Bei Champions League-Finale

Massenpanik in Turin: Polizei sucht nach Aufrührer

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Überbleibsel der Massenpanik in Turin.

Turin - Bei einem Public Viewing-Event in Turin kam es nach Beendigung des Champions League-Finales zu einer Massenpanik. Die Polizei ermittelt nun nach den Auslösern. Ein Mann steht dabei besonders im Fokus.

Nach einer Massenpanik während der Live-Übertragung des Champions-League-Finales in Turin laufen die Ermittlungen der Behörden auf Hochtouren. Die Polizei vernahm zwei Jugendliche, die verdächtigt wurden, die Panik in der norditalienischen Stadt ausgelöst zu haben. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur SID wurden die beiden nach mehrstündigen Vernehmungen am Montag auf freien Fuß gesetzt. Bei der Panik waren mehr als 1500 Menschen verletzt worden, drei davon schwer. 

Explosion löste Panik aus

Tausende Fans hatten sich am Samstagabend auf dem zentralen Platz San Carlo versammelt, um das Spiel ihres Heimatvereins Juventus Turin gegen Real Madrid auf einer Großleinwand zu verfolgen. Nach der Explosion von Feuerwerkskörpers und Rufen, dass eine Bombe hochgegangen sei, brach Panik aus. Die Menschen versuchten zu fliehen, im Gedränge stürzten Menschen zu Boden und wurden niedergetrampelt. 

Ein siebenjähriger chinesischer Junge lag Medienberichten zufolge mit schweren Brustverletzungen im Koma. Viele Verletzte mussten mit Schnittwunden behandelt werden, die sie sich durch zerbrochene Bierflaschen zugezogen hatten. Andere Zuschauer stürzten bis zu zwei Meter in die Tiefe, als ein Geländer am Eingang eines Parkplatzes unter dem Druck der Massen einbrach. Die Piazza San Carlo war übersät mit Blutflecken sowie hunderten Rucksäcken, Schuhen und anderen Kleidungsstücken, die die Zuschauer bei ihrer Flucht verloren hatten. 

Ermittler appellieren an Zeugen

Die Ermittler appellierten an Augenzeugen, sich bei der Polizei zu melden, um die Hintergründe zu klären. Im Visier der Staatsanwaltschaft waren laut SID auch rund hundert Hooligans mit Stadionverbot. Sie sollen schon vor Spielbeginn auf dem Platz Rauchbomben und Knallkörper gezündet haben. Italienische Medien sprachen von unzulänglichen Sicherheitsvorkehrungen auf dem Platz. Innenminister Marco Minniti berief ein Treffen der Sicherheitsbehörden ein, um über Wege zur Verbesserung der Sicherheit bei Massenveranstaltungen zu beraten. "Wir haben Lärm gehört, dann lief es wie eine Welle durch die Menge, und einer stolperte über den anderen", schilderte Juventus-Fan Luca. "Die Leute schrien und fielen übereinander. Es war wirklich schrecklich - ich dachte an den Anschlag von Manchester." 

Bei älteren Fans weckte der Vorfall in Turin Erinnerungen an die Katastrophe im Heysel-Stadion im Jahr 1985. In dem baufälligen Fußballstadion in Brüssel war es vor dem Finale des Europapokals der Landesmeister zwischen Juventus Turin und dem FC Liverpool zu einer Massenpanik gekommen. 39 Menschen starben, die meisten von ihnen Juventus-Fans.

afp

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