Matthäus über Transferwahnsinn und Hierarchien

„Was waren die elf Millionen für Rummenigge eigentlich?“

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Lothar Matthäus.

Lothar Matthäus hat sich zum 222-Millionen-Euro-Transfer von  Neymar vom FC Barcelona zu Paris St. Germain und der Kritik vieler Fußball-Funktionäre geäußert. Und auch zum FC Bayern.

München - "Mir gefallen diese ganzen negativen Aussagen nicht. Dortmund hat auch mal eben 20 Millionen für Maximilian Philipp bezahlt, Bayern 41,5 Millionen für Corentin Tolisso von Olympique Lyon, für einen Spieler, den kaum einer zuvor kannte. Im Gegensatz eben zu Neymar Junior. Der gehört zu den drei besten Spielern der Welt. Der kann große Spiele gewinnen. Seinen Namen kennt nahezu jeder auf der Welt. Ein Spieler seiner Klasse, diese ganz wenigen Ausnahme-Künstler, sind auch dieses Geld wert", schrieb Matthäus in seiner neuen und exklusiven Kolumne "So sehe ich das" auf skysport.de: "Und was waren die 11 Millionen Mark dann eigentlich, die Bayern München 1984 für einen Karl-Heinz Rummenigge von Inter Mailand erhielt? Vor wohlgemerkt über 30 Jahren. Zu einer Zeit, in der Bayern einen Bruchteil des heutigen Umsatzes hatte. War das nicht mit der Anfang des ganzen Transferirrsinns?"

Weitere Aussagen des 56 Jahre alten Rekordnationalspielers ...

... über das Interesse des FC Barcelona an Dortmunds Ousmane Dembélé (siehe tz.de): "Dass Barcelona offenbar an Dortmunds Ousmane Dembélé als Ersatz für jenen abgewanderten Neymar interessiert ist, ist absolut nachvollziehbar. Er hat alle Voraussetzungen, neben Lionel Messi und Luis Suarez zu bestehen. Dembélé verfügt ebenso über enorm hohe Geschwindigkeit wie auch über ein exzellentes Auge."

... über die mögliche Ablösesumme Dembélés: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Dortmund als börsennotiertes Unternehmen ein dreistelliges Millionen-Angebot ablehnen könnte, sollte Barcelona bei Dembélé wirklich ernst machen.

... über das Karriereende der ehemaligen Bayern-Spieler Philipp Lahm und Xabi Alonso: "Die beiden haben nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kabine eine gewaltige Lücke beim FC Bayern hinterlassen. Ich glaube, dass den meisten Nicht-Profi-Fußballern gar nicht klar ist, wie wichtig eine funktionierende Hierarchie in der Umkleide ist. Genau an der fehlt es. Die Münchner haben zwar noch einen Spaßvogel, einen Lautsprecher und ein paar meinungsstarke Spieler. Es fehlen aber diese zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten, an denen sich gerade die jungen Spieler orientieren können."

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