Darlehen gestundet

Neustart auf Pump in Liga vier: 1860 wendet die Insolvenz ab

+
Trainer Daniel Bierofka (l.) und Co-Trainer Oliver Beer können wieder optimistischer in die Zukunft blicken. 

1860 München startet am Donnerstag beim FC Memmingen in die neue Regionalliga-Saison. Kurz vor dem Auftakt wenden die Löwen die Insolvenz ab. Probleme aber bleiben.

München - Der Fußball spielt beim abgestürzten TSV 1860 München schon lange eine untergeordnete Rolle. Und so bestimmte vor dem Saisonstart der Löwen am Donnerstag (19.00 Uhr/Sport1) in der Regionalliga Bayern beim FC Memmingen wieder einmal der Streit zwischen Verein und Investor Hasan Ismaik die Schlagzeilen. Immerhin: Wie auch tz.de* berichtete, wurde gerade noch rechtzeitig vor dem Auftakt die drohende Insolvenz abgewendet.

Der deutsche Meister von 1966 einigte sich am späten Dienstagabend mit dem jordanischen Unternehmer auf eine Stundung eines Darlehens in Höhe von rund acht Millionen Euro. Ohne die Unterschrift von Ismaik hätte der neue Geschäftsführer Markus Fauser keine positive Fortführungsprognose stellen können, die Zahlungsunfähigkeit und ein Neun-Punkte-Abzug zum Auftakt der Regionalliga-Saison wären die Folgen gewesen.

"Nach intensiven Verhandlungen wurden alle Voraussetzungen für einen Neustart der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA in der Regionalliga Bayern geschaffen", teilte der krisengeplagte Klub mit. Laut Süddeutscher Zeitung klafft bei der KGaA dennoch weiter ein Etatloch in Höhe von zwei Millionen Euro, für das Ismaik angeblich nicht aufkommen will. Außerdem soll er vergeblich den Rücktritt von Verwaltungsratmitglied Robert von Bennigsen und Fußballabteilungsleiter Roman Beer gefordert haben (tz.de* berichtete).

Forderung des Investors erfüllt

Allerdings erfüllte der Verein laut SZ eine frühere Forderung des Investors, der nach dem Zweitliga-Abstieg Millionen-Zuschüsse verweigert und damit den Absturz in die Regionalliga in Kauf genommen hatte: Geplant sein soll eine "Änderung der Satzung der KGaA durch Einführung eines Katalogs von Maßnahmen und Geschäften der KGaA, die der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats der KGaA bedürfen". In diesem Aufsichtsrat hat Ismaik eine Mehrheit.

Durch Ismaiks Unterschrift, der seit seinem Einstieg bei den Münchnern zwischen 60 und 70 Millionen Euro in Klub und Mannschaft gepumpt hat, ist auch der Weg für den Umzug von der Allianz Arena ins Grünwalder Stadion frei. Auch der Vertrag mit Trikotsponsor "Die Bayerische" und weiteren Gönnern war von Ismaiks Gnaden abhängig.

Rückkehr in Allianz Arena „ausgeschlossen“

Der FC Bayern bestätigte am Mittwoch, dass der Auszug der Löwen aus der Arena, die einst unter der Voraussetzung gebaut wurde, dass beide Klubs dort einziehen und spielen, beschlossene Sache sei. Bemerkenswerter Nebensatz: "Eine spätere Rückkehr ist ausgeschlossen." Das bedeutet: Sollten die Löwen dereinst in die 2. Liga zurückkehren, bräuchten sie erst mal ein geeignetes Stadion.

Trainer Daniel Bierofka hat auf das Theater hinter den Kulissen schon lange keine Lust mehr. Seine Forderung im Münchner Merkur: "Es müssen endlich alle an einem Strang ziehen. Es gibt nur ein Ziel, und das heißt 1860 München."

Dass es möglichst schnell auch sportlich wieder aufwärts gehen soll, versteht sich von selbst. Die Löwen werden in der Regionalliga aber die Gejagten sein. Dafür haben sie ihre junge Mannschaft, im vergangenen Jahr Zweiter hinter Drittliga-Aufsteiger SpVgg Unterhaching, mit den gestandenen Profis Sascha Mölders, Timo Gebhart und Jan Mauersberger verstärkt.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerkes. 

SID

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare