Reaktionen zur Niederlage in Gladbach

Bayern-Star Manuel Neuer reagiert genervt auf Krisen-Fragen: „Sollen wir jetzt gegen den Abstieg spielen?“

Der FC Bayern patzt in der Bundesliga gegen Gladbach. Hansi Flick rätselt, Thomas Müller fordert eine Reaktion - und Manuel Neuer wirkt dünnhäutig. Die Stimmen zum Spiel.

München/Mönchengladbach - Es ist wie verhext! Der FC Bayern München bekommt den Ball einfach kaum noch ins Tor und verliert am 14. Spieltag dieser Bundesliga-Saison schon zum vierten Mal. Javi Martinez bekam für seinen verhängnisvollen Patzer kurz vor Schluss sogar die Note 5.

FC Bayern: Zweite Pleite unter Hansi Flick in Folge

Das 1:2 (0:0) der Bayern bei Tabellenführer Borussia Mönchengladbach ist unter Interimstrainer Hansi Flick schon die zweite Pleite in Folge. 

Nach der Partie sprach der 54-jährige Badener Flick, den TV-Experte Dietmar Hamann schon vor der Pleite für die Aufstellung kritisiert hatte, über Fehler seiner Mannschaft. 

Manuel Neuer wirkte bedient, Thomas Müller regelrecht niedergeschlagen. Gladbachs Doppel-Torschütze Ramy Bensebaini frohlockte dagegen. Hier gibt‘s die Reaktionen  zur Bayern-Niederlage von Sky und aus der Pressekonferenz. Stimmen Sie ab: Wer war trotz der Niederlage Ihr Bayern-Spieler des Spiels?

Hansi Flick rätselt beim FC Bayern: „Klar ist die Situation nicht schön“

Hansi Flick (Trainer FC Bayern)...

...über Erkenntnisse: „Wichtig ist für uns: Dass wir gut Fußball spielen können, das haben wir in der ersten Halbzeit gemacht. Klar, es ist ärgerlich, dass wir vorne die Chancen nicht machen. So halten wir Gladbach im Spiel. Ich bin der Meinung, dass wir 60 Minuten die bessere Mannschaft waren. Nach dem Gegentor hat Gladbach gezeigt, dass sie viel Power im Spiel haben. Wir haben da aufgehört, Fußball zu spielen.“

...über das Spiel seiner Mannschaft: „Wir hatten keinen klaren Ballbesitz und haben viele Bälle verloren. Es ist ärgerlich, absolut, wenn du dieses Spiel am Ende durch einen Elfmeter verlierst. Wir haben die letzten beiden Spiele verloren, obwohl wir die besseren Chancen hatten. Das müssen wir besser machen. Wir haben jetzt noch drei Bundesliga-Spiele - klar ist die Situation nicht so schön.“

Hansi Flick und der FC Bayern: „Wir sind alle sehr, sehr unzufrieden“

...über den schnellen Ausgleich der Gladbacher: „Bei Ballverlust haben sie schnell umgeschaltet, daraus resultierte die Ecke. Da haben wir nicht so viel Zugriff bekommen. Nach dem 1:1 hat uns Gladbach gezeigt, warum sie vorne mit dabei sind, dass sie viel Power haben. Wir haben nicht den Ball laufen lassen. Wir sind alle sehr, sehr unzufrieden, dass wir aus den letzten beiden Spielen keine Punkte geholt haben. Wir müssen jetzt schauen, dass wir in den letzten drei Spielen vor der Winterpause punkten und auch noch den einen oder anderen Punkt gut machen.“

Bedient: Hansi Flick nach der Niederlage des FC Bayern in Mönchengladbach.

...über seinen Job als Cheftrainer in München: „Ich warte ab bis nach dem Wolfsburg-Spiel. (21.12., d. Red.) Ich kann mir im Leben vieles vorstellen. Es gibt andere Dinge, um die ich mich kümmern muss. Das müssen Sie auch so stehen lassen.“

...über die Auswechslung von Jerome Boateng: „Jerome hatte schon in der Halbzeit Probleme. Er hat es nochmal probiert, wir mussten dann aber den Wechsel vornehmen.“

FC Bayern: Manuel Neuer hadert - „Das ist nicht unser Fußball“

Manuel Neuer (Torwart FC Bayern)...

...über das, was gefehlt hat: „So ein bisschen das Selbstverständnis. Wir hätten so weiterspielen müssen nach dem 1:0, hätten nicht abwarten dürfen. Wir hätten nicht versuchen sollen, das Ergebnis über die Zeit zu bringen.“ 

„Das ist nicht unser Fußball. Wir können gut attackieren und vorne angreifen, aber das war ein bisschen zu viel Abwarten, deswegen kam Gladbach auf.“

...genervt über die Tabellensituation: „Sollen wir jetzt gegen den Abstieg spielen?“

Joshua Kimmich ist wütend: „Ich könnte durchdrehen“

Joshua Kimmich (FC Bayern)...

...über den Ernst der Lage: „Es ärgert mich unendlich, ich könnte durchdrehen. Die Alarmsignale mussten schon vor dem Spiel an sein. Es steht nicht nur Gladbach vor uns. Wer es jetzt noch nicht begriffen hat, ist komplett auf dem falschen Weg. Wer glaubt, dass es wieder so wird wie letzte Saison, ist fehl am Platz.“

Thomas Müller (Stürmer FC Bayern)...

...über die Stimmung im Team: „An sich fühlt sich die Mannschaft wohl, aber wenn der FC Bayern verliert, ist das nicht so schön. Wir müssen am Mittwoch (Tottenham Hotspur, d. Red.) ein Spiel gewinnen und in der Bundesliga noch neun Punkte holen, sonst sieht es schattig aus.“

Nah dran: Bayern-Keeper Manuel Neuer (li.) beim Siegtor durch Ramy Bensebaini.

Gladbach gegen Bayern: Ramy Bensebaini berichtet von Druck gegen Manuel Neuer

Ramy Bensebaini (Doppel-Torschütze Gladbach)...

...über seinen Elfmeter zum Sieg: „Kurz vor Schluss ein Elfmeter, natürlich war da Druck. Manuel Neuer hat sich groß gemacht, die Arme nach links und rechts gestreckt, man weiß, was für ein Torwart er ist, aber ich habe mich sicher gefühlt.“

...über seine Rolle als Elfmeterschütze: „Bei Breel Embolo war klar, er schießt nach seinem verschossenen Elfmeter gegen Freiburg nicht mehr (lacht). Dann habe ich gesagt: 'Ich schieße'. Breel ist erstmal raus (lacht). Toni Sippel, der Ersatztorwart, hat mich dann daran erinnert, dass ich der Elfmeterschütze bin.“ 

...über eine mögliche Herbstmeisterschaft der Gladbacher: „Bayern ist natürlich eine sehr starke Mannschaft. Wir haben ganz gut dagegen gehalten, vor allem in der zweiten Halbzeit. Wir hoffen, dass es so weitergeht. Ich hoffe, dass Borussia Mönchengladbach Herbstmeister wird, aber vorhersagen kann ich das natürlich nicht.“

Der FC Bayern kassiert am 14. Spieltag der Bundesliga bereits die vierte Niederlage. Rivale Dortmund gelingt ein Kantersieg und auch Verfolger RB Leipzig kann dreifach punkten.

Während sich Borussia Dortmund über den Aufwärtstrend freut, gibt es beim BVB aber auch Riesen-Fan-Ärger wegen der limitierten schwarzen Trikots.

Ein Tag nach der Niederlage gegen Gladbach wurde auch im Doppelpass über das Spiel geredet. Doch es gab eine Neuerung in der Show, die nicht jeder akzeptierte

Jetzt hat sich auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic mit deutlichen Worten an die Mannschaft geäußert.

pm

Rubriklistenbild: © dpa / Federico Gambarini

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