Furia Roja zählt in Russland zu Favoriten

Die Mischung stimmt: Ohne zwei Stars will sich Spanien für WM warmschießen

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Vorbereitung auf das Duell mit Deutschland: Die spanische Nationalmannschaft hat sich in Madrid bei deutlich frühlingshafteren Temperaturen getroffen.

Nach der enttäuschenden EM 2016 gelten die Spanier bei der WM in Russland als einer der Topfavoriten. Bei den Tests gegen Deutschland und Argentinien wollen die Iberer diese Rolle untermauern.

Düsseldorf - Die goldene Ära ist schon ein ganze Weile her, nach zwei desaströsen Turnier-Auftritten in Brasilien und Frankreich will die Furia Roja bei der WM-Endrunde in Russland aber wieder ihr wahres Gesicht zeigen. "Spanien hat einen Umbruch hinter sich, eine neue Generation wächst heran", sagt der frühere Bayern-Profi Xabi Alonso, der mit der spanischen Fußball-Nationalmannschaft 2010 Weltmeister sowie 2008 und 2012 Europameister wurde.

Für Alonso zählt sein Heimatland ebenso wie Weltmeister Deutschland im Sommer zu den Titelanwärtern, was auch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff unterstreicht: "Für mich gehören sie weiter zu den Favoriten."

Erst Deutschland, dann Argentinien

Beim Kräftemessen mit dem Titelverteidiger am Freitag in Düsseldorf (20.45 Uhr/hier im Live-Ticker) sowie beim Härtetest vier Tage später in Madrid gegen Vizeweltmeister Argentinien wollen die Spanier zeigen, dass sie zu Recht zum Favoritenkreis 2018 zählen, nachdem der Katalonien-Konflikt innerhalb der Mannschaft ausgeräumt ist.

"Das sind Spiele, die uns viel abverlangen. Die Schlüsse, die wir daraus ziehen können, sind sehr wichtig, aber nicht endgültig. Wir bekommen Antworten auf einige Fragen", sagte Trainer Julen Lopetegui, der das Team nach dem Achtelfinalaus bei der EURO 2016 übernommen und souverän durch die WM-Qualifikation geführt hat.

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Luxusproblem für Trainer Lopetegui

Ähnlich wie Bundestrainer Joachim Löw hat der frühere Torwart ein Luxusproblem, denn auch der 51-Jährige muss aus einem Kreis von rund 40 Spielern einen konkurrenzfähigen WM-Kader schmieden.

Die Spanier, die bei der WM 2014 bereits nach der Vorrunde die Koffer packen mussten, verfügen mittlerweile wieder über eine gesunde Mischung aus erfahrenen Spielern und verheißungsvollen Talenten wie Saul und Koke. Das macht die Angelegenheit für Lopetegui aber nicht einfacher.

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Martinez und Morata nicht im Kader

Dass der Coach für die Prestigeduelle gegen Deutschland und Argentinien auf Stars wie Javi Martinez (Bayern München) und Alvaro Morata (FC Chelsea) verzichtete, löste bei einigen Experten Kopfschütteln aus. Dass in Marcos Alonso (FC Chelsea) dafür ein Debütant nominiert wurde, den kaum jemand auf der Rechnung hatte, erinnerte ebenso an Löw, der auch gerne mal eine Überraschung aus dem Hut zaubert.

"Konkurrenz belebt das Geschäft. Morgen ist nicht die Weltmeisterschaft. Es gibt Spieler, die nicht berufen wurden, die aber weiterhin Chancen haben", sagte Lopetegui.

Verstehen sich bestens: Spaniens Nationaltrainer Julen Lopetegui (l.) flachst mit Pep Guardiola.

„Alle werden um ihr Ticket kämpfen“

Das verdeutlichte er an Atletico-Star Diego Costa. "Er ist jetzt zurück, aber deswegen gehört ihm nicht einfach der Platz. Alvaro und Martinez sind auch noch da, und alle werden um ihr Ticket kämpfen." Das muss auch der zuletzt angeschlagene Bayern-Profi Thiago, der es im Gegensatz zu seinem Vereinskollegen Martinez in das aktuelle Aufgebot geschafft hat.

Während hinter dem spanischen WM-Kader noch viele Fragezeichen stehen, steht seit Februar definitiv fest, dass der Weltranglistensechste an der WM teilnimmt. Nach einem Treffen der FIFA mit spanischen Regierungsvertretern ist ein möglicher WM-Ausschluss vom Tisch.

Mitte Dezember war noch über ein WM-Aus spekuliert worden. Grund dafür war, dass die oberste spanische Sportbehörde CSD wegen Korruptionsvorwürfen gegen den früheren spanischen Verbandschef Angel Maria Villar im Mai 2017 auf Neuwahlen im Fußball-Verband gedrängt hatte. Der Weltverband vermutete dahinter eine staatliche Einflussnahme auf Verbandsgeschäfte, die laut FIFA-Statuten verboten ist.

sid

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