Europa-League-Teilnehmer in Aktion

Leipzig erneut sieglos - Leverkusen atmet auf

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Befreiungsschlag verpasst: RB Leipzig kam gegen Eintracht Frankfurt nicht über ein 1:1 hinaus.

RB Leipzig ist nach der Niederlage in der Europa-League gegen Eintracht Frankfurt nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. Leverkusen hingegen gelang gegen Mainz 05 der Befreiungsschlag. 

RB Leipzig hat zum Ende einer turbulenten Woche auch bei Pokalsieger Eintracht Frankfurt das ersehnte Erfolgserlebnis verpasst. Das Team von Trainer Ralf Rangnick kam zum Abschluss des 4. Spieltags der Fußball-Bundesliga nicht über ein 1:1 (0:1) bei den Hessen hinaus. Emil Forsberg rettete per Handelfmeter (54.) immerhin einen Punkt, nachdem Gelson Fernandes (26.) die Frankfurter vor 43 800 Zuschauern in Führung gebracht hatte. Beide Teams verpassten damit den Sprung in die obere Tabellenhälfte, die ambitionierten Leipziger liegen nach vier Spielen schon sieben Punkte hinter Tabellenführer FC Bayern.

Gut 60 Minuten vor der Partie war an Fußball in Frankfurt noch kaum zu denken. Neben dem heftigen Wind, der sogar einige Fanstände wegwehte, setzte starker Regen ein. Das Wasser floss zeitweise nur so die Straßen rund um die Arena hinab. Weil der Niederschlag rechtzeitig aufhörte, konnte das Duell der Europapokal-Starter doch pünktlich angepfiffen werden.

Beide Teams begannen weniger als 72 Stunden nach dem Auftakt in der Europa League mutig und forsch. Die Frankfurter wollten den Schwung nach dem überraschenden 2:1 in Marseille mitnehmen, die Gäste aus Leipzig das 2:3 gegen Rivale RB Salzburg mitsamt der Verfehlungen einiger Spieler vergessen machen. Nordi Mukiele und Jean-Kévin Augustin nahm Rangnick „aus disziplinarischen Gründen“ erst gar nicht mit in die Mainmetropole. Sie könnten am Montag in den Kader zurückkehren, betonte er beim TV-Sender Sky.

Nach zwölf Minuten lag der Ball erstmals im Eintracht-Tor, doch der Treffer von Nationalspieler Timo Werner zählte wegen einer Abseitsstellung nicht. Frankfurt trat offensiv und mit zwei Stürmern an. Die Elf von Trainer Adi Hütter kam über die dynamischen Flügel Filip Kostic und Danny da Costa immer wieder zu Gelegenheiten, die zunächst nichts einbrachten.

Doch dann ging es ganz schnell: Angreifer Luka Jovic flankte auf Sebastien Haller, der mit seinem Kopfball noch an Leipzigs Peter Gulacsi scheiterte - den Nachschuss drückte Fernandes zur Führung über die Linie. Jovic hätte gut eine Minute später gleich nachlegen können, kam aber erneut nicht am reaktionsschnellen Gulacsi vorbei. Gegen Haller (30.) musste der Ungar erneut retten, er alleine bewahrte die Gäste vor einem höheren Rückstand zur Pause.

Leipzig spielte schlampig und uninspiriert. Von der von Rangnick erhofften Trotzreaktion, die er mit seiner Klartext-Rede am Freitag befeuern wollte, war in den ersten 45 Minuten überhaupt nichts zu sehen. Das sollte sich nach dem Wechsel ändern.

Ein Handspiel von Kostic brachte RB einen Elfmeter, den Forsberg eiskalt verwandelte. Der Schwede verfehlte gleich im nächsten Angriff mit einem spektakulären Seitfallzieher haarscharf. Werner kam immer wieder zum Abschluss, ihm fehlten aber Glück und die nötige Kaltschnäuzigkeit. Die in die Abwehr gedrückte Eintracht bekam nur noch einmal Anlass zur Freude: Bei der Einwechslung von Vize-Weltmeister Ante Rebic, der sein Liga-Saisondebüt feierte. Das mögliche 2:1 von Kostic wurde zurückgepfiffen, erneut wegen Abseits.

Bayer 04 Leverkusen - 1. FSV Mainz 05: 1:0

Bayer Leverkusen hat seine Krise vorerst beendet. Mit dem 1:0 (0:0) gegen den FSV Mainz 05 gelang der Fußball-Werkself nach dem schlechtesten Bundesliga-Saisonstart und drei Niederlagen in Serie der erste Sieg. Drei Tage nach dem Europa-League-Erfolg im bulgarischen Rasgrad machte Jungstar Kai Havertz in der 62. Minute den dreifachen Punktgewinn perfekt. Für die Mainzer war es die erste Niederlage dieser Spielzeit und auswärts die 100. in ihrer Erstliga-Historie.

Obwohl Bayer in der Anfangsphase Probleme mit dem oft umständlichen Spielaufbau offenbarte, boten sich der Werkself, die in einem 4-2-3-1-System agierte, die deutlich besseren Chancen. Doch Julian Brandt (14.), Lucas Alario (19.), Leon Bailey (25.) und Dominik Kohr (38.) scheiterten bei ihren Versuchen knapp.

Mit zunehmender Dauer setzten sich die Bayer-Profis vor 27 473 Zuschauern verstärkt in der gegnerischen Hälfte fest, entlastende Angriffe der offensiv extrem zurückhaltenden Mainzer fanden kaum statt. Erst in der 45. Minute hatte Jonathan Michael Burkhardt nach einem Fehler von Bayer-Torhüter Lukas Hradecky eine Möglichkeit, die aber ungenutzt blieb.

In der 47. Minute schockte der zur Pause eingewechselte Robin Quaison die Rheinländer. Nach einem doppelten Fauxpas von Jonathan Tah und Hradecky erzielte der Schwede vermeintlich die FSV-Führung. Der Videobeweis bewahrte Bayer indes vor dem 0:1: Quaison war deutlich mit der Hand am Ball.

Weil Mainz nun mehr riskierte und die Bayer-Profis leichte Verunsicherung erkennen ließen, wurde die Partie ausgeglichener. Und der FSV wurde auch frech: Jean-Philippe Gbamin probierte es in der 55. Minute mit einem Heber aus gut 40 Metern, Hradecky musste zur Ecke klären.

Dann durfte Herrlich endlich aufatmen. Die Mainzer Hintermannschaft passte nicht auf, so dass Lars Bender auf der rechten Seite Julian Brandt bediene konnte. Dessen Flanke köpfte der in Rasgrad zweimal erfolgreiche Havertz aus fünf Metern zum 1:0 ein. In der 81. Minute hatte der eingewechselte Paulinho eine dicke Chance. Er stand aber knapp im Abseits. Die Schlussoffensive der Mainzer brachte keine Wende mehr.

Bei Bayer fehlten am Sonntag der gesperrte Karim Bellarabi und erneut der am Knie verletzte Charles Aranguiz. Immerhin konnte Herrlich die zuletzt angeschlagenen Bender-Zwillinge Lars und Sven einsetzen. Für Paulinho lief der Jamaikaner Bailey auf, die Angriffsspitze bildete der Argentinier Alario. Bei den Rheinhessen standen Kapitän Stefan Bell nach Gehirnerschütterung und Gbamin nach Muskelfaserriss wieder zur Verfügung.

dpa

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