Brasilien zittert 

Neymar erfolgreich operiert - reicht es für die WM?

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Neymar.

Brasiliens Superstar Neymar ist erfolgreich nach seinem Haarriss im Mittelfuß operiert worden. Reicht die Zeit, um bei der WM in Russland wieder topfit zu sein?

Belo Horizonte/Berlin - Sechs Wochen bangen. Mindestens. Brasiliens Superstar Neymar verlangt der ohnehin geschundenen Fußball-Seele seiner Heimat gerade eine Menge ab. Erst in rund eineinhalb Monaten ist klar, wie realistisch die WM-Hoffnungen des gebrochenen Zauberfüßchens sind. Die Operation am Samstag in Belo Horizonte lief zwar gut, aber belastbare Prognosen wagt vor der Reha kaum jemand. Wohl auch, weil der Fall Neymar längst zum Politikum geworden ist.

„Zweieinhalb bis drei Monate Pause“

"Die Zeit der Genesung hängt von der Entwicklung des Spielers ab", sagte Nationalmannschaftsarzt Rodrigo Lasmar, der die OP des Haarrisses in Neymars rechtem Mittelfuß höchstpersönlich durchführte: "In sechs Wochen nehmen wir eine neue Bewertung vor." Dann soll ein genaues Datum zur Rückkehr des Ausnahmespielers ins Training bei seinem Verein Paris St. Germain kommuniziert werden. PSG teilte nach der OP mit, dass Neymars Rehaprogramm sofort unter Aufsicht eines Physiotherapeuten des Vereins beginne.

Inzwischen nähren Aussagen wie die des französischen Arztes Gerard Salliant die Hoffnungen der Fans. Der 72-Jährige, der von PSG nach Belo Horizonte abgesandt worden war, sprach von einer "perfekt" verlaufenen Operation. Doch die Zweifel sind nicht von der Hand zu weisen. Lasmar hatte am vergangenen Donnerstag noch von "zweieinhalb bis drei Monaten" Pause gesprochen.

Verantwortlichen halten sich bedeckt

In drei Monaten wäre es Anfang Juni, die Weltmeisterschaft in Russland beginnt am 14. Juni und drei Tage später bestreitet Brasilien sein erstes Spiel gegen die Schweiz. Ein Neymar in Top-Form wäre in diesem Szenario nicht zu erwarten. Dass sich die Verantwortlichen bedeckt halten, ist also kein Wunder. Jede neue Spekulation würde neuen Wirbel auslösen, der im Heilungsprozess nicht weiterhilft.

Genauso wenig wie interne Streitigkeiten. Wie die L'Equipe berichtete, soll PSG Zweifel an vorigen Aussagen Lasmars über Neymars Gesundheitszustand haben. Knirscht es also zwischen dem französischen Top-Klub und dem brasilianischen Fußball-Verband CBF? Entgegen erster Aussagen, wonach es sich bei Neymars Verletzung nur um eine geringfügigere Blessur gehandelt haben sollte, soll Paris geschockt gewesen sein, als Lasmar ihnen die Ernsthaftigkeit der Lage eröffnete.

Entsprechende Gerüchte dementierten die Ärzte jedoch. "Es gibt keine Spaltungen. Trotz allem, was geschrieben wurde", sagte Saillant: "Anders als es geschrieben oder gesagt worden sein möge, sind alle Entscheidungen im kompletten Einverständnis von Neymar, seiner Familie, den Vertretern von PSG, der medizinischen Belegschaft und den Vertretern des CBF getroffen worden." Die Neymar-Verletzung zieht also ihre Kreise, doch den Patienten interessiert dies nur am Rande.

Direkt nach der OP, die rund 1:15 Stunden dauerte, hatte sich Neymar auf seinem Zimmer im Kreise von Familie und Freunden noch den 2:0-Sieg der Pariser bei ES Troyes AC angesehen, am Sonntag verließ er die Klinik schließlich per Helikopter in Richtung Flughafen. Dies berichteten der TV-Sender Globonews und die französische Nachrichtenagentur AFP. Nicht ausgeschlossen, dass es den 26-Jährigen erneut in sein luxuriöses Anwesen in Mangaratiba nahe Rio de Janeiro zieht, wo er bereits vor der OP kurz Kraft tankte. Und die braucht er bei seinem Heilungsplan ganz sicher.

SID 

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