Königsblau in Finanznot

Schalke 04 atmet auf: Krisenklub erhält Zusage für Erteilung einer Landesbürgschaft

Der FC Schalke 04 erhält finanzielle Unterstützung vom Land NRW. Wie der Verein am Dienstag bekannt gab, liegt die Zusage für die Erteilung einer Landesbürgschaft vor.

  • Schalke 04* soll finanzielle Unterstützung von der NRW-Landesregierung erhalten.
  • Ex-Innenminister Ralf Jäger kritisiert Schalke 04 heftig (Update vom 12. Juli, 11.28 Uhr).
  • Nun ist es offiziell: Schalke 04 erhält eine Landesbürgschaft (Update vom 28. Juli, 11.04 Uhr).

Update vom 28. Juli, 11.04 Uhr: Nun ist es offiziell. Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 erhält die Zusage für die Erteilung einer Landesbürgschaft. Das bestätigte der Verein am Dienstag in einer Pressemitteilung.

Verein:FC Schalke 04
Stadion:Veltins Arena
Trainer:David Wagner
Sportvorstand:Jochen Schneider
Hauptsponsor:Gazprom

„Der S04 hat diese Bürgschaft in der Erwartung beantragt, bei der Entscheidung nicht anders als Wirtschaftsunternehmen aus anderen Bereichen behandelt zu werden“, heißt es in der Mitteilung. Bereits vor Wochen kündigte der Gelsenkirchener Traditionsklub an, das Geld werde nicht in Projekte oder neues Personal fließen, sondern soll lediglich der Schuldentilgung aus der Coronavirus-Krise dienen.

Über die Höhe der Summe will sich Königsblau nicht äußern. Bisweilen wird spekuliert, es handele sich dabei um rund 35 Millionen Euro, die Schalke vom Land NRW erhält. „Der Verantwortung, die mit einer solchen Bürgschaft verbunden ist, ist sich der FC Schalke 04 bewusst“, heißt es weiter in der Mitteilung.

Landesbürgschaft für Schalke 04: Heftige Kritik von Ex-Innenminister Ralf Jäger

Update vom 11. Juli, 11.28 Uhr: Der Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 beantragt offiziell Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit etwa 31,5 Millionen Euro müsste das Bundesland für den finanziell angeschlagenen Verein gerade stehen. Das stößt auf heftige Kritik, besonders des ehemaligen Innenministers Ralf Jäger.

„Die Steuerzahler sollten auf keinen Fall für einen Fußballverein bürgen“, so der ehemalige Innenminister des Landes gegenüber dem Deutschlandfunk. Zwar seien Bürgschaften für Vereine bereits in der Vergangenheit genehmigt worden wie beispielsweise den Bau der Gelsenkirchener Veltins Arena. Die Ausgangslage sei diesmal jedoch eine völlig andere.

So würde das Land für die Einnahme-Ausfälle in der Coronavirus-Pandemie einspringen. „Das bedeutet schlichtweg für den Fall, falls Schalke den Kredit nicht zurückzahlen kann, dass der Steuerzahler die Millionengehälter von Spielern und Trainern finanzieren muss“, verdeutlicht Jäger und fügt an: „Ich finde, das geht gar nicht!“

Landesregierung NRW: Schalke will Bürgschaft - in dieser Höhe

Update vom 10. Juli, 10.22 Uhr: Es ist also Fakt. Der FC Schalke 04 hat bei der Landesregierung in NRW eine Bürgschaft von 31,5 Millionen Euro für einen Kredit über insgesamt 35 Millionen Euro beantragt. Das geht aus einer vertraulichen Vorlage der Regierung für den Finanzausschuss des Landtags hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Über den Antrag ist demnach noch nicht entschieden.

Wie das Finanzministerium in der Vorlage ausführt, stellt ein Fußballverein der 1. oder 2. Bundesliga „grundsätzlich ein gewerbliches Unternehmen im Sinne der Bürgschaftsrichtlinien dar“ - und ist damit antragsberechtigt. Weitere Anträge lägen zurzeit aber nicht vor.

Berichte über einen Antrag Schalkes hatte die Landesregierung bisher nicht kommentiert und auf die Vertraulichkeit solcher Vorgänge verwiesen.

