DFB-Stürmer haut mehrere Sprüche raus

Sandro Wagner: „Lewandowski kann sich freuen, wenn ...“

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Sandro Wagner herzt Joshua Kimmich.

Sandro Wagner traf gegen San Marino dreifach und sprintete selbst Fehlpässen ins Aus motiviert hinterher. Auch neben dem Platz positionierte er sich auffällig.

Nürnberg - Sandro Wagner tippte sich auf die Brust und wimmelte den Bittsteller aus San Marino mit einem energischen Kopfschütteln ab. Nein, dieses verschwitzte, rasenfleckige Trikot mit der Nummer 9 würde er an seinem größten Abend ganz gewiss nicht hergeben.

"Es gibt eine lange Warteliste", sagte Wagner nach seinen drei Toren im zweiten Länderspiel für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft lachend, "ich weiß noch nicht, wer es bekommt." Der Spätberufene sah seine Trophäe aber auch als Ansporn: "Wenn ich in Hoffenheim nächste Saison gar kein Tor mehr mache, nominiert man mich nicht mal mehr San Marino."

Der 29-Jährige hat bei den Weltmeistern Eindruck hinterlassen - und das beileibe nicht nur wegen seiner Tore. Wie er sich inmitten medial gebügelter Jungprofis ohne plumpe Großmäuligkeit als Lautsprecher positioniert, wie sanft er in der deutsch-dänischen Schule von Kopenhagen mit den Kindern umging, wie er sich für seinen in Nürnberg ausgepfiffenen Kollegen und Konkurrenten Timo Werner einsetzte ("Vollkommen unverständlich. Eine Unverschämtheit!"), hatte Klasse.

Erst am Morgen seines Dreierpack-Tages wurde erneut ein bemerkenswertes Interview von ihm veröffentlicht. Unter anderem sagte er der FAZ, bei den Fußballfans sei "der Niveauverfall verrückt". Besonders Ultragruppen missbrauchten den Sport: "Man darf diesen Chaoten keine Plattform geben. Ansonsten machen sie uns den Fußball kaputt." Das war ein typischer Wagner - klar und gerade, trotz Warnungen seitens des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), dass diese Aussagen Wellen schlagen würden.

Mehrere verdienten sich Note 2: Das DFB-Team in der Einzelkritik

Die direkte Art schätzt auch der Bundestrainer. "Er ist ein Spieler mit einer gewissen Reife. Eine Persönlichkeit, die eine Meinung hat und auch zu dieser steht", sagte Joachim Löw, "zudem hat er auf dem Platz Wucht und Dynamik. Er ist nicht einfach zu verteidigen."

Von San Marino verständlicherweise schon gar nicht. Sandro Wagner war am Samstagabend einen Kopf größer als jeder Gegenspieler, sein Trikot hätte den Abwehrspielern des Zwergstaates ohnehin nicht gepasst. Das kam Wagner besonders beim ersten Tor (16.) zugute, einer "Riesenerleichterung", einem "Traum", für den er dem Vorbereiter Joshua Kimmich stürmisch dankte: "Robert Lewandowski kann sich freuen, wenn Jo bei den Bayern spielt. Bei den Flanken macht er gleich noch mal zehn Tore mehr. Hundertprozentig."

Zwei weitere Tore (29./85.) ließ Wagner an diesem Abend noch folgen. Bescheiden ordnete er sich anschließend in der DFB-Hierarchie hinter Mario Gomez vom VfL Wolfsburg ein, "der hat 'ne tolle Vita in der Nationalmannschaft". Er selbst sei stets sein größter Konkurrent. Löw allerdings ließ Wagner hoffen: "Stürmer Nummer eins - da will ich mich nicht festlegen. Sandro hat in dieser Woche einen großen Schritt nach vorn gemacht."

Der nächste soll beim Confed Cup getan werden. Von Russland weiß Sandro Wagner allerdings noch nicht viel. "Vom DFB gab es so einen Infozettel", sagte er, "den werde ich mir dann wohl mal durchlesen."

Bilder: DFB-Kantersieg gegen San Marino - Wagner mit Dreierpack

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sid

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