Es geht um 6,7 Millionen Euro

„Sommermärchen-Affäre“: Niersbach und Zwanziger droht wohl Anklage wegen Steuerhinterziehung

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Theo Zwanziger (l.) und Wolfgang Niersbach

In der „Sommermärchen-Affäre“ stehen die Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft nach einem Bericht der Bild-Zeitung vor dem Abschluss.

Frankfurt - Den ehemaligen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach und Theo Zwanziger, dem Ex-Generalsekretär Horst R. Schmidt und dem früheren FIFA-Generalsekretär Urs Linsi droht demnach eine Anklage wegen schwerer Steuerhinterziehung.

"Die Verfahrensbeteiligten sind hierüber von der Staatsanwaltschaft nicht informiert, ein Abschlussvermerk ist den Verfahrensbeteiligten bislang nicht bekannt gegeben", teilte Zwanzigers Rechtsanwalt Hans-Jörg Metz am Samstag mit: "Es muss also erneut davon ausgegangen werden, dass die Staatsanwaltschaft ihre Akten nicht unter Kontrolle hat. Erneut ist es zu Verletzungen der Geheimhaltungsverpflichtung gekommen."

Beckenbauer maßgeblich beteiligt

Vor der Heim-WM 2006 hatte das Organisationskomitee 6,7 Millionen Euro an den Weltverband FIFA gezahlt. Der Betrag wurde auf ein Konto des ehemaligen Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus weitergeleitet. Der damalige WM-OK-Chef Franz Beckenbauer hatte diesen Deal eingefädelt. Drei Jahre zuvor war die gleiche Summe über ein kompliziertes Konstrukt, an dem Beckenbauer offenbar maßgeblich beteiligt war, an den ehemaligen Skandalfunktionär Mohamed Bin Hammam in Katar geflossen.

Nach Bild-Informationen gehen die Steuerfahnder davon aus, dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit der Zahlung 2005 ein Privatdarlehen von Dreyfus an Beckenbauer ausgeglichen und später unrechtmäßig als Betriebsausgabe geltend gemacht habe.

sid

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