Landesbürgschaft, Gehaltsobergrenze, Tönnies-Aus: Beben auf Schalke

[Erstmeldung] Gelsenkirchen - Muss sich der FC Schalke mit einer Landesbürgschaft über Wasser halten? Zum dritten Mal in vier Jahren verpasst der FC Schalke 04 das lukrative internationale Geschäft und somit immens wichtige Einnahmen im Kampf um die Konkurrenzfähigkeit in Deutschlands Fußballspitze. Für das Geschäftsjahr 2019 hatte der Bundesliga-Zwölfte Verbindlichkeiten in Höhe von 197 Millionen Euro vermeldet. Dann folgte die Coronavirus-Krise und der sportliche Zerfall. Nun soll Königsblau öffentliche Hilfe erhalten.

Wie das Handelsblatt berichtet, plant das Land Nordrhein-Westfalen eine Landesbürgschaft für den finanziell angeschlagenen FC Schalke in Höhe von 40 Millionen Euro. Damit soll es Königsblau ermöglicht werden, einen Not-Kredit aufzunehmen. Die Bild nennt in diesem Zusammenhang eine Summe von rund 30 Millionen Euro. Grund sind die durch die Coronavirus-Krise fehlenden Einnahmen aus Bereichen wie Ticketing, Sponsoring und Werbung. Demnach habe sich die finanzielle Situation auf Schalke drastisch verschärft, wie wa.de* berichtet.

Schalke 04 erhält finanzielle Unterstützung von der NRW-Landesregierung

Es ist nicht das erste Mal, dass der FC Schalke eine Landesbürgschaft erhalten könnte. Das Land NRW bürgte bereits bei der Finanzierung der Veltins Arena sowie beim Umbau des Vereinsgeländes Berger Feld. Das berichten Sky und die WAZ. Diesmal jedoch soll das Geld nicht in etwaige Projekte oder Personalplanungen fließen, sondern lediglich die Einnahme-Ausfälle wegen der Coronavirus-Krise kompensieren.

Zwar hat nordrhein-westfälische Landesregierung laut Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) noch keine Entscheidung über eine Bürgschaft für den FC Schalke 04 getroffen. Die Millionen-Hilfe soll jedoch am Mittwoch während der Pressekonferenz mit Sportvorstand Jochen Schneider und Trainer David Wagner* offiziell bekannt gemacht werden. Laschet bekräftigte am Dienstag nur, es werde keine "Lex Schalke" geben.

Schalke 04: Clemens Tönnies kündigt Rücktritt an

Dann soll auch geklärt werden, wie es mit dem FC Schalke weiter geht. Ein personeller Umbruch droht. Nicht zuletzt wegen einer weiteren Maßnahme, die ebenfalls verkündet werden könnte. Demnach soll der FC Schalke 04 der erste Bundesligist sein, der künftig eine Gehaltsobergrenze für seine Spieler* einführt.

Klar ist: Es wird ein Erdbeben auf Schalke geben. Am Dienstagnachmittag berichtet die "Bild"-Zeitung, dass Clemens Tönnies von seinem Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrates zurücktritt*. Während des letzten Saisonspiels gegen den SC Freiburg gab es Fan-Proteste auf dem Vereinsgelände Berger Feld gegen Tönnies*. Der Unternehmer ist aufgrund des massiven Ausbruchs des Coronavirus in seiner Fleischfabrik unter Druck geraten. Viele hundert Tönnies-Mitarbeiter sind an Covid-19 erkrankt. Der Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück musste geschlossen werden, in den Kreisen Gütersloh und Warendorf waren viele Lockerungen zurückgenommen worden. Unter anderem musste Kindergärten und Schulen schließen, zudem müssen Menschen aus dem Kreis Gütersloh bei Urlaubsreisen einen negativen Coranavirus-Test vorweise.

Landesbürgschaft, Gehaltsobergrenze und jetzt das Tönnies-Beben: Die Verantwortlichen des FC Schalke werden auf der Pressekonferenz am Mittwoch viele Fragen beantworten müssen.

FC Schalke: Pressekonferenz zur Landesbürgerschaft am Mittwoch

Der Schalke wird nun mit in diesen Strudel gerissen. Landesbürgschaft, Gehaltsobergrenze, Entlassung langjähriger Mitarbeiter, die völlig verkorkste Rückrunde in der Bundesliga und nun das Tönnies-Beben. Die Verantwortlichen werden auf der Pressekonferenz am Mittwoch viele Fragen beantworten müssen. *wa.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/dpa

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