Kläger erscheint nicht

Brisanz um Ribéry-Beraterstreit: "Strafrechtliche Vorwürfe"

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Franck Ribéry (l) im Landgericht I. in München mit seinem Anwalt Gerhard Riedl. Foto: Peter Kneffel

Franck Ribéry wird auf eine Beraterzahlung von 3,45 Millionen Euro verklagt. Bei einer Gerichtsverhandlung wehrt er sich gegen einen Ex-Berater, die Anwälte sprechen von gefälschten Unterschriften. Der Fall birgt für den Fußballer auch eine strafrechtliche Gefahr.

München (dpa) - Schon jetzt geht es um fast dreieinhalb Millionen Euro - für Franck Ribéry ist der finanzielle Schaden im Streit mit seinem Ex-Berater aber nicht die größte Gefahr.

Vor dem Landgericht München I wurden der beklagte Fußballer des FC Bayern und auch sein ehemaliger Manager als Kläger gleich mehrfach auf die eigentliche Brisanz der Verhandlung hingewiesen. "Enorme, strafrechtlich relevante Vorwürfe" erkannte die Vorsitzende Richterin Isabel Liesegang und vergewisserte sich sowohl bei Ribéry als auch der Gegenseite, ob allen diese Risiken bewusst seien. Ein Urteil im Zivilverfahren wurde für den 16. Januar (14.00 Uhr) angekündigt.

Der Spielerberater Bruno Heiderscheid verlangt von Ribéry eine Provision in Höhe von 3,45 Millionen Euro für einen Vereinswechsel; Grundlage dafür sei ein Vertrag aus dem Jahr 2006. Ribéry bestreitet dies und behauptet, Heiderscheid habe seine Unterschrift gefälscht. "Ich habe diese Dokumente nie gesehen", sagte der 34-Jährige im dunkelblauen Anzug mit schwarzem Hemd und ergänzte: "Ich hatte noch nie ein Gespräch mit Herrn Heiderscheid über dieses Thema."

Nun wird es brisant: Weil Aussage gegen Aussage stehen und es nur ein relevantes Originaldokument von damals gebe, ordnete das Gericht an, einen offiziellen Gutachter die Unterschriften überprüfen zu lassen. Ribéry musste für ein Vergleichsexemplar im Gerichtssaal 601 gleich mehrere Blätter Papier unterschreiben. Sollte der Sachverständige zu dem Schluss kommen, dass Ribéry das Papier von damals unterschrieben hat, drohen ihm Konsequenzen wegen einer Falschaussage vor Gericht.

Beim Berater steht indes der Vorwurf der Urkundenfälschung im Raum. Die Ribéry-Anwälte behaupten, Heiderscheid habe das Schreiben im Nachhinein angefertigt und sind optimistisch, weil zwei eigene Gutachter bereits analysiert hätten, dass die Signatur nicht vom Fußballer stamme. Ribérys Anwalt Gerhard Riedl gab zudem an, dass Agent Heiderscheid in einem anderen Fall wegen Fälschung angeklagt sei. Eine gütliche Einigung kann er sich "absolut nicht" vorstellen.

Der Spielerberater konnte sich am Dienstag nicht selbst zu dem Fall äußern, weil er wegen heftiger Schneefälle seit Montagmittag nicht von Brüssel losfliegen konnte, wie sein Anwalt berichtete. Deshalb musste das Gericht sein Urteil im Zivilprozess auf Januar vertagen.

Heiderscheid war zwei Jahre lange Ribérys Agent, nachdem er 2005 einen ablösefreien Wechsel von Galatasaray Istanbul zu Olympique Marseille einfädelte. In der Türkei war der Sportler unglücklich und hatte eigenen Angaben zufolge drei Monate lang kein Gehalt bekommen. Als Dank dafür sei dem Manager versprochen worden, zehn Prozent der nächsten Transfersumme zu erhalten, behauptet dieser. 2007 bezahlte der FC Bayern 30 Millionen Euro für den Offensivstar, wie das Gericht mitteilte - bislang war nur von 25 Millionen Euro die Rede gewesen.

Informationen zum Landgericht München I

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