Paul Mitchell kommt 

RB Leipzig holt Entdecker von Dele Alli

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Ralf Rangnick (r.) freut sich über seinen neuen Talentscout Paul Mitchell

Ralf Rangnick hat vor einer Woche gravierende Veränderungen angekündigt und macht direkt Nägel mit Köpfen. Der Entdecker von Englands Supertalent Dele Alli kommt zu RB Leipzig.

Leipzig - Mit britischem Scouting-Knowhow will RB Leipzig seine globale Talente-Offensive starten. Nur wenige Tage nach Ralf Rangnicks Brandrede stellte der Fußball-Bundesligist am Dienstag bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz Paul Mitchell als neuen Chef-Späher vor. Der 36-jährige Engländer, einst Spieler bei unterklassigen Clubs wie Milton Keynes Dones oder Wigan Athletic, arbeitete als Scout zuletzt für den FC Southampton und Tottenham Hotspur. Nun soll er für die Leipziger die Nachwuchsnot lindern und helfen, RB dauerhaft im europäischen Spitzenfußball zu etablieren. Mitchell unterzeichnete einen Vertrag über zweieinhalb Jahre.

„Es ist eine Ehre und ein Privileg, diese großartige Gelegenheit zu bekommen bei so einem fantatischen Club, aber auch in Deutschland arbeiten zu können“, sagte Mitchell. „Ich verspreche mir die Schritte, die bei uns jetzt anstehen“, betonte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick. Erst am Montag hatten beide verhandelt. „Wenn er sich etwas in den Kopf setzt, ist es sehr schwer, Nein zu sagen“, meinte Mitchell.

Leipzigs neuer Chef-Späher genießt einen sehr guten Ruf. Nach dem Ende der eigenen Fußballer-Karriere wegen einer schweren Verletzung arbeitete Mitchell zunächst als Scout für die MK Dons, Anfang 2012 wechselte er zum FC Southampton. Im November 2014 zog es ihn zu Tottenham. Bei den Saints war Mitchell zuvor für die Verpflichtungen unter anderem von Sadio Mane zuständig gewesen. Der kam damals von Red Bull Salzburg, Rangnick war damals auch Sportdirektor des österreichischen RB-Clubs. Seitdem behielt Rangnick ihn im Auge und wartete auf die Gelegenheit, Mitchell zu holen.

Mitchell auch bei Manchester United gehandelt

Für den Spurs-Verpflichtungscoup von Dele Alli, der für fünf Millionen Euro von Milton Keynes gekommen war, mittlerweile mit einem Marktwert von 80 Millionen Euro gehandelt wird und einer der meistgehandelten Spieler der Insel ist, nannten die „Manchester Evening News“ Mitchell den „Transfer-Guru“ und berichteten im Mai 2017 auch von einem Interesse von Man United an dem Scout. Den Posten bei den Spurs hatte Mitchell da seit einigen Monaten aufgegeben.

„Die Arbeit von Paul wird vor allem deutlich, wenn man sich anschaut, was in Southampton passiert ist. Es war ein Zweitligist, als er dort angefangen hat. Inzwischen ist es ein Club mit einer der besten Akademien in England“, sagte Rangnick. „Wenn man sich allein anschaut, wie viele Spieler von Southampton nach Liverpool in den vergangenen Jahren gewechselt sind, könnte man fast schon von einem Farmteam sprechen.“

Binnen kürzester Zeit rüsteten die Leipziger damit in Sachen Talentsichtung und Nachwuchsrekrutierung gehörig auf und nach. Denn Rangnick, der in der vergangenen Woche den fehlenden Nachwuchs aus den eigenen Reihen in Verletzungsfällen bei den Profis bitter beklagt und gravierende Veränderungen angekündigt hatte, gab zwei weitere Personalien bekannt. Die Position des ehemaligen Chefscouts Johannes Spors, der seit dem 1. Februar bei Hamburger SV angestellt ist, übernimmt Benjamin Ehresmann, zuletzt bei den New York Red Bulls. Nachfolger des ehemaligen Sportkoordinators Frank Aehling soll René Grotus von Fortuna Düsseldorf werden.

dpa

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