundesliga aufmerksam verfolgt, weiß, dass nicht jedes Wort von Hans-Joachim Watzke auf die Goldwaage gelegt werden sollte.

Der Geschäftsführer von Borussia Dortmund ist ein schlauer Taktiker, der stets die Interessen seines BVB verfolgt. Als der Oberborusse nach dem Klassiker bei Bayern München Mats Hummels als einen Weltstar adelte, tat er dies auch, um dem 1:4 die Wucht zu nehmen. Nach dem Motto: Ohne einen Anführer wie Hummels war's zu schwer für uns.

"Mats kannst du nicht eins zu eins ersetzen", sagte Watzke also im "Doppelpass" bei Sport1, "ein Innenverteidiger auf diesem Niveau kostet 100 Millionen Euro, die haben wir nicht." Der FC Bayern hat das Geld, konnte Hummels im vergangenen Sommer aber für vergleichsweise günstige 35 Millionen Euro zurück an die Isar holen, weil dessen Vertrag nur noch ein Jahr Gültigkeit hatte.

„Bester Innenverteidiger der Welt“ - Watzke lobt Hummels

Und während Hummels in München sofort zur festen Größe wurde, hat der BVB ohne seinen ehemaligen Kapitän Hummels, laut Watzke "der beste Innenverteidiger der Welt", nicht nur gegen Top-Gegner mitunter Schwierigkeiten.

Das Spiel gegen Real Madrid bei tz.de im Live-Ticker

Hummels' Weggang ist sicher nicht der einzige Grund für die sportlichen Probleme der auch in anderen Mannschaftsteilen neu formierte Borussia, das weiß nicht nur Watzke. Dass er sich bei seiner Verteidigungsrede aber so lange mit dieser Personalie aufhielt, war nicht nur cleverer Argumentationstechnik geschuldet.

Mats Hummels war natürlich über seine Verletzung und seinen Ausfall traurig:

Hummels, das haben sie auch in München längst eingesehen, gehört in die Kategorie Weltklasse. Dass er einmal dahin kommen würde, haben sie ihm, genauer: hat der ehemalige Bayern-Coach Jürgen Klinsmann Hummels nicht zugetraut. Im Februar 2009, Klinsmann war Trainer in München, ließen sie das bis dahin ausgeliehene Talent endgültig ziehen.

In Dortmund wurde Hummels bald zum Klassemann, zweimal deutscher Meister sowie DFB-Pokalsieger und 2014 Weltmeister. "In der Kombination Ausstrahlung, Spielaufbau und Defensive gibt es keinen Besseren", sagte Watzke. Aber, ach, Ende der vergangenen Saison wollte der Abwehrchef "zurück in seine Heimat" nach München, wie Watzke auch Monate später noch mit belegter Stimme berichtete.

Hummels, der Dirigent in der Abwehr

Zurück im familiären Umfeld ist Hummels nach kurzem Umstellungsprozess zu Beginn längst ein Erfolgsgarant. Während der langen Verletzungspause von Abwehrchef Jerome Boateng dirigierte er die Hintermannschaft an der Seite von Javi Martínez, als hätte er nie etwas anderes getan. Auch im Aufbau wurde der 28-Jährige immer prägender für das Bayern-Spiel.

Umso schwerer wiegt für die Bayern, dass Hummels jetzt, in der entscheidenden Saisonphase, wegen seiner Knöchelverletzung ausfällt. Trainer Carlo Ancelotti hatte dem Nationalspieler für den Hit gegen Real Madrid eine Einsatzgarantie gegeben.

Alle Neuigkeiten bis zum Anpfiff finden Sie hier

Das Verhältnis zwischen Trainer und Spieler ist bestens, Hummels verglich es einmal mit dem zu seinem ehemaligen Lateinlehrer. "Bei dem haben wir alle gespurt, ohne dass er böse sein oder uns drohen musste. Er hatte einfach diese Ausstrahlung, diese natürlich Autorität und konnte mit seinem Wissen glänzen", sagte er.

Hammer-Spiel im Viertelfinale der Königsklasse! Nach 2014 trifft La Bestia Negra wieder auf Real Madrid. Wir haben die wichtigsten Informationen zum Viertelfinale 2017 in der Champions League zwischen dem FC Bayern München und Real Madrid bei tz.de zusammengefasst.

SID

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare