Bayern wollen sich beweisen

Müller vor Leipzig: „Wollen zeigen, dass wir die Nummer eins sind“

+
Thomas Müller (rechts) mit Joshua Kimmich im Training. 

München - Am Samstag spielt der FC Bayern München gegen RB Leipzig. Der Deutsche Meister will sich keine Blöße geben und das Spiel für sich entscheiden. 

Es geht um nichts - aber verlieren will trotzdem niemand. Der FC Bayern wolle dem Herausforderer RB Leipzig schon "noch mal zeigen, dass wir die Nummer eins sind", betonte Weltmeister Thomas Müller vor dem Spitzenspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) zwischen dem deutschen Fußball-Meister und dem Tabellenzweiten, der die Münchner in dieser Saison lange Zeit ärgerte.

Es gehe "ums Prestige", sagte auch Bayern-Trainer Carlo Ancelotti, der ein "Fußball-Fest" erwartet. Im Hinspiel kurz vor Weihnachten hatte der Aufsteiger vom Rekordmeister beim 0:3 eine Lektion erhalten, weshalb RB trotz bereits geglückter Champions-League-Qualifikation auf Revanche aus ist. "Es kann keinen besseren Gegner geben, um sich neu zu motivieren und die Rechnung aus dem Hinspiel zu begleichen. Da waren wir chancenlos, das soll diesmal anders sein", sagte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. Er befürchtet aber, "dass die Bayern ihre Vormachtstellung demonstrieren wollen".

Bayern in Bestbesetzung

Das wollen sie tatsächlich und treten deshalb im Vergleich zum jüngsten 1:0 gegen Darmstadt 98 in "Bestbesetzung" (Ancelotti) an. Allerdings fehlen Mats Hummels, der laut seines Trainers "müde" ist, und Javi Martínez (Schlüsselbeinbruch). Auch die Torhüter Manuel Neuer und Sven Ulreich fallen aus. Dafür wird erneut Tom Starke im Tor stehen.

Eine Niederlage in Leipzig dürfte die Unruhe in München verstärken. Den Bayern hängen noch immer das Viertelfinal-Aus in der Champions League gegen Real Madrid und die Niederlage im Pokal-Halbfinale gegen Dortmund nach. Im Hintergrund laufen die Planungen auf Hochtouren, doch es rumort.

Entsprechend genervt reagierte Ancelotti auf Nachfragen zur kommenden Saison. Er wolle nicht "über neue oder alte Spieler reden, auch nicht über neue Trainer. Die Saison ist noch nicht zu Ende. Wir sprechen, wenn die Saison zu Ende ist." Und es besteht dringender Gesprächsbedarf.

„Jungen Spieler derzeit keine Chance“

Den Bossen scheint vor allem zu missfallen, dass sich die jungen Spieler unter Ancelotti nicht wie gewünscht entwickeln. "Das Problem für die Jungen ist ja, dass sie im Moment keine Chance bekommen", sagte Präsident Uli Hoeneß und schickte unverhohlen eine Forderung hinterher: Es müsse im Schatten von alternden Stars wie Franck Ribéry oder Arjen Robben "jetzt gelingen, Junge heranwachsen zu lassen, die rechtzeitig die Chance kriegen und an dem Tag da sind, wenn die anderen aufhören. Das ist die Kunst."

Gerüchte gibt es bereits über einen Verkauf von Jungstar Renato Sanches, der bislang die Erwartungen nicht erfüllt. Doch der Portugiese, meinte Ancelotti, solle bleiben. Genauso wie der angeblich unzufriedene Jerome Boateng. "Er ist unser Spieler und wird unser Spieler sein in der nächsten Saison", betonte Ancelotti. Nach SID-Informationen soll Manchester City mit Trainer Pep Guardiola bei Boateng wegen einer Rückholaktion vorgefühlt haben.

Vor einem Abschied steht Douglas Costa, der seit Monaten stagniert. Nicht nach München zurückkehren wird der an Schalke ausgeliehene Holger Badstuber, der laut Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge "eine neue Erfahrung wahrscheinlich im Ausland suchen will".

Diverse Spieler werden gehandelt

Gehandelt werden dafür schon etliche Namen in München - von Alexis Sánchez vom FC Arsenal, Marco Verratti und Adrien Rabiot (beide Paris St. Germain) über den Schalker Leon Goretzka bis zu James Rodríguez von Real Madrid. Zu Namen wollte Ancelotti zwar "nichts sagen", aber immerhin verriet er am Freitag bei einem Termin zum Audi-Cup: "Es werden neue Spieler da sein. Wir wollen noch wettbewerbsfähiger sein. Wir haben den Wunsch und die Lust, eine noch bessere Mannschaft zu haben."

SID

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare