Mit einem Gesamt-Marktwert von fast 300 Millionen 

Pogba, Neymar und Mourinho: Irres Gerücht lässt Fußballwelt aufhorchen

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Neymar (l.) wechselte für 222 Millionen Euro zu PSG, Paul Pogba für 105 Millionen Euro zu Manchester United.

Medien spekulieren über den wohl größten Deal des Sommers. Neymar, Pogba und Martial sollen in einem Tauschgeschäft verrechnet werden. Weshalb das eher unwahrscheinlich ist.

Bahnt sich in Manchester und Paris etwa still und leise der wohl größte Transfer-Hammer des diesjährigen Sommers an? Geht es nach dem englischen Daily Star könnten im Sommer gleich drei internationale Superstars in einem einzigen Tauschgeschäft die Trikotfarben wechseln. Demnach würde Manchester Uniteds Trainer Jose Mourinho seinen beiden, von Paris St. Germain umworbenen Stars Paul Pogba und Anthony Martial die Freigabe für einen Transfer zu PSG erteilen, wenn im Gegenzug Neymar in den Norden Englands wechseln dürfte. Zusätzlich würde Manchester United den Deal sogar noch mit 50 Millionen Pfund vergolden. Demnach spekuliere Mourinho darauf, dass sich Neymar in Paris nicht wirklich heimisch fühle und den Verein bereits wieder verlassen wolle.

Umgekehrt könnte Paris mit dem Transfer der beiden französischen Nationalspieler seinen Kern als Hauptstadt-Klub der Grande Nation stärken. Man wolle die Identität des Vereins festigen, indem man mehr französische Spieler in das Team einbaue, kündigt Trainer Unai Emery jüngst an, bezog sich dabei allerdings eher darauf, eine bessere Durchlässigkeit zwischen den hervorragenden Pariser Jugendmannschaften und dem Profi-Kader herzustellen. Auch Thomas Tuchel, der die Hauptstädter in der nächsten Saison wohl trainieren wird, dürfte das ähnlich sehen.

PSG braucht Neymar - nicht nur sportlich

Und auch ansonsten wirkt das Gerücht eher konstruiert. Tausch-Geschäfte, zumal mit drei involvierten Spielern, sind im Fußball äußerst selten. Schließlich müssen hier deutlich mehr Interessen unter einen Hut gebracht werden, als bei klassischen Transfers. Zudem erscheint es äußert unwahrscheinlich, dass Neymar nach gerade einmal einem Jahr nach seinem spektakulären 222-Millionen-Rekordtransfer Paris wieder verlässt und seine Zelte bei einem anderen Großklub aufschlägt. Paris ist auf Geld nicht angewiesen, kann Transfers auch realisieren ohne sein teuer bezahltes brasilianische Kronjuwel dafür eintauschen zu müssen. Stattdessen soll der 26-Jährige, der momentan verletzungsbedingt in seiner brasilianischen Heimat weilt, bei Paris nicht nur sportlich eine Ära prägen.

Für die katarischen Eigner von PSG war Neymars Wechsel nicht nur eine bloße sportliche Verstärkung des Team, sondern ein Frage des Prestiges - ein politisches Statement. Man möchte durch den Fußball sein Image polieren, sich selbst im Ausland vermarkten, Stärke signalisieren. 2022 findet die WM in Katar statt, Neymar ist WM-Botschafter des Emirats, wird dafür fürstlich entlohnt. Ließe Katar sein fest eingeplantes Aushängeschild nach nur einem Jahr ziehen, wäre dies mit einem erheblichen Gesichtsverlust verbunden. 

Auch für Manchester United ergäbe dieser Tausch keinen Sinn

Hinzu kommen ganz profane Argumente, die gegen einen Transfer sprechen. Zwar zahlt auch Manchester United üppige Gehälter, dennoch müsste Neymar bei einem Wechsel nach England vermutlich auf einen Teil seines Gehalts verzichten. Zudem wies Neymar gegenüber Medienvertretern vor wenigen Monaten unter Tränen jegliche Wechselabsichten zurück und betonte wie wohl er sich bei PSG fühle.

Auch Sicht Manchesters bietet das Gerücht wenig erbauliches: United möchte sein zentrales Mittelfeld mit mindestens einem, möglicherweise sogar zwei Mittelfeldspielern verstärken, ist, wie tz.de* berichtet, beispielsweise an Bayerns Arturo Vidal interessiert. Vor diesem Hintergrund wäre ein Wechsel des (potentiell) besten Mittelfeldspielers Pogba und das Binden eines immensen Teils der finanziellen Möglichkeiten in einem anderen Mannschaftsteil nur schwer vorstellbar. 

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dk

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