Selbstbewusstsein gewonnen

Trotz Supercup-Pleite: BVB sieht sich auf gutem Weg

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Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l.), Sportmanager Michael Zorc (M.) und Trainer Peter Bosz.

Der sechste Supercup-Titel blieb Borussia Dortmund verwehrt, dennoch gab es viele positive Dinge beim BVB.

Dortmund - Peter Bosz war nachdenklich. Seine Mannschaft hatte gerade den Supercup gegen Bayern München verloren, aber durchaus gute Ansätze gezeigt. "Ein Trainer ist nie zufrieden, ich zumindest nicht", sagte der neue Coach von Borussia Dortmund nach der 6:7-Niederlage nach Elfmeterschießen bei seinem Pflichtspiel-Debüt.

Nach schwachen Testspielleistungen gegen Rot-Weiss Essen, den VfL Bochum und Espanyol Barcelona boten die Westfalen gegen den deutschen Rekordmeister im zweiten Durchgang vielversprechenden Offensivfußball. In diversen Situationen erinnerte die Spielweise an erfolgreiche Zeiten aus der erfolgreichen Klopp-Ära.

Bosz lobt vor allem zweite Hälfte seiner Mannschaft

"In der ersten Halbzeit fand ich Bayern besser", sagte Bosz, der im Gegensatz zu Carlo Ancelotti stets am Spielfeldrand stand und das Gespräch mit seinen Spielern suchte: "In der zweiten Halbzeit haben wir das allerdings richtig gut gemacht". Damit spielte der Niederländer auf das von ihm geforderte hohe Pressing an, welches die Schwarz-Gelben in den zweiten 45 Minuten gut umsetzten. Erstmals in der Saisonvorbereitung zeigte sich, wie das System Bosz beim BVB aussehen soll.

Nach Ballgewinnen suchten die Dortmunder umgehend den Weg nach vorne, das schnelle Umschaltspiel weckte Erinnerungen an die Auftritte aus der Double-Saison 2011/12, auch wenn dabei nur wenige Torchancen heraussprangen. Damals predigte Jürgen Klopp den "Vollgasfußball", mit dem die Borussia nicht nur die eigenen Fans begeisterte.

So weit ist Dortmund unter Bosz allerdings noch lange nicht. Vor allem im ersten Durchgang häuften sich die Fehler: Pässe kamen nicht an, die Defensive hatte das hohe Pressing noch nicht einvernehmlich verinnerlicht. So auch vor dem 1:1 durch Robert Lewandowski, als die Abseitsfalle nicht funktionierte und sich die gesamte Viererkette mit einem Pass aushebeln ließ.

"Jede Mannschaft ist angreifbar"

Situationen wie diese nimmt der BVB-Trainer in Kauf, um der Mannschaft einen Lernprozess mit auf den Weg zu geben. "Wir werden besser", sagte er bezogen auf den Auftritt in der zweiten Halbzeit. In der Tat waren es die besten 45 Minuten unter dem Niederländer. Erstmals verkörperte die Mannschaft sein offensives 4-3-3-System, wenn auch noch mit einigen Schönheitsfehlern.

Dementsprechend wusste auch Roman Bürki den Einsatz seiner Vorderleute zu würdigen: "Das ist genau das, was der Trainer von uns erwartet", bewertete der Torhüter die Situation vor dem 1:0, als Christian Pulisic den Ball von Bayerns Javi Martinez eroberte und anschließend selbst vollendete.

Ob die Münchner mit dieser aggressiven Spielweise angreifbar sind? "Jede Mannschaft ist angreifbar", konstatierte Bosz. Die Formation ist riskant, bei richtiger Umsetzung aber enorm erfolgsversprechend. Wenn sich die Mannschaft mit dem neuen System eingespielt hat, könnte das dann sogar für Zufriedenheit beim so schwer zu begeisternden BVB-Coach sorgen.

sid

